Veganer Einkauf ohne Plastik: 7 praktische Tipps für 2026
Plastik ist überall – und das Problem wird größer. Laut dem Europäischen Parlament produziert jede Person in der EU durchschnittlich 36 Kilogramm Plastikverpackungsmüll pro Jahr. In Österreich liegt der Pro-Kopf-Verbrauch sogar bei 130 Kilogramm Kunststoff jährlich – Tendenz steigend.
Die gute Nachricht: Als vegan lebende Person hast du bereits einen kleineren ökologischen Fußabdruck. Mit ein paar cleveren Gewohnheiten kannst du deinen Plastikmüll noch weiter reduzieren. Hier sind 7 praktische Tipps, die wirklich funktionieren.
1. Das richtige Equipment vorbereiten
Plastikfreies Einkaufen beginnt zu Hause. Diese Dinge gehören in deine Einkaufstasche:
- Wiederverwendbare Stofftaschen – die robusten Textiltaschen von SPAR sind mehrfach verwendbar und bereits ab der sechsten Verwendung CO₂-sparend
- Obst- und Gemüsenetze aus Bio-Baumwolle – achte auf Netze mit Tara-Gewichtsangabe, damit das Eigengewicht an der