Ist Wein vegan?

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Gartenparty, Grillabend am Wörthersee, Heuriger in der Wachau: Im österreichischen Sommer ist Wein der soziale Klebstoff. Die Frage klingt simpel: Wein wird aus Trauben gemacht, Trauben sind Pflanzen, also ist Wein vegan. Leider stimmt das nicht immer. Bei der Weinherstellung kommen häufig tierische Produkte zum Einsatz, von denen die meisten Konsument:innen nichts ahnen.

Warum ist nicht jeder Wein vegan?

Nach der Gärung enthält Wein Trubstoffe und Schwebeteilchen, die ihn trüb erscheinen lassen. Um einen klaren, optisch ansprechenden Wein zu erhalten, setzen viele Winzer:innen sogenannte Schönungsmittel ein. Diese binden die unerwünschten Partikel und werden anschließend wieder herausgefiltert.

Das Problem: Die traditionellen Schönungsmittel stammen von Tieren.

Welche tierischen Stoffe stecken im Wein?

Laut der Veganen Gesellschaft Österreich werden folgende tierische Hilfsmittel häufig verwendet:

Gelatine ist das am häufigsten verwendete Schönungsmittel und besteht aus Knochen, Sehnen, Knorpeln und Schwarten von Tieren. Sie wird vor allem bei Rotweinen eingesetzt, um Trübstoffe zu binden.

Hausenblase (auch Fischblase genannt) stammt aus den getrockneten Schwimmblasen von Fischen wie Hausen, Stör oder Wels. Sie kommt besonders bei Weißweinen zum Einsatz und soll laut Decanter geschmacksverbessernd wirken.

Eiklar (Albumin) wird aus Hühnereiern gewonnen und entfernt überschüssige Gerbstoffe bei zu bitter gewordenen Weinen. Diese Methode ist bei Rotweinen verbreitet.

Kasein ist ein Milchprotein, das Trübstoffe und Tannine bindet. Es wird zur Feinkorrektur von Farbe und Geschmack verwendet.

Warum steht das nicht auf dem Weinetikett?

Hier liegt das eigentliche Problem: Diese Hilfsmittel müssen laut EU-Verordnung nicht auf dem Etikett angegeben werden. Gelatine und Fischblasen gelten als Verarbeitungshilfsstoffe und fallen nicht unter die Deklarierungspflicht.

Nur wenn Kasein (Milch) oder Albumin (Ei) verwendet wurden, muss dies wegen der Allergen-Kennzeichnung auf der Flasche stehen. Aber selbst dann erfährst du nichts über Gelatine oder Fischblase.

Auf der Verpackung wirst du also nie herausfinden, ob tierische Hilfsmittel bei der Herstellung deines Weins genutzt wurden - es sei denn, der Wein trägt ein veganes Siegel.

Wie erkennst du veganen Wein beim Kauf?

Das V-Label

Das V-Label ist das international anerkannte Siegel für vegane Produkte. Über 70.000 Produkte von mehr als 4.800 Unternehmen tragen weltweit dieses Zeichen. Bei Wein mit V-Label kannst du sicher sein, dass keine tierischen Hilfsmittel verwendet wurden.

Die Veganblume

Die Veganblume der Vegan Society ist ein weiteres vertrauenswürdiges Siegel, das auf veganen Weinen zu finden ist.

Barnivore-Datenbank

Die Datenbank Barnivore enthält über 63.000 Einträge zu veganen Getränken, darunter tausende Weine. Hier kannst du vor dem Kauf prüfen, ob dein Lieblingswein vegan ist.

Welche Alternativen verwenden vegane Winzer:innen?

Veganer Wein ist kein Qualitätskompromiss. Pflanzliche und mineralische Alternativen funktionieren genauso gut:

Bentonit ist eine mineralische Tonerde, die Trübstoffe effektiv bindet. Laut einer Studie im Journal of Agricultural and Food Chemistry hat Bentonit zudem den Vorteil, histaminbildende Stoffe zu reduzieren.

Erbsenprotein gewinnt laut Enartis an Popularität. Eine Studie aus 2024 zeigt, dass pflanzliche Proteine bei der Weinschönung sehr effektiv sind.

Aktivkohle und Kieselgur sind weitere vegane Optionen für die Filterung.

Manche Winzer:innen verzichten komplett auf Schönungsmittel und lassen den Wein natürlich klären - das dauert länger, ist aber ebenfalls vegan.

Ist Bio-Wein automatisch vegan?

Nein. Bio-Wein bedeutet, dass die Trauben ökologisch angebaut wurden. Bei der Schönung dürfen aber auch im Bio-Weinbau tierische Hilfsmittel wie Eiklar, Kasein oder Fischblase verwendet werden.

Umgekehrt muss veganer Wein nicht bio sein. Am besten achtest du auf Weine, die beide Kriterien erfüllen.

Ist österreichisches Bier vegan?

Gute Nachricht für Bierfreund:innen: Deutsche und österreichische Biere sind dank des Reinheitsgebots in der Regel vegan. Das Reinheitsgebot erlaubt nur Wasser, Hopfen, Malz und Hefe - keine tierischen Zusätze.

Laut Barnivore sind alle gängigen österreichischen Biermarken wie Gösser, Stiegl oder Ottakringer vegan. Vorsicht ist nur bei importierten Bieren geboten, besonders bei englischen Ales, denen manchmal Honig zugesetzt wird.

Mit dem richtigen Wein in der Hand und passenden veganen Snacks zum Wein wird dein nächster Gartenabend ein Genuss. Wer tiefer in die Welt des veganen Weins eintauchen möchte, findet alles zur veganen Weinherstellung sowie spezielle Guides zum veganen Rotwein kaufen und zum veganen Weißwein kaufen. Die Vegane Gesellschaft Österreich führt eine laufend aktualisierte Liste zertifizierter veganer Weine aus Österreich. Prost auf bewussten Genuss!

Häufige Fragen

Ist Wein grundsätzlich vegan?
Nicht automatisch. Die Trauben selbst sind pflanzlich, aber bei der Weinherstellung werden häufig tierische Schönungsmittel eingesetzt: Gelatine aus Tierknochen, Hausenblase (Fischblase), Eiklar (Albumin) aus Hühnereiern und Kasein (Milchprotein). Diese Stoffe klären den Wein und werden danach wieder herausgefiltert - im fertigen Wein sind sie nicht mehr nachweisbar, dennoch gelten solche Weine nicht als vegan.
Welche tierischen Stoffe werden bei der Weinherstellung verwendet?
Die vier häufigsten tierischen Schönungsmittel sind: Gelatine (aus Tierknochen und Knorpeln, besonders bei Rotweinen), Hausenblase (getrocknete Schwimmblasen von Hausen, Stör oder Wels, besonders bei Weißweinen), Eiklar/Albumin (aus Hühnereiern, entfernt Gerbstoffe) und Kasein (Milchprotein, für Farbkorrekturen). Vegane Alternativen sind Bentonit, Erbsenprotein, Aktivkohle und Kieselgur.
Warum steht auf dem Weinetikett nicht drauf, ob der Wein vegan ist?
Gelatine und Fischblase gelten laut EU-Verordnung als Verarbeitungshilfsstoffe und unterliegen keiner Kennzeichnungspflicht. Nur wenn Kasein (Milch) oder Albumin (Ei) verwendet wurden, muss dies als Allergen auf dem Etikett stehen - über Gelatine oder Fischblase erfährst du auch dann nichts. Zuverlässig erkennst du veganen Wein nur am V-Label, der Veganblume oder in der Barnivore-Datenbank.
Wie erkenne ich veganen Wein beim Einkaufen?
Achte auf das V-Label oder die Veganblume der Vegan Society auf der Flasche - beide garantieren, dass keine tierischen Hilfsmittel verwendet wurden. Alternativ hilft die kostenlose Online-Datenbank Barnivore.com mit über 63.000 Einträgen zu veganen Getränken. Viele Naturweine und biodynamische Weine werden ungeklärt (ohne Schönungsmittel) abgefüllt und sind daher ebenfalls vegan.
Ist Bio-Wein automatisch vegan?
Nein. Bio-Wein bedeutet, dass die Trauben ökologisch angebaut wurden - über die Schönung sagt das gar nichts aus. Auch im Bio-Weinbau sind tierische Hilfsmittel wie Eiklar, Kasein oder Fischblase erlaubt. Am besten achtest du auf Weine, die sowohl bio-zertifiziert als auch mit einem veganen Siegel ausgezeichnet sind.
Ist österreichisches Bier vegan?
Ja, in der Regel schon. Dank des Reinheitsgebots bestehen österreichische und deutsche Biere nur aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe - keine tierischen Zusätze. Laut der Barnivore-Datenbank sind alle gängigen österreichischen Biermarken wie Gösser, Stiegl oder Ottakringer vegan. Vorsicht gilt nur bei importierten Bieren, besonders englischen Ales, denen manchmal Honig zugesetzt wird.
Welche österreichischen Weingüter produzieren veganen Wein?
Die Vegane Gesellschaft Österreich führt eine Liste zertifizierter veganer Weine aus Österreich. Viele biodynamische Weingüter (etwa nach Demeter-Standard) produzieren ihre Weine ohne tierische Schönungsmittel und lassen den Wein natürlich klären. Naturweine sind ebenfalls häufig ungeklärt und damit vegan - hier lohnt sich die direkte Anfrage beim Weingut.