Veganer Outdoor-Spaß ohne Plastik

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Picknick im Park, Wanderung im Wienerwald, Grillabend auf der Terrasse - der Sommer ruft nach draussen. Und genau hier entsteht ein grosser Teil des alltäglichen Plastikmülls: Einwegbecher, Plastikbesteck, Alufolien, Plastikdosen. Laut Energieleben.at auf Basis von EU-Statistiken produziert Österreich pro Kopf 42 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr - das sind 24 Prozent mehr als der europäische Durchschnitt. Ein plastikfreier Ausflug ist daher nicht nur schöner, sondern auch sinnvoll.

Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Vorbereitung brauchst du draussen gar kein Einwegplastik. Dieser Guide zeigt dir, was du brauchst - von Besteck und Behältern über Getränke bis zu Sonnenschutz.

Was gehört in das plastikfreie Outdoor-Kit?

Das Grundprinzip ist einfach: Einmal kaufen, jahrelang nutzen. Diese Gegenstände decken die meisten Ausflüge ab:

Besteck aus Bambus oder Edelstahl Wiederverwendbares Bambus-Besteck ist leicht und platzsparend. Ein klassisches Set mit Messer, Gabel, Löffel und Trinkhalm passt in jede Tasche. Wer etwas robusteres bevorzugt, greift zu Edelstahl-Bestecksets, die auch in der Spülmaschine problemlos gereinigt werden können.

Teller und Schüsseln aus Bambus-Faser oder Edelstahl Teller aus Bambus-Faser sind leichter als Keramik und deutlich nachhaltiger als Einwegplastik. Edelstahlschüsseln eignen sich auch als Salatschüsseln oder für Snacks.

Stoffservietten statt Papierservietten Ein kleines Päckchen Stoffservietten aus Baumwolle macht optisch viel mehr her als Papier - und erzeugt keinen Müll.

Schneidbrett und Messer Ein kleines Bambus-Schneidbrett mit einem guten Messer macht jede Picknick-Vorbereitung vor Ort möglich.

Picknickdecke und Korb oder Rucksack Eine leichte, waschbare Picknickdecke ist Standard. Als Transportbehälter eignen sich ein Weidenkorb oder ein gut isolierter Rucksack.

Ausrüstung Material Lebensdauer
Besteck Bambus oder Edelstahl 5-15+ Jahre
Teller Bambus-Faser oder Edelstahl 5-10+ Jahre
Behälter Glas (Einmachgläser) oder Edelstahl Jahrzehnte
Trinkflasche Glas oder Edelstahl 5-10+ Jahre
Servietten Bio-Baumwolle Viele Jahre

Welche Behälter eignen sich am besten für Essen unterwegs?

Einmachgläser mit Schraubdeckel Einmachgläser sind günstig, vielseitig und funktionieren als Schüssel, Salatbehälter und Transportglas in einem. Für Salate: Das Dressing in ein separates kleines Glas füllen und erst beim Picknick über den Salat geben - so bleibt alles frisch.

Edelstahl-Lunchboxen Edelstahl-Lunchboxen sind bruchsicher und ideal für Reisen und Ausflüge. Viele Modelle sind mehrteilig oder haben integrierte Trennwände für verschiedene Speisen.

Vegane Wachstücher (Pflanzenwachs) Für belegte Brote und kleinere Snacks eignen sich Tücher auf Basis von Carnauba-Wachs oder Sojawachs - die vegane Alternative zu klassischen Bienenwachstüchern. Sie halten Lebensmittel frisch und lassen sich mit lauwarmem Wasser reinigen.

Tipps für den Transport:

Mehr Ideen findest du im Artikel Vegane Snacks fürs Picknick und im Veganen Picknick-Guide.

Was trinkst du unterwegs plastikfrei?

Glasflaschen und Edelstahlflaschen Saft, Wasser oder selbst gemachte Limonaden lassen sich problemlos in Glasflaschen oder Edelstahlflaschen mitnehmen. Edelstahl hält kalte Getränke kühl und heisse Tees warm.

