Vegane Küche: Airfryer oder Backofen?

27.1.2026

Die Heißluftfritteuse hat in den letzten Jahren einen regelrechten Siegeszug angetreten. Doch lohnt sich die Anschaffung wirklich? Und wann ist der klassische Backofen die bessere Wahl? Wir haben Stromverbrauch, Garzeit und Ergebnisse verglichen – mit konkreten Zahlen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Der große Vergleich: Zahlen und Fakten

Kriterium Airfryer Backofen
Leistung 1.000–1.800 Watt 2.000–5.000 Watt
Vorheizzeit 0–3 Minuten 10–15 Minuten
Garzeit Pommes 15–20 Min. 25–35 Min.
Stromverbrauch Pommes ~0,28 kWh ~0,66 kWh (mit Vorheizen)
Kosten pro Portion ~9 Cent ~22 Cent
Fassungsvermögen 3–8 Liter 50–70 Liter
Fettbedarf 0–2 EL 2–4 EL

Quelle: Stromrechner.com, Immowelt

Stromverbrauch im Detail

Der Airfryer verbraucht bei den meisten Gerichten 40 bis 70 Prozent weniger Strom als der Backofen. Der Grund: kürzere Garzeiten und kein langes Vorheizen.

Beispielrechnung: Pommes für 2 Personen

Gerät Verbrauch Kosten (bei 32 ct/kWh)
Airfryer 0,28 kWh 9 Cent
Backofen (vorgeheizt) 0,66 kWh 21 Cent
Backofen (kalt gestartet) 0,50 kWh 16 Cent

Jährliches Einsparpotenzial: Wer dreimal pro Woche den Airfryer statt des Backofens nutzt, spart laut EnBW etwa 12–15 Euro Stromkosten pro Jahr.

Wann der Backofen effizienter ist

Bei größeren Mengen wendet sich das Blatt: Muss der Airfryer mehrfach befüllt werden, steigt der Gesamtverbrauch. Ab etwa 4 Portionen ist der Backofen oft die sparsamere Wahl.

Knusprigkeit und Geschmack

Die Heißluftfritteuse erzielt knusprigere Ergebnisse bei:

Der Backofen punktet bei:

Warum? Der Airfryer arbeitet mit intensiver, zirkulierender Heißluft in einem kleinen Garraum. Das trocknet die Oberfläche schneller aus und sorgt für mehr Crunch. Der Nachteil: Speisen können auch zu trocken werden.

Gesundheit: Fett, Acrylamid und Nährstoffe

Fettgehalt

Im Airfryer benötigst du bis zu 80 Prozent weniger Fett als beim klassischen Frittieren. Während eine Fritteuse mehrere Liter Öl braucht, reichen im Airfryer 1–2 Esslöffel – oder gar kein Öl.

Acrylamid-Bildung

Hier wird es kompliziert: Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse.

Studie Ergebnis
Spanische Studie (2015) 90% weniger Acrylamid vs. Fritteuse
EFSA-Analyse 30–40% mehr Acrylamid vs. Fettfritteuse
Stiftung Warentest Stark modellabhängig

Empfehlung: Unabhängig vom Gerät gilt: Maximal 170–180°C, lieber goldbraun als dunkelbraun, und stärkehaltige Lebensmittel nicht zu lange garen. Mehr dazu in unseren Veganen Airfryer Rezepten.

Nährstofferhalt

Bei kurzen Garzeiten bleiben mehr Vitamine erhalten. Der Airfryer liegt hier leicht vorn, aber der Unterschied ist gering. Für maximalen Nährstofferhalt sind Dämpfen oder Dünsten weiterhin die besten Methoden.

Vorteile und Nachteile im Überblick

Airfryer

Vorteile Nachteile
Schneller (kein Vorheizen) Kleines Fassungsvermögen
Weniger Stromverbrauch Nur für kleine Portionen ideal
Knusprigere Ergebnisse Speisen können austrocknen
Weniger Fett nötig Zusätzliches Gerät = Platzbedarf
Einfache Reinigung Nicht für alle Gerichte geeignet

Backofen

Vorteile Nachteile
Großes Volumen Langes Vorheizen nötig
Vielseitig (Backen, Grillen, Garen) Höherer Stromverbrauch
Ideal für Familien Reinigung aufwendiger
Keine Zusatzanschaffung Längere Garzeiten
Gleichmäßige Hitzeverteilung Weniger knusprige Ergebnisse

Für wen lohnt sich was?

Der Airfryer ist ideal für:

Der Backofen bleibt unverzichtbar für:

Unsere Empfehlung

Beides! Der Airfryer ersetzt den Backofen nicht – er ergänzt ihn. Für schnelle, knusprige Snacks und kleine Portionen ist der Airfryer unschlagbar. Für Großes, Gebackenes und Familienessen bleibt der Backofen erste Wahl.

Wer nur wenig Platz hat oder alleine lebt, kann mit einem guten Airfryer allerdings erstaunlich viel abdecken – und dabei Strom und Zeit sparen.

Häufige Fragen (FAQ)

Kann der Airfryer den Backofen ersetzen?

Nur bedingt. Für kleine Portionen und schnelle Gerichte ja. Für Backen, große Mengen und Aufläufe brauchst du weiterhin den Backofen.

Ist der Airfryer gesünder als der Backofen?

Der Airfryer benötigt weniger Fett, was Kalorien spart. Bei der Acrylamid-Bildung kommt es mehr auf die Temperatur als auf das Gerät an. Beide sind gesünder als die klassische Fettfritteuse.

Was kann man nicht im Airfryer machen?

Suppen, flüssige Teige, große Braten und alles, was viel Platz braucht. Auch Brot backen gelingt im Backofen besser.

Wie viel spart man mit dem Airfryer wirklich?

Bei regelmäßiger Nutzung etwa 12–15 Euro Stromkosten pro Jahr. Die Anschaffungskosten (50–200 Euro) amortisieren sich je nach Nutzung in 3–10 Jahren.

Welche Airfryer-Größe für vegane Küche?

Für 1–2 Personen reichen 3–4 Liter. Für Paare oder kleine Familien empfehlen wir 5–6 Liter. Größere Modelle (7–8 Liter) lohnen sich nur, wenn du oft für Gäste kochst.


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