Ist Bier vegan? Der große Guide für pflanzliche Biergenießer

17.1.2026

Die Grundzutaten von Bier - Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe - sind rein pflanzlich. Trotzdem ist nicht jedes Bier automatisch vegan. Der Grund liegt oft im Herstellungsprozess, besonders bei der Klärung des Bieres.

Das Hausenblase-Problem: Fischblasen im Bier?

Hausenblase (englisch: Isinglass) ist ein Klärmittel, das aus den Schwimmblasen von Fischen gewonnen wird. Laut Craft Brewing Business handelt es sich um ein Kollagen ähnlich wie Gelatine, das aus Schwimmblasen von Stören oder Barschen extrahiert wird.

Die Hausenblase bindet Hefezellen und Schwebstoffe im Bier zu einer geleeartigen Masse, die am Fassboden absinkt. Das Ergebnis: ein klares, helles Bier. Besonders bei ungefilterten Bieren wie traditionellen englischen Cask Ales kommt dieses Verfahren laut The Original Small Beer häufig zum Einsatz.

Weitere tierische Inhaltsstoffe

Neben Hausenblase können sich laut VegNews Guide to Vegan Beer weitere tierische Zutaten im Bier verstecken:

Das Reinheitsgebot: Schutz für vegane Biergenießer

Die gute Nachricht für österreichische und deutsche Biertrinker: Das Reinheitsgebot schützt uns vor den meisten tierischen Zusätzen. Das bayerische Reinheitsgebot von 1516 erlaubt nur Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe als Zutaten.

Laut Nirvana Brewery dient das Gesetz für viele Veganer als starker Hinweis, dass ein entsprechend gekennzeichnetes Bier vegan ist. Deutsche Brauereien sind nach wie vor verpflichtet, sich an diese strengen Standards zu halten.

Österreichische Biere: Fast alle vegan!

In Österreich regelt der Codex Alimentarius Austriacus strenge Qualitätsanforderungen. Die beliebten heimischen Marken sind laut der Barnivore-Datenbank für österreichische Biere fast durchweg vegan:

Wo Vorsicht geboten ist

Importbiere

Bei Bieren aus Großbritannien, Belgien oder den USA gelten andere Vorschriften. Laut Summerstirs verwenden bekannte Marken wie Fosters, Carling, Doombar und Kronenbourg Hausenblase als Klärmittel.

Craft Biere und Spezialsorten

Auch bei österreichischen Craft Bieren oder Spezialsorten wie Honig-Bier oder Milk Stout solltest du nachfragen. Die Craft-Beer-Szene experimentiert gerne - nicht immer mit veganen Zutaten.

Etiketten und Kronkorken

Ein oft übersehenes Detail: Der Klebstoff auf Etiketten kann laut Barnivore Casein (Milchprotein) enthalten. Wer streng vegan leben möchte, greift zu Fass- oder Dosenbier.

Vegane Alternativen zur Hausenblase

Die Brauindustrie entwickelt sich weiter. Laut einer Studie der University of Nottingham gibt es mittlerweile hervorragende pflanzliche Alternativen:

Die Brauerei Magic Rock hat laut Daft Eejit Brewing nach zweijährigen Tests komplett auf Super F umgestellt - ein veganes, siliziumbasiertes Klärmittel, das sogar mit dem Reinheitsgebot konform ist.

Auch Guinness ist seit 2016 komplett vegan und verwendet laut Plant Based News Irisches Moos und mechanische Filtration.

Wie du veganes Bier erkennst

Die Barnivore-Datenbank

Die einfachste Methode: Barnivore.com durchsuchen. Die Community-basierte Datenbank enthält über 63.000 Einträge zu Bier, Wein und Spirituosen. Die Informationen werden durch direkte Anfragen bei den Herstellern verifiziert.

Auf dem Etikett

Immer mehr Brauereien werben aktiv mit ihrer veganen Produktionsweise. Achte auf:

Im Zweifelsfall: Nachfragen

Die meisten Brauereien geben gerne Auskunft. Eine kurze E-Mail oder ein Anruf klärt schnell, ob tierische Klärmittel verwendet werden.

Fazit: Prost ohne Bedenken

Für österreichische Biergenießer gibt es gute Nachrichten: Die heimischen Marken sind fast durchweg vegan. Das Reinheitsgebot und der Codex Alimentarius schützen uns vor versteckten tierischen Zutaten. Bei Importbieren, Craft-Spezialitäten und britischen Ales lohnt sich ein Blick auf Barnivore oder eine Nachfrage beim Hersteller. Und die Brauindustrie entwickelt sich weiter - immer mehr Brauereien weltweit setzen auf pflanzliche Klärmittel.