Vegane Hausmannskost: Österreichische Klassiker

Zuletzt aktualisiert:

Bolognese, Gulasch, Käsespätzle, Kaiserschmarrn - die österreichische Küche ist von Herz und Seele geprägt. Und sie lässt sich vollständig pflanzlich kochen, ohne dass der Genuss auf der Strecke bleibt.

Laut Veganer Gesellschaft Österreich (2024) leben bereits 5 % der Österreicher:innen vegan - doppelt so viele wie noch 2021. Dazu kommen 37 % Flexitarier:innen, die aktiv auf pflanzliche Gerichte setzen. Laut GFI Europe wuchs der Absatz pflanzlicher Lebensmittel in Österreich um 57 % innerhalb von zwei Jahren - eine der stärksten Wachstumsraten in Europa. Die Nachfrage nach veganer Hausmannskost spiegelt das wider.

Welche österreichischen Klassiker gelingen vegan?

Fast jedes Gericht der österreichischen Hausmannskost lässt sich pflanzlich umsetzen. Hier ist eine Übersicht nach Kategorie:

Klassiker

Überbacken und gratiniert

Braten und Ragout

Knödel und Beilagen

Kartoffel ist die vielseitigste Zutat der österreichischen Küche - mehr Ideen findest du im Guide zu veganen Kartoffelrezepten.

Süße Mehlspeisen

Kategorie Beispielgericht Vegane Schlüsselzutat
Pastagerichte Bolognese Sojagranulat
Überbacken Käsespätzle Veganer Schmelzkäse
Braten und Ragouts Zwiebelrostbraten Seitan
Knödel Semmelknödel Kein Ersatz nötig
Süße Mehlspeisen Kaiserschmarrn Apfelmus als Ei-Ersatz

Welche Zutaten machen vegane Hausmannskost herzhaft?

Das Geheimnis liegt in den richtigen Zutaten für Textur und Umami-Tiefe:

Sojasauce, Tomatenmark, Hefeflocken und ein Schuss Rotwein verstärken den herzhaften Geschmack zusätzlich. Österreichische Gewürze - Kümmel, Majoran, geräuchertes Paprikapulver - dürfen nie fehlen.

Wie gelingt vegane Hausmannskost am besten?

Saucen aufbauen: Viele Gerichte leben von der Sauce. Zwiebeln wirklich dunkel anrösten, Tomatenmark mitrösten, dann mit Brühe oder Wein ablöschen. Das ergibt tiefe, komplexe Aromen ganz ohne Fleisch.

Zeit geben: Gulasch und Ragouts schmecken am nächsten Tag oft noch besser - die Aromen verbinden sich über Nacht.

Ei-Ersatz richtig wählen: Für Kaiserschmarrn und Pfannkuchen liefert Apfelmus (70 g = 1 Ei) die perfekte Feuchtigkeit und Bindung. Alle Optionen erklärt der Ei-Ersatz-Guide.

Mehr Inspiration findest du in den Veganen Hauptgerichten und den Veganen Mittagessen-Ideen.

Häufige Fragen

Was ist vegane Hausmannskost?
Vegane Hausmannskost umfasst klassische österreichische Gerichte - Gulasch, Käsespätzle, Knödel, Schnitzel, Kaiserschmarrn - in vollständig pflanzlicher Version. Statt Fleisch kommen Sojagranulat, Seitan, Jackfruit oder Pilze zum Einsatz. Die Gerichte sind genauso sättigend und herzhaft wie die Originale.
Womit ersetzt man Fleisch in der veganen Hausmannskost?
Für Gulasch und Bolognese eignet sich Sojagranulat hervorragend - es hat eine ähnliche Konsistenz wie Faschiertes und nimmt Gewürze gut auf. Jackfruit ist ideal für Braten und Ragouts, da sie sich in Fasern zieht. Seitan liefert biss- und proteinreiche Schnitzel und Rouladen. Für Käsespätzle genügt veganer Schmelzkäse vollständig.
Sind vegane Hausmannskost-Rezepte aufwendig?
Die meisten veganen Hausmannskost-Rezepte sind genauso schnell zubereitet wie die konventionellen Versionen - oft sogar schneller, da kein Fleisch mariniert werden muss. Käsespätzle oder Kartoffelgratin sind in 30-40 Minuten fertig. Gulasch profitiert von längerer Garzeit, lässt sich aber gut vorbereiten.
Welche österreichischen Gerichte lassen sich am einfachsten vegan kochen?
Besonders einfach sind: Käsespätzle (veganer Käse direkt einschmelzen), Kartoffelgratin (Hafermilch statt Milch, veganer Käse), Kaiserschmarrn (Apfelmus als Ei-Ersatz), Pfannkuchen (Pflanzenmilch und Leinsamen-Ei) und Milchreis (Kokosmilch oder Hafermilch). Diese Gerichte brauchen kaum Umgewöhnung.
Wo kauft man in Österreich Zutaten für vegane Hausmannskost?
Sojagranulat und Seitan gibt es in Billa, Spar und dm. Veganer Käse (Schmelz- und Streuvariante) ist in allen großen Supermärkten erhältlich. Jackfruit aus der Dose gibt es in Bioläden, Billa und zunehmend auch in Spar. Geräucherter Tofu ist in fast jedem österreichischen Supermarkt zu finden.
Wie macht man vegane Hausmannskost besonders herzhaft?
Das Geheimnis sind Umami-Aromen: geräucherter Tofu, Sojasauce, Tomatenmark, Pilze und Hefeflocken verstärken den herzhaften Geschmack. Für Saucen hilft ein Schuss Rotwein oder dunkle Gemüsebrühe. Österreichische Gewürze - Kümmel, Majoran, Paprikapulver - sind unverzichtbar.
Kann man vegane Hausmannskost einfrieren?
Ja, Gulasch, Bolognese und Saucen lassen sich bis zu 3 Monate einfrieren. Knödel gefrieren auch gut, werden nach dem Auftauen aber etwas weicher. Käsespätzle und Gratins schmecken frisch am besten und sollten nicht eingefroren werden.
Gibt es vegane Hausmannskost-Restaurants in Wien?
Ja - das Velani in Wien Meidling bietet veganes Wiener Schnitzel, Gulasch und Kaiserschmarrn. Das Wirtshaus Schlicht Vegan kocht österreichische Hausmannskost und bietet auch Kochkurse an. Die Zahl der Restaurants mit veganen Klassikern wächst jedes Jahr.