E542 Knochenphosphat: Der versteckte tierische Zusatzstoff in Pulverprodukten
Du streust Puderzucker auf deinen Kuchen oder verwendest Backpulver - und ahnst nicht, dass darin gemahlene Tierknochen stecken könnten? Der Zusatzstoff E542 (Knochenphosphat) wird aus Rinder- und Schweineknochen hergestellt und versteckt sich in überraschend vielen Alltagsprodukten.
Was ist Knochenphosphat (E542)?
Knochenphosphat ist ein Lebensmittelzusatzstoff aus der Gruppe der Phosphate, der aus Tierknochen gewonnen wird. Laut vegananaliz.com wird essbares Knochenphosphat durch Kochen, Trocknen und Mahlen von Schweine- oder Rinderknochen zu feinem Pulver verarbeitet.
Der Zusatzstoff dient hauptsächlich als:
- Trennmittel (Antibackmittel) - verhindert das Verklumpen von Pulvern
- Emulgator - verbindet Stoffe, die sich normalerweise nicht mischen
- Säureregulator - stabilisiert den pH-Wert
Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat Phosphate als Lebensmittelzusatzstoffe bewertet und Knochenphosphat in der EU unter der E-Nummer 542 zugelassen.
Das Problem: 100% tierischen Ursprungs
Anders als manche Zusatzstoffe, die sowohl pflanzlich als auch tierisch hergestellt werden können, ist E542 immer tierisch. Laut This Is Vegan gehört E542 zu den Zusatzstoffen, die ausschließlich aus Tierknochen gewonnen werden.
Zucker&Jagdwurst erklärt: Knochenphosphat (E542) wird aus Tierknochen gewonnen und ist weder vegetarisch noch vegan. Es gibt keinen pflanzlichen Herstellungsweg für diesen Zusatzstoff.
Die Anti Additive Clean Label Organization listet E542 als einen der sieben häufigsten nicht-veganen Lebensmittelzusatzstoffe auf.
Worin versteckt sich E542?
Knochenphosphat findet sich vor allem in pulverförmigen Produkten. Laut Open Food Facts wird E542 verwendet in:
- Puderzucker und Staubzucker - als Rieselhilfe
- Backpulver - als Trennmittel
- Gewürzmischungen - verhindert Verklumpen
- Milchpulver - für bessere Fließeigenschaften
- Instant-Suppen und Soßen - als Antibackmittel
- Backmischungen - in Kuchenmixen und Pfannkuchenpulver
- Nahrungsergänzungsmittel - als Phosphorquelle
- Zahncreme - als Putzkörper
Das Food-Info-Portal der Universität Bristol bestätigt: Synthetisches Tricalciumphosphat wird Salz, Zucker, Backpulver und anderen körnigen Lebensmitteln zugesetzt, um eine rieselfähige Beschaffenheit zu geben.
Wie erkenne ich E542 auf dem Etikett?
Wenn Knochenphosphat deklariert wird, findest du es unter folgenden Bezeichnungen:
- E542 oder E 542
- Knochenphosphat
- Essbares Knochenphosphat
- Bone phosphate (englisch)
- Edible bone phosphite (englisch)
- Phosphates osseux (französisch)
Laut Legendary Vegan haben tierische Zutaten oft eine chemische Bezeichnung, die Laien nicht erkennen. Umso wichtiger ist es, die Inhaltsstoffe genau zu überprüfen.
Ist E542 sicher?
Die EFSA hat 2019 eine umfassende Neubewertung von Phosphaten als Lebensmittelzusatzstoffe durchgeführt. Bei Verwendung innerhalb der zugelassenen Mengen gelten sie als sicher.
Laut dem Healthy Food Portal liegt die empfohlene Tagesdosis bei 65-70 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Bei übermäßigem Konsum können folgende Bedenken bestehen:
- Calciumverlust: E542 kann mit Calcium reagieren und dessen Aufnahme im Körper verringern
- Nierenbelastung: Hohe Phosphataufnahme kann die Nieren belasten
- Knochenstoffwechsel: Bei dauerhaft hoher Zufuhr mögliche negative Auswirkungen
Für die meisten Menschen stellt gelegentlicher Verzehr kein Gesundheitsrisiko dar - die ethische Frage bleibt aber bestehen.
Vegane Alternativen zu E542
Die gute Nachricht: Es gibt pflanzliche Trennmittel, die dieselbe Funktion erfüllen.
Pflanzliche Antibackmittel
Laut foodadditives.net und GJ Phosphate gibt es mineralisch gewonnene Alternativen:
- E341 Calciumphosphat - aus mineralischen Quellen wie Kalkstein hergestellt, meist vegan
- E170 Calciumcarbonat - mineralischer Ursprung, vegan
- E333 Calciumcitrat - synthetisch hergestellt, vegan
- E551 Siliciumdioxid - mineralisches Trennmittel, vegan
- E470 Fettsäuren - achte auf pflanzliche Herkunft
Wie findest du tierfreie Produkte?
V-Label oder Vegan-Blume: Diese Siegel garantieren, dass keine tierischen Inhaltsstoffe verwendet wurden - auch keine versteckten Trennmittel.
Bio-Produkte: Viele Bio-Hersteller verzichten auf E542 und setzen auf pflanzliche Alternativen wie Maisstärke oder Siliciumdioxid.
Zutatenliste prüfen: Meide Produkte mit E542 oder Knochenphosphat. Achte bei E341 (Calciumphosphat) auf den Hinweis "pflanzlich" oder "mineralisch".
Selbst herstellen: Puderzucker kannst du einfach im Mixer aus normalem Zucker herstellen - ganz ohne Trennmittel.
Backpulver ohne tierische Zusätze
Die meisten handelsüblichen Backpulver verwenden E341 (Calciumphosphat) aus mineralischen Quellen statt E542. Achte auf das V-Label oder Bio-Zertifizierung für Sicherheit.
Weitere versteckte tierische Zusatzstoffe
E542 ist nicht der einzige versteckte tierische Zusatzstoff. Achte auch auf:
- E120 Karmin - roter Farbstoff aus Schildläusen
- E904 Schellack - Überzug aus Lackschildlaus-Sekret
- E901 Bienenwachs - Überzug aus Bienenwaben
- E441 Gelatine - aus Tierknochen und -haut
- E920 L-Cystein - aus Schweineborsten oder Federn
- E631 Dinatriuminosinat - Geschmacksverstärker oft aus Fisch
- E627 Dinatriumguanylat - Geschmacksverstärker oft tierisch
Eine vollständige Übersicht findest du bei PETA in der Liste nicht-veganer E-Nummern.
Fazit: Pulverprodukte kritisch prüfen
E542 (Knochenphosphat) ist ein versteckter Zusatzstoff, der deinen vermeintlich pflanzlichen Puderzucker oder deine Gewürzmischung zum tierischen Produkt machen kann. Da er ausschließlich aus Tierknochen gewonnen wird, gibt es keinen "veganen E542".
Deine sichersten Optionen sind V-Label-zertifizierte Produkte, Bio-Backzutaten oder das Selbermachen. Mit etwas Aufmerksamkeit bei der Zutatenliste vermeidest du gemahlene Tierknochen in deiner Küche - und backst trotzdem fluffige Kuchen mit dem richtigen pflanzlichen Backpulver.