E631 Dinatriuminosinat: Der versteckte tierische Geschmacksverstärker
Du kaufst eine Packung Chips oder Instantnudeln - und ahnst nicht, dass darin Fischextrakt stecken könnte? Der Geschmacksverstärker E631 (Dinatriuminosinat) wird oft aus tierischen Quellen gewonnen und versteckt sich in vielen Fertigprodukten.
Was ist Dinatriuminosinat (E631)?
Dinatriuminosinat ist das Dinatriumsalz der Inosinsäure mit der chemischen Formel C10H11N4Na2O8P. Es gehört zur Gruppe der Geschmacksverstärker und wird unter der E-Nummer 631 geführt.
Laut EAT SMARTER verstärkt E631 den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln und erzeugt das sogenannte Umami - den fünften Geschmackssinn. In der Industrie wird es meist zusammen mit Mononatriumglutamat (E621) eingesetzt, da die Kombination bis zu 20-mal stärker wirkt als die einzelnen Stoffe allein.
Das Problem: Tierische Herkunft
Traditionell wird Dinatriuminosinat aus tierischen Quellen gewonnen. Das KATALYSE Institut bestätigt: Inosinate werden in der Regel durch Fleisch oder Fisch (besonders Sardinen) gewonnen.
Die Wikipedia erklärt: In der Natur kommt Dinatriuminosinat in großen Mengen im Muskelgewebe von Tieren vor, besonders in Schwein, Huhn und Fisch. Es ist verantwortlich für den charakteristischen Umami-Geschmack von Fleisch.
Laut vegpool.de wird E631 häufig aus Schlachtnebenprodukten gewonnen, kann aber auch vegan hergestellt werden - nur weiß man als Verbraucher nicht, welche Variante im Produkt steckt.
Worin versteckt sich E631?
Dinatriuminosinat findet sich vor allem in:
- Kartoffelchips und Snacks - für intensiveren Geschmack
- Instantnudeln - besonders in Würzmischungen
- Fertigsuppen und Saucen - als Geschmacksverstärker
- Würzmittel und Brühwürfel - oft in Kombination mit Glutamat
- Tiefkühlgerichte - für volleres Aroma
- Fleisch- und Wurstwaren - zur Geschmacksintensivierung
Das T-Online Gesundheitsportal erklärt: Geschmacksverstärker erkennst du an einer E-Nummer ab 600. Wenn du Geschmacksverstärkern aus dem Weg gehen willst, meide Produkte mit E-Nummern, die mit 6 beginnen.
Wie erkenne ich E631 auf dem Etikett?
Wenn Dinatriuminosinat deklariert wird, findest du es unter folgenden Bezeichnungen:
- E631 oder E 631
- Dinatriuminosinat
- Natriuminosinat
- Disodium inosinate (englisch)
- Inosinsäure-Natriumsalz
Oft wird E631 zusammen mit verwandten Stoffen eingesetzt:
- E627 - Dinatriumguanylat (ebenfalls oft tierisch)
- E635 - Dinatrium-5'-ribonukleotide (Mischung aus E627 und E631)
Laut PETA können E627, E631 und E635 tierischen Ursprungs sein - eine Nachfrage beim Hersteller ist die einzige Möglichkeit, Gewissheit zu bekommen.
Ist E631 sicher?
Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat Dinatriuminosinat als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Laut foodadditives.net haben Toxizitätsstudien an verschiedenen Tierarten und Menschen keine signifikante Toxizität, Karzinogenität oder negative Auswirkungen auf die Fortpflanzung gezeigt.
Wichtig für Menschen mit Gicht: Laut Vitamine.com ist Dinatriuminosinat ein 5'-Monophosphat-Abkömmling des Hypoxanthins, einem Purin. Alle Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut. Bei Personen mit gestörtem Harnsäureabbau kann es zu einer Anreicherung kommen, die Gicht auslösen oder verschlimmern kann.
Pflanzliche Alternativen zu E631
Die gute Nachricht: Es gibt heute Alternativen zur tierischen Gewinnung.
Fermentativ hergestelltes Dinatriuminosinat
Moderne Biotechnologie ermöglicht die Herstellung von E631 durch bakterielle Fermentation von Zucker. Dabei nutzen Bakterien wie Corynebacterium Zucker als Ausgangsstoff - ganz ohne tierische Rohstoffe.
Die Vegetarian Resource Group berichtet, dass alle drei führenden Hersteller (darunter Ajinomoto) mittlerweile auf vegetarische Fermentationsverfahren setzen.
Natürliche Geschmacksverstärker
Wer E631 komplett meiden möchte, kann auf natürliche Umami-Quellen setzen:
- Hefeextrakt - natürlicher Glutamatgehalt
- Sojasauce - fermentierter Umami-Geschmack
- Tomatenmark - reich an natürlichem Glutamat
- Miso - fermentierte Sojabohnenpaste
- Pilze - besonders getrocknete Shiitake
Wie findest du tierfreie Produkte?
V-Label oder Vegan-Blume: Diese Siegel garantieren, dass keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet wurden.
Bio-Produkte: Viele Bio-Hersteller verzichten auf synthetische Geschmacksverstärker zugunsten von natürlichen Alternativen.
Nachfragen: Bei Unsicherheit hilft nur die direkte Anfrage beim Hersteller nach der Herkunft von E631.
Selbst kochen: Frisch zubereitete Mahlzeiten brauchen keine Geschmacksverstärker - natürliche Zutaten wie Pilze, Tomaten oder Sojasauce liefern Umami von selbst.
Weitere versteckte tierische Zusatzstoffe
E631 ist nicht der einzige versteckte tierische Zusatzstoff. Achte auch auf:
- E120 Karmin - roter Farbstoff aus Schildläusen
- E904 Schellack - Überzug aus Lackschildlaus-Sekret
- E901 Bienenwachs - Überzug aus Bienenwaben
- E441 Gelatine - aus Tierknochen und -haut
- E920 L-Cystein - aus Schweineborsten oder Federn
Informiere dich auch über vegane Suppeneinlagen, wenn du Fertigprodukte durch selbstgemachte Alternativen ersetzen möchtest.
Fazit: Geschmacksverstärker kritisch prüfen
E631 (Dinatriuminosinat) ist ein versteckter Zusatzstoff, der deine vermeintlich pflanzlichen Chips oder Instantnudeln zum tierischen Produkt machen kann. Die fehlende Herkunftskennzeichnung macht es schwer, die Quelle zu erkennen.
Deine sichersten Optionen sind V-Label-zertifizierte Produkte, Bio-Snacks ohne synthetische Geschmacksverstärker oder das Selbermachen mit natürlichen Umami-Quellen. So genießt du deinen Snack ohne versteckte Fischextrakte oder Schlachtnebenprodukte.