E627 Dinatriumguanylat: Der versteckte tierische Geschmacksverstärker

20.1.2026

Du kaufst vermeintlich pflanzliche Chips oder Instantnudeln - und ahnst nicht, dass darin Fischextrakt stecken könnte? Der Geschmacksverstärker E627 (Dinatriumguanylat) kann aus tierischen Quellen gewonnen werden und versteckt sich in vielen Fertigprodukten.

Was ist Dinatriumguanylat (E627)?

Dinatriumguanylat ist das Natriumsalz der Guanylsäure (E626) und gehört zur Gruppe der Geschmacksverstärker. Der Zusatzstoff verstärkt den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln und erzeugt das sogenannte Umami - den fünften Geschmackssinn.

Laut EAT SMARTER wirkt E627 ähnlich wie Glutamat - allerdings bis zu 20-mal stärker. In der Industrie wird es daher meist in Kombination mit Mononatriumglutamat (E621) eingesetzt, da die Kombination einen synergistischen Effekt erzeugt und weniger von jedem einzelnen Stoff benötigt wird.

Das Zusatzstoffmuseum erklärt: Dinatriumguanylat kommt natürlich in allen Lebewesen vor. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in getrockneten Pilzen und getrockneten Tomaten.

Das Problem: Tierische Herkunft

Dinatriumguanylat kann aus verschiedenen Quellen gewonnen werden - pflanzlich, tierisch oder durch Fermentation. Das Problem: Als Verbraucher erfährst du nicht, welche Variante in deinem Produkt steckt.

Die Verbraucherzentrale Hamburg bestätigt: Bis auf Ethylmaltol (E637) und Zinkacetat (E650) können alle Geschmacksverstärker je nach Herstellung tierische Bestandteile enthalten. Nur wenn der Hersteller dies garantiert, sind sie für Veganer geeignet.

Laut vegpool.de wird E627 aus Seetang, Hefeextrakt oder Meerestieren gewonnen. Die Gewinnung aus Fisch (besonders Sardinen) ist in der Industrie weit verbreitet.

Das Vitamine.com Portal erklärt: Chemisch gesehen ist E627 das Natriumsalz der Guanylsäure - einer Substanz, die natürlich in Fleisch und Fisch, aber auch in Hefe und einigen Pflanzen vorkommt.

Worin versteckt sich E627?

Dinatriumguanylat findest du vor allem in:

Das T-Online Gesundheitsportal erklärt: Geschmacksverstärker erkennst du an einer E-Nummer ab 600. Wenn du Geschmacksverstärkern aus dem Weg gehen willst, meide Produkte mit E-Nummern, die mit 6 beginnen.

Wie erkenne ich E627 auf dem Etikett?

Wenn Dinatriumguanylat deklariert wird, findest du es unter folgenden Bezeichnungen:

Oft wird E627 zusammen mit verwandten Stoffen eingesetzt:

Die Kombination E621 + E627 + E631 ist in der Lebensmittelindustrie Standard. Laut PETA können E627, E631 und E635 tierischen Ursprungs sein - eine Nachfrage beim Hersteller ist die einzige Möglichkeit, Gewissheit zu bekommen.

Ist E627 sicher?

Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat Dinatriumguanylat in einer wissenschaftlichen Stellungnahme von 2014 bewertet. Die Guanylate sind als Grundbausteine von DNA und RNA in der Natur weit verbreitet und gelten als unbedenklich.

Laut foodadditives.net haben Toxizitätsstudien keine signifikante Toxizität, Karzinogenität oder negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung gezeigt. Eine JECFA-Studie von 1993 fand keine Hinweise auf schädliche Wirkungen.

Wichtig für Menschen mit Gicht: Laut das-ist-drin.de ist der Ausgangsstoff Guanylsäure ein Abkömmling des Purins Guanin. Alle Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut. Bei Personen mit gestörtem Harnsäureabbau kann es zu einer Anreicherung kommen, die ab einer bestimmten Konzentration als Kristalle ausfällt und Gicht auslösen oder verschlimmern kann. Betroffene sollten häufigen Konsum vermeiden.

Pflanzliche Alternativen zu E627

Die gute Nachricht: Es gibt heute Alternativen zur tierischen Gewinnung.

Fermentativ hergestelltes Dinatriumguanylat

Moderne Biotechnologie ermöglicht die Herstellung von E627 durch bakterielle Fermentation von Zucker oder Tapiokastärke. Dabei nutzen Mikroorganismen pflanzliche Ausgangsstoffe - ganz ohne tierische Rohstoffe.

Laut The Vegan Catalog kann fermentativ hergestelltes E627 als vegan gelten, da weder tierische Rohstoffe noch tierische Produkte im Herstellungsprozess verwendet werden.

Natürliche Geschmacksverstärker

Wer E627 komplett meiden möchte, kann auf natürliche Umami-Quellen setzen:

Wie findest du tierfreie Produkte?

  1. V-Label oder Vegan-Blume: Diese Siegel garantieren, dass keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet wurden.

  2. Bio-Produkte: Bio-Hersteller verzichten meist auf synthetische Geschmacksverstärker. Laut Verbraucherzentrale Hamburg sind Geschmacksverstärker für Bio-Lebensmittel nicht zugelassen.

  3. Nachfragen: Bei Unsicherheit hilft nur die direkte Anfrage beim Hersteller nach der Herkunft von E627.

  4. Selbst kochen: Frisch zubereitete Mahlzeiten brauchen keine Geschmacksverstärker - natürliche Zutaten wie Pilze, Tomaten oder Sojasauce liefern Umami von selbst.

Weitere versteckte tierische Zusatzstoffe

E627 ist nicht der einzige versteckte tierische Zusatzstoff. Achte auch auf:

Informiere dich auch über vegane Suppeneinlagen, wenn du Fertigprodukte durch selbstgemachte Alternativen ersetzen möchtest.

Fazit: Geschmacksverstärker kritisch prüfen

E627 (Dinatriumguanylat) ist ein versteckter Zusatzstoff, der deine vermeintlich pflanzlichen Chips oder Instantnudeln zum tierischen Produkt machen kann. Die fehlende Herkunftskennzeichnung macht es unmöglich, die Quelle zu erkennen.

Deine sichersten Optionen sind V-Label-zertifizierte Produkte, Bio-Snacks (die per Definition keine Geschmacksverstärker enthalten dürfen) oder das Selbermachen mit natürlichen Umami-Quellen. So genießt du deinen Snack ohne versteckte Fischextrakte.