Ist Stollen vegan?
Stollen ist nicht automatisch vegan. Die Grundrezeptur verlangt Butter oder Milchfett, dazu kommen oft Milch, Ei und eine Füllung mit eigenen Zutaten. Vegan ist Stollen mit V-Label, mit ausdrücklichem Vegan-Hinweis oder aus der eigenen Backstube.
Was im Stollen stecken darf
Laut Wikipedia enthält die Grundmischung nach dem Deutschen Lebensmittelbuch auf 100 Teile Mehl 30 Teile Butter, Milchfetterzeugnisse oder Margarine. Die Standardrezeptur nennt zusätzlich 0 bis 20 Teile Vollei.
Typische Bestandteile im Überblick:
- Hefeteig mit viel Fett und Zucker
- Sultaninen, Zitronat und Orangeat
- Mandeln, Marzipan, Mohn, Nüsse oder Quark als Füllung
- Fett zum Bestreichen und Zucker zum Wenden nach dem Backen
Nach dem Backen wird der Stollen laut Wikipedia noch warm mit Fett bestrichen und mit Kristall- und Puderzucker bestreut. Frag bei loser Ware nach, welches Fett dafür verwendet wird.
Stollenarten im Überblick
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie listet die Mindestmengen je Stollenart. Das hilft dir beim Einordnen:
| Stollenart | Vorgabe laut BDSI | Vegan-Check |
|---|---|---|
| Butterstollen | mindestens 40 kg Butter je 100 kg Mehl | Butter ist Teil der Definition |
| Dresdner Christstollen | mindestens 50 % Butter | Butter ist Teil der Definition, Milch laut Schutzverband ebenfalls |
| Quarkstollen | mindestens 40 kg Quark und 20 kg Butter | Milchprodukte sind Teil der Definition |
| Mandelstollen | mindestens 20 kg Mandeln | Fett und Milch im Teig prüfen |
| Marzipanstollen | mindestens 5 % Marzipan oder Persipan | Fett und Milch im Teig prüfen |
| Mohnstollen | mindestens 20 kg Mohn | Fett im Teig und in der Mohnfüllung prüfen |
Butterstollen, Dresdner Christstollen und Quarkstollen scheiden damit von der Bezeichnung her aus. Bei den übrigen Arten entscheidet die Zutatenliste.
Dresdner Christstollen enthält Butter und Milch
Die Bezeichnung ist seit 2010 laut Wikipedia als geschützte geografische Angabe registriert. Der Schutzverband Dresdner Stollen nennt Butterschmalz und Milch unter den vorgeschriebenen Zutaten. Margarine ist dort ausdrücklich untersagt.
Veganer Stollen nach Dresdner Art gibt es deshalb nur unter einem anderen Namen. Im eigenen Backofen gelingt dir die Form mit pflanzlichem Fett trotzdem.
Butterstollen verlangt Butter
Laut Lebensmittelklarheit braucht ein Butterstollen mindestens 400 Gramm Butter oder entsprechendes Butterfett pro Kilogramm Mehl. Mandelstollen verlangt mindestens 200 Gramm Mandeln pro Kilogramm.
Steht auf der Packung nur "Stollen" oder "Mandelstollen", ist die Fettart offen. Dann musst du die Zutatenliste lesen.
Margarine ist nicht automatisch vegan
Pflanzlich heißt nicht gleich vegan. Margarine darf laut Verbraucherzentrale Bayern bis zu zwei Prozent tierische Inhaltsstoffe wie Molke oder Joghurt enthalten.
Ob die Margarine im Stollen so eine Zutat enthält, siehst du an der Zutatenliste. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Ist Margarine vegan?. Zum Backen eignen sich auch die Optionen aus Vegane Butter zum Backen.
Marzipan, Mohn und Quark in der Füllung
Marzipanstollen enthält laut BDSI mindestens 5 Prozent Marzipan oder Persipan. Ob die Rohmasse vegan ist, erklärt unser Artikel Ist Marzipan vegan?.
Bei Mohnstollen steckt die Füllung im Detail. Lies deshalb auch die Zutaten der Mohnmasse, nicht nur die des Teigs. Quarkstollen scheidet wegen des Quarks aus.
Kennzeichnung: Milch und Ei stehen fett, Honig nicht
Auf verpackter Ware sind Milch, Ei, Nüsse und glutenhaltiges Getreide laut Anhang II der EU-Verordnung 1169/2011 in der Zutatenliste hervorgehoben. Honig gehört nicht zu den 14 Allergenen, du musst ihn in der Liste selbst suchen.
Bei loser Ware darf die Allergeninformation laut WKO mündlich erfolgen, wenn schriftliche Unterlagen vorliegen. Sie sagt aber nichts über Honig aus.
So erkennst du veganen Stollen
Diese vier Schritte reichen im Supermarkt und in der Bäckerei:
- Suche das V-Label oder einen Vegan-Hinweis auf der Packung. Mehr zu den Siegeln steht im Artikel Vegan-Label.
- Lies die Zutatenliste auf Butter, Butterfett, Milch, Molke, Ei, Quark und Honig.
- Prüfe bei Margarine, ob Molke oder Milchbestandteile genannt sind.
- Frag bei loser Ware nach Teig, Füllung und dem Fett zum Bestreichen.
Bei der Füllung hilft der Blick auf Marzipan, Mohnmasse und Zitronat in der Zutatenliste.
Veganen Stollen selber backen
Selbst gebacken weißt du genau, was drin ist. Der Teig gelingt mit pflanzlicher Butter oder Margarine ohne Molke und mit Pflanzenmilch, gebunden wird ohne Ei. Unser Rezept dazu ist der vegane Christstollen.
Weitere Backideen für die Adventszeit:
Wie du beim Lebkuchen vorgehst, steht in Ist Lebkuchen vegan?.
Häufige Fragen
- Ist Stollen immer vegan?
- Nein. Die Grundrezeptur verlangt mindestens 30 Teile Butter oder entsprechende Milchfetterzeugnisse auf 100 Teile Mehl, Margarine ist ebenfalls möglich. Sicher vegan ist Stollen mit V-Label, mit ausdrücklichem Vegan-Hinweis oder selbst gebacken mit pflanzlichem Fett und Pflanzenmilch.
- Ist Dresdner Christstollen vegan?
- Nein. Laut Schutzverband Dresdner Stollen gehören Butter, Butterschmalz und Milch zu den vorgeschriebenen Zutaten, Margarine ist ausdrücklich verboten. Die Bezeichnung selbst schließt vegane Varianten damit aus.
- Ist Butterstollen vegan?
- Nein. Butterstollen muss laut Leitsätzen mindestens 400 Gramm Butter oder entsprechendes Butterfett pro Kilogramm Mehl enthalten. Die Bezeichnung schließt Pflanzenfett aus.
- Ist Mandelstollen oder Marzipanstollen vegan?
- Das hängt vom Teig ab. Mandelstollen braucht mindestens 200 Gramm Mandeln pro Kilogramm Mehl, Marzipanstollen mindestens 5 Prozent Marzipan- oder Persipanrohmasse. Beide Mengen sind pflanzlich, aber Fett und Milch im Teig sind damit noch nicht geklärt. Lies die Zutatenliste.
- Ist Margarine im Stollen automatisch vegan?
- Nein. Margarine darf laut Verbraucherzentrale Bayern bis zu zwei Prozent tierische Inhaltsstoffe wie Molke oder Joghurt enthalten. Vegan ist sie mit Vegan-Siegel oder wenn die Zutatenliste ohne Molke und Milchbestandteile auskommt.
- Kann ich beim Bäcker nach veganem Stollen fragen?
- Ja. Bei loser Ware darf die Allergeninformation mündlich erfolgen, wenn schriftliche Unterlagen vorliegen. Frag gezielt nach Butter, Milch, Ei und der Füllung. Hat der Betrieb keine klare Auskunft, kaufst du besser verpackte Ware mit Zutatenliste.