Ist Schnaps vegan?

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Schnaps im deutschsprachigen Sinn ist in der Regel vegan: Ein Obstbrand, Obstler oder Korn besteht aus vergorenem Obst oder Getreide, Hefe und Wasser. Nicht vegan sind Sorten, bei denen Honig, Ei oder Sahne zum Rezept gehören, zum Beispiel Honigschnaps und Eierlikör.

Schnaps und Schnapps sind zwei verschiedene Getränke

Die Schreibweise macht den Unterschied. Laut Wikipedia ist der deutsche und österreichische Schnaps ein ungesüßter Brand aus vergorenem Obst mit 30 bis 50 Prozent Alkohol. Der amerikanische Schnapps mit zwei p ist dagegen ein stark gesüßter Likör mit meist 15 bis 20 Prozent.

Schnaps (DACH) Schnapps (USA)
Herstellung Gärung und Destillation Neutralalkohol mit Sirup und Aromen
Süße ungesüßt stark gesüßt
Alkohol 30 bis 50 Prozent meist 15 bis 20 Prozent
Vegan-Prüfung selten nötig Zutaten prüfen

Die Tabelle zeigt, warum die meisten Schnäpse aus dem Regal unproblematisch sind: Es gibt schlicht nichts, was Tierisches enthalten könnte.

Obstbrand, Obstler, Geist und Korn sind pur vegan

Die EU-Spirituosenverordnung 2019/787 legt fest, was in diese Flaschen darf. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit fasst die Vorgaben zusammen:

Der Weg eines Obstbrands ist laut Wikipedia kurz: Früchte maischen, mit Hefe vergären, brennen und das Destillat mit Wasser auf Trinkstärke verdünnen. Zutaten tierischer Herkunft kommen darin nicht vor.

Honigschnaps, Eierlikör und Sahneliköre enthalten tierische Zutaten

Bei Likören sieht es anders aus. Die Verordnung erlaubt dort laut LGL Eier, Sahne und Honig und verlangt mindestens 15 Prozent Alkohol sowie 100 g Zucker pro Liter. Das Spektrum ist breit, und die Zutat steht meist im Namen:

Sorte Vegan? Was dahintersteckt
Obstbrand, Obstler, Korn ja reines Destillat
Obstgeist ja Obst in Alkohol, destilliert
Honigschnaps (Bärenfang) nein Honig plus Wodka oder Kornbrand
Eierlikör nein Eigelb
Sahnelikör nein Milchprodukte
Kräuterlikör, Fruchtlikör prüfen Süßung und Farbe

Honigschnaps ist laut Bienengold ein Likör aus Honig und hochprozentigem Alkohol, gewürzt mit Zimt, Vanille und Nelken, und kommt in deutschen Varianten auf 33 bis 35 Prozent. Für Eierlikör findest du in unserem Beitrag Veganer Eierlikör kaufen pflanzliche Varianten.

Warum Klärung bei Schnaps kaum ein Thema ist

Bei Wein und Bier sind tierische Klärmittel wie Gelatine, Hausenblase oder Eiklar der Grund, warum nicht jede Flasche vegan ist. Wikipedia beschreibt diese Klärung (Fining) als Zugabe von Stoffen, die Trübstoffe binden und absetzen lassen.

Bei destillierten Spirituosen spielt das laut vegan.com praktisch keine Rolle. Nicht vegan sind dort im Wesentlichen Sorten mit Sahne oder Honig, und der Honig steht meist im Produktnamen. Sentient Media ergänzt Getränke mit Karmin, einem Farbstoff aus Schildläusen, als dritte Ausnahme.

Wer es genauer wissen will, findet mehr bei Ist Wein vegan? und Ist Bier vegan?.

So prüfst du eine Flasche in drei Schritten

  1. Sorte erkennen: Steht Obstbrand, Obstler, Korn, Geist oder Edelbrand auf dem Etikett, ist die Flasche in der Regel pflanzlich.
  2. Likör genauer ansehen: Bei Honig, Ei, Sahne, Creme oder roter Farbe schaust du auf die Zutatenliste.
  3. Hersteller prüfen: Die Datenbank Barnivore veröffentlicht die Auskünfte der Hersteller im Wortlaut und nennt dabei das Datum.