Selbst gemachte Limonaden Eine frische Kräuterlimonade aus Ingwer, Zitrone und Minze, in eine Edelstahlflasche gefüllt, ist das perfekte Sommergetränk ohne Plastikflasche und ohne unnötigen Zucker.

Das österreichische Einwegpfand Seit 2025 gibt es in Österreich ein Pfandsystem für Einwegplastikflaschen und Dosen. Laut Culligan Austria (2025) wurde eine Rücklaufquote von rund 80 Prozent erreicht - ein Fortschritt für das Recycling. Die Menge an produziertem Einwegplastik ist aber nicht gesunken. Mehrwegflaschen bleiben die nachhaltigere Wahl.

Wie kaufst du für den Ausflug plastikfrei ein?

Der Einkauf ist oft der grösste Hebel. Hier funktioniert plastikfreier Einkauf am besten:

Der Artikel Plastikfrei einkaufen erklärt alle Tricks ausführlich. Für unterwegs gibt es auch die Vegane Lunchbox-Ideen mit vielen Rezeptideen.

Was mitnehmen:

Weitere Ideen: Vegane Snacks zum Wandern und Vegane Snacks zum Mitnehmen.

Wie schützt du dich im Freien ohne Plastikverpackungen?

Veganer Sonnenschutz Viele zertifiziert vegane Sonnencremes werden inzwischen in Metall- oder Glasdosen abgefüllt statt in Plastiktuben. Sie verwenden mineralische Filter wie Zinkoxid, die ohne synthetische Chemikalien auskommen. Laut Sustainable Jungle (2025) gelangen zwischen 4.000 und 6.000 Tonnen Sonnencremes jährlich in die Weltmeere - Chemikalien wie Oxybenzon belasten Korallenriffe und Meeresorganismen. Mineralbasierte Produkte in plastikfreier Verpackung sind daher nicht nur für dich, sondern auch fürs Ökosystem die bessere Wahl.

Achte beim Kauf auf:

Hinweis: Teste neue Sonnencremes vor dem ersten Gebrauch an einer kleinen Hautstelle. Bei empfindlicher Haut oder besonderen gesundheitlichen Anforderungen empfiehlt sich ärztlicher Rat zu Sonnenschutz.

Natürlicher Insektenschutz Ätherische Öle wie Zitronella, Lavendel oder Eukalyptusöl werden oft in Kombination mit einem pflanzlichen Trägeröl (z. B. Kokosöl oder Jojobaöl) als natürlicher Insekten-Abwehr eingesetzt. Diese Produkte sind in Glasfläschchen oder Metalldosen im Handel erhältlich.

Hinweis: Die Wirksamkeit ist individuell und situationsabhängig. Führe vor der ersten Anwendung einen Patch-Test durch. Bei Outdoor-Aktivitäten in Malaria- oder Zecken-Risikogebieten solltest du medizinisch zugelassene Mittel und ärztliche Beratung in Anspruch nehmen.

Erste Hilfe von der Wiese Frische Spitzwegerichblätter können bei leichten Insektenstichen helfen: Blätter in den Handflächen rollen, bis Saft austritt, und auf die betroffene Stelle auftragen. Das ist keine medizinische Behandlung, aber ein bewährter Naturkniff für kleine Stiche.

Warum lohnt sich plastikfreier Outdoor-Spaß?

Der Aufwand ist geringer als gedacht - und die Investition zahlt sich schnell aus. Ein gutes Picknick-Set kostet einmalig etwas, ersetzt aber hunderte Einwegprodukte über die Jahre.

Österreich produziert laut EU-Statistiken (zit. nach Energieleben.at) pro Kopf signifikant mehr Plastikmüll als der EU-Durchschnitt. Die ARA Bilanz 2024 zeigt: Österreicher haben 2024 über eine Million Tonnen Verpackungen getrennt gesammelt - der Wille zum Recycling ist da. Noch besser ist es, gar keinen Müll entstehen zu lassen.

Die EU-Einwegplastik-Richtlinie (SUP) hat seit Juli 2021 Plastikbesteck, Einwegtellerchen und Trinkhalme vom Markt genommen. Das ist ein guter Anfang - beim nächsten Picknick kannst du noch einen Schritt weiter gehen.

