Vegane Küche: Airfryer oder Backofen?
Die Heißluftfritteuse hat in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten. Doch lohnt sich die Anschaffung wirklich? Und wann ist der klassische Backofen die bessere Wahl? Wir haben Stromverbrauch, Garzeit und Ergebnisse verglichen – mit konkreten Zahlen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Der große Vergleich: Zahlen und Fakten
| Kriterium | Airfryer | Backofen |
|---|---|---|
| Leistung | 1.000–1.800 Watt | 2.000–5.000 Watt |
| Vorheizzeit | 0–3 Minuten | 10–15 Minuten |
| Garzeit Pommes | 15–20 Min. | 25–35 Min. |
| Stromverbrauch Pommes | ~0,28 kWh | ~0,66 kWh (mit Vorheizen) |
| Kosten pro Portion | ~9 Cent | ~22 Cent |
| Fassungsvermögen | 3–8 Liter | 50–70 Liter |
| Fettbedarf | 0–2 EL | 2–4 EL |
Quelle: Stromrechner.com, Immowelt
Stromverbrauch im Detail
Der Airfryer verbraucht bei den meisten Gerichten 40 bis 70 Prozent weniger Strom als der Backofen. Der Grund: kürzere Garzeiten und kein langes Vorheizen.
Beispielrechnung: Pommes für 2 Personen
| Gerät | Verbrauch | Kosten (bei 32 ct/kWh) |
|---|---|---|
| Airfryer | 0,28 kWh | 9 Cent |
| Backofen (vorgeheizt) | 0,66 kWh | 21 Cent |
| Backofen (kalt gestartet) | 0,50 kWh | 16 Cent |
Jährliches Einsparpotenzial: Wer dreimal pro Woche den Airfryer statt des Backofens nutzt, spart laut EnBW etwa 12–15 Euro Stromkosten pro Jahr.
Wann der Backofen effizienter ist
Bei größeren Mengen wendet sich das Blatt: Muss der Airfryer mehrfach befüllt werden, steigt der Gesamtverbrauch. Ab etwa 4 Portionen ist der Backofen oft die sparsamere Wahl.
Knusprigkeit und Geschmack
Die Heißluftfritteuse erzielt knusprigere Ergebnisse bei:
- Pommes und Kartoffelspalten
- Paniertem Gemüse
- Tofu und Tempeh
- Frühlingsrollen und Samosas
Der Backofen punktet bei:
- Aufläufen und Gratins
- Brot und Gebäck
- Großen Braten (z.B. Veganer Braten)
- Pizza mit knusprigem Boden
Warum? Der Airfryer arbeitet mit intensiver, zirkulierender Heißluft in einem kleinen Garraum. Das trocknet die Oberfläche schneller aus und sorgt für mehr Crunch. Der Nachteil: Speisen können auch zu trocken werden.
Gesundheit: Fett, Acrylamid und Nährstoffe
Fettgehalt
Im Airfryer benötigst du bis zu 80 Prozent weniger Fett als beim klassischen Frittieren. Während eine Fritteuse mehrere Liter Öl braucht, reichen im Airfryer 1–2 Esslöffel – oder gar kein Öl.
Acrylamid-Bildung
Hier wird es kompliziert: Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse.
| Studie | Ergebnis |
|---|---|
| Spanische Studie (2015) | 90% weniger Acrylamid vs. Fritteuse |
| EFSA-Analyse | 30–40% mehr Acrylamid vs. Fettfritteuse |
| Stiftung Warentest | Stark modellabhängig |
Empfehlung: Unabhängig vom Gerät gilt: Maximal 170–180°C, lieber goldbraun als dunkelbraun, und stärkehaltige Lebensmittel nicht zu lange garen. Mehr dazu in unseren Veganen Airfryer Rezepten.
Nährstofferhalt
Bei kurzen Garzeiten bleiben mehr Vitamine erhalten. Der Airfryer liegt hier leicht vorn, aber der Unterschied ist gering. Für maximalen Nährstofferhalt sind Dämpfen oder Dünsten weiterhin die besten Methoden.
Vorteile und Nachteile im Überblick
Airfryer
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schneller (kein Vorheizen) | Kleines Fassungsvermögen |
| Weniger Stromverbrauch | Nur für kleine Portionen ideal |
| Knusprigere Ergebnisse | Speisen können austrocknen |
| Weniger Fett nötig | Zusätzliches Gerät = Platzbedarf |
| Einfache Reinigung | Nicht für alle Gerichte geeignet |
Backofen
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Großes Volumen | Langes Vorheizen nötig |
| Vielseitig (Backen, Grillen, Garen) | Höherer Stromverbrauch |
| Ideal für Familien | Reinigung aufwendiger |
| Keine Zusatzanschaffung | Längere Garzeiten |
| Gleichmäßige Hitzeverteilung | Weniger knusprige Ergebnisse |
Für wen lohnt sich was?
Der Airfryer ist ideal für:
- 1–2 Personen-Haushalte mit wenig Platz
- Berufstätige, die schnell kochen wollen
- Fans von Knusprigem: Pommes, Falafel, paniertes Gemüse
- Energiebewusste, die Strom sparen wollen
Der Backofen bleibt unverzichtbar für:
- Familien mit größeren Portionen
- Hobbybäcker: Brot, Kuchen, Vegane Torten
- Meal-Prepper, die mehrere Bleche gleichzeitig nutzen
- Aufläufe und Gratins: Vegane Lasagne, Kartoffelgratin
Unsere Empfehlung
Beides! Der Airfryer ersetzt den Backofen nicht – er ergänzt ihn. Für schnelle, knusprige Snacks und kleine Portionen ist der Airfryer unschlagbar. Für Großes, Gebackenes und Familienessen bleibt der Backofen erste Wahl.
Wer nur wenig Platz hat oder alleine lebt, kann mit einem guten Airfryer allerdings erstaunlich viel abdecken – und dabei Strom und Zeit sparen.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann der Airfryer den Backofen ersetzen?
Nur bedingt. Für kleine Portionen und schnelle Gerichte ja. Für Backen, große Mengen und Aufläufe brauchst du weiterhin den Backofen.
Ist der Airfryer gesünder als der Backofen?
Der Airfryer benötigt weniger Fett, was Kalorien spart. Bei der Acrylamid-Bildung kommt es mehr auf die Temperatur als auf das Gerät an. Beide sind gesünder als die klassische Fettfritteuse.
Was kann man nicht im Airfryer machen?
Suppen, flüssige Teige, große Braten und alles, was viel Platz braucht. Auch Brot backen gelingt im Backofen besser.
Wie viel spart man mit dem Airfryer wirklich?
Bei regelmäßiger Nutzung etwa 12–15 Euro Stromkosten pro Jahr. Die Anschaffungskosten (50–200 Euro) amortisieren sich je nach Nutzung in 3–10 Jahren.
Welche Airfryer-Größe für vegane Küche?
Für 1–2 Personen reichen 3–4 Liter. Für Paare oder kleine Familien empfehlen wir 5–6 Liter. Größere Modelle (7–8 Liter) lohnen sich nur, wenn du oft für Gäste kochst.