Barnivore bewertet laut eigener FAQ die Zutaten und nicht Produktionsdetails wie die Zuckerraffination. Wenn dir das wichtig ist, fragst du direkt beim Hersteller nach. Ein V-Label auf der Flasche erspart dir den Aufwand.

Vegane Schnäpse und Liköre selber ansetzen

Selbst angesetzte Liköre sind garantiert pflanzlich, weil du jede Zutat kennst. Drei Rezepte dafür:

Mehr Spirituosen im Check: Ist Gin vegan?, Ist Whisky vegan?, Ist Vodka vegan?, Ist Rum vegan? und Ist Amaretto vegan?.

Häufige Fragen

Ist Schnaps immer vegan?
Nein, aber reine Destillate sind es in der Regel. Obstbrand, Obstler, Korn und Geist bestehen aus vergorenem Obst oder Getreide, Hefe und Wasser. Nicht vegan sind Honigschnaps, Eierlikör und Sahneliköre, weil Honig, Ei oder Milchprodukte zum Rezept gehören. Das Etikett verrät meist schon am Produktnamen, um welche Sorte es sich handelt.
Ist Obstler vegan?
Ja, ein klassischer Obstler ist vegan. Er besteht laut Verordnung aus vergorenem und destilliertem Obst, meist Äpfeln und Birnen. Aromen oder zugesetzter Alkohol sind bei Obstbrand nicht erlaubt, sodass keine tierischen Zutaten ins Glas kommen.
Ist Korn vegan?
Ja. Korn wird aus dem vergorenen Vollkorn von Roggen, Weizen, Gerste, Hafer oder Buchweizen destilliert und darf nicht aromatisiert werden. Der Mindestalkoholgehalt liegt bei 32 Prozent. Tierische Zutaten gehören nicht zum Rezept.
Ist Honigschnaps vegan?
Nein. Honigschnaps, auch Bärenfang genannt, ist ein Likör aus Honig und hochprozentigem Alkohol wie Wodka oder Kornbrand, gewürzt mit Zimt, Vanille und Nelken. Der Honig gehört zum Rezept und steht im Namen. Pflanzliche Süße bekommst du mit selbst angesetzten Likören aus Obst.
Ist Kräuterschnaps vegan?
Das hängt von der Sorte ab. Kräuterauszüge in Alkohol sind pflanzlich, manche Kräuterliköre werden aber mit Honig gesüßt oder rot gefärbt. Prüfe die Zutatenliste oder die Herstellerauskunft, bevor du zugreifst. Ein selbstgemachter Kräuterlikör bleibt garantiert pflanzlich.
Ist Eierlikör vegan?
Klassischer Eierlikör enthält Eigelb und ist deshalb nicht vegan. Vegane Eierlikör-Varianten bestehen aus pflanzlicher Milch, Kurkuma und Vanille. Welche Produkte du kaufen kannst, zeigt unser Überblick zu veganem Eierlikör.
Was ist der Unterschied zwischen Schnaps und Schnapps?
Schnaps mit einem p bezeichnet im deutschsprachigen Raum einen ungesüßten Brand aus vergorenem Obst oder Getreide mit 30 bis 50 Prozent Alkohol. Schnapps mit zwei p ist der amerikanische Begriff für einen stark gesüßten Likör mit meist 15 bis 20 Prozent Alkohol. Das zweite Getränk kann Aromen, Sirup oder Farbstoffe enthalten, das erste nicht.
Wie prüfe ich, ob eine Marke vegan ist?
Suche die Marke in der Datenbank Barnivore, achte auf ein V-Label auf der Flasche oder frag beim Hersteller nach. Barnivore veröffentlicht die Antworten der Hersteller im Wortlaut, sodass du siehst, wann die Auskunft stammt.