Passend dazu: Vegane Snacks fürs Picknick - was du vorbereiten kannst und Veganer Outdoor-Spaß beim Wandern für alle, die längere Touren planen.

Häufige Fragen

Was brauche ich für ein plastikfreies Picknick?
Für ein plastikfreies Picknick brauchst du wiederverwendbares Besteck aus Bambus oder Edelstahl, Behälter aus Glas oder Edelstahl statt Plastikdosen, Stoffservietten statt Papierservietten und eine Picknickdecke. Getränke füllst du in Glas- oder Edelstahlflaschen. So entsteht praktisch kein Wegwerfmüll.
Welche Behälter eignen sich für Essen unterwegs?
Einmachgläser mit Schraubdeckel sind ideal für Salate, Aufstriche und Dips. Edelstahl-Lunchboxen sind leichter und bruchsicher. Bienenwachstücher eignen sich für belegte Brote und Snacks. Alle drei Optionen sind wiederverwendbar, spülmaschinenfest und kommen ohne Plastik aus.
Wie kauft man plastikfrei ein für einen Ausflug?
Kaufe frische Lebensmittel auf dem Wochenmarkt oder im Unverpackt-Laden, wo du deine eigenen Behälter mitbringen kannst. Im Supermarkt wählst du Produkte in Glas oder Karton. Aufschnitt und Käse kannst du an der Frischetheke direkt in deine Dose legen lassen. Gebäck bekommst du beim Bäcker ohne Verpackung.
Was ist mit dem österreichischen Einwegpfandsystem?
Seit 2025 gilt in Österreich ein Pfandsystem für Einwegplastikflaschen und Dosen, das eine Rücklaufquote von rund 80 Prozent erreicht. Das ist ein Fortschritt, aber kein Ersatz für Mehrwegflaschen: Die Menge an Einweggebinden ist laut Berichten nicht gesunken. Wiederverwendbare Flaschen aus Glas oder Edelstahl sind die nachhaltigere Wahl.
Welche Sonnencreme ist plastikfrei und vegan?
Viele zertifiziert vegane und plastikfreie Sonnencremes werden in Metall- oder Glasdosen verkauft. Sie verwenden mineralische Filter wie Zinkoxid statt synthetischer Chemikalien. Achte auf das V-Label oder PETA-Siegel sowie auf FSC-zertifizierte Papierumverpackungen. Wähle eine ausreichend hohe Schutzfaktorklasse (LSF 30+) und teste neue Produkte auf Verträglichkeit.
Wie schütze ich mich plastikfrei vor Insekten?
Ätherische Öle wie Zitronella, Lavendel oder Teebaumöl in einem Basisöl (z. B. Kokosnussöl) können Insekten abschrecken. Diese Mischungen sind in Glasfläschchen oder Metalldosen erhältlich. Hinweis: Die Wirkung ist individuell verschieden. Führe vor der ersten Anwendung einen Patch-Test durch. Bei empfindlicher Haut oder besonderen Anforderungen empfiehlt sich ärztlicher Rat.
Lohnt sich der Aufwand für ein plastikfreies Picknick?
Ja, und der Aufwand ist geringer als gedacht. Wer einmal in ein gutes Picknick-Set investiert, braucht jahrelang keine Einwegprodukte mehr. Dazu kommt, dass Österreich mit 42 kg Plastikmüll pro Kopf und Jahr 24 Prozent über dem EU-Durchschnitt liegt - jeder Schritt zu Mehrweg macht einen messbaren Unterschied.
Gibt es vegane plastikfreie Alternativen zu Bienenwachstüchern?
Ja. Klassische Bienenwachstücher sind nicht vegan. Als vegane Alternative gibt es Tücher auf Basis von Carnauba-Wachs (Pflanzenwachs) oder von Sojawachs - achte auf die Produktbeschreibung. Auch wiederverwendbare Silikonbeutel oder Einmachgläser mit Deckel sind praktische vegane Alternativen.