E441 Gelatine: Der versteckte tierische Zusatzstoff in Gummibärchen und Co.

19.1.2026

Du greifst im Supermarkt zu einem fruchtigen Joghurt oder gönnst dir ein paar Gummibärchen – und merkst nicht, dass darin Tierknochen und Schweineschwarten stecken. Klingt unappetitlich? Genau das ist die Realität bei Produkten mit E441, besser bekannt als Gelatine.

Was ist E441 (Gelatine)?

Gelatine ist ein natürliches Protein, das durch Hydrolyse von Kollagen gewonnen wird. Dieses Kollagen stammt aus der Haut, den Knochen und dem Bindegewebe von Tieren – hauptsächlich Schweinen und Rindern. Laut der EU-Verordnung (EG) 853/2004 wird Gelatine definiert als "natürliches, lösliches Protein, gelierend oder nicht gelierend, das durch partielle Hydrolyse von Kollagen aus Knochen, Häuten, Fellen, Sehnen und Bändern von Tieren gewonnen wird".

In Europa wird der Großteil der Gelatine aus Schweineschwarten hergestellt. Bei der Herstellung werden die Rohstoffe mit Säure oder Lauge verarbeitet und anschließend ausgekocht, um das Kollagen zu lösen.

Worin versteckt sich E441?

Das Tückische an Gelatine: Sie taucht in überraschend vielen Produkten auf, die auf den ersten Blick pflanzlich wirken.

Süßigkeiten und Desserts

Die meisten Gummibärchen sind nicht einmal vegetarisch – in diesen beliebten Süßigkeiten steckt fast immer Gelatine. Das betrifft auch:

Milchprodukte

Auch in der Molkereiabteilung lauert Gelatine. Joghurt, Frischkäse und Quark können den tierischen Zusatzstoff enthalten, um eine cremigere Konsistenz zu erzielen.

Getränke – oft ohne Kennzeichnung!

Besonders heimtückisch: Bei Wein und manchen Bieren wird Gelatine zur Klärung verwendet. Da sie nicht im Endprodukt verbleibt, sondern nur als Hilfsstoff dient, muss sie nicht auf der Zutatenliste erscheinen. Das macht es für Veganer*innen besonders schwierig, solche Produkte zu erkennen.

Weitere Produkte

Gelatine findet sich auch in:

So erkennst du E441 auf dem Etikett

Achte auf der Zutatenliste auf:

Bei Getränken ist es schwieriger: Suche nach der Kennzeichnung "vegan" oder dem V-Label, um sicherzugehen. Auch eine Produktanfrage beim Hersteller kann Klarheit schaffen.

Pflanzliche Alternativen

Die gute Nachricht: Es gibt hervorragende pflanzliche Geliermittel, die Gelatine in fast allen Rezepten ersetzen können.

Agar-Agar

Agar-Agar wird aus Meeresalgen gewonnen und hat eine besonders hohe Gelierkraft. Als Faustregel gilt: 1 TL (4 g) Agar-Agar ersetzt 6 Blatt Gelatine für 500 g Creme. Das Pulver muss 1-2 Minuten in Flüssigkeit aufgekocht werden.

Pektin

Pektin wird aus Zitrusfrüchten und Äpfeln gewonnen und ist ideal für Marmeladen und Fruchtgelees. Für ein Kilogramm Früchte werden etwa 5-10 g benötigt.

Weitere Alternativen

Vegane Produkte erkennen

Immer mehr Hersteller setzen auf pflanzliche Alternativen. Katjes beispielsweise produziert den Großteil seiner Fruchtgummis bereits vegan. Achte auf das V-Label oder die Kennzeichnung "vegan".

Fazit

E441 ist einer der häufigsten versteckten tierischen Zusatzstoffe in Lebensmitteln. Von Gummibärchen über Joghurt bis hin zu Wein – Gelatine taucht überall auf, wo eine gelierende oder klärende Wirkung gewünscht ist. Mit dem Wissen aus diesem Artikel kannst du Gelatine auf Etiketten erkennen und auf die vielen pflanzlichen Alternativen ausweichen, die mittlerweile verfügbar sind.

Tipp: Wenn du gerne backst oder kochst, experimentiere mit Agar-Agar – es funktioniert in den meisten Rezepten genauso gut wie Gelatine und ist dabei komplett pflanzlich.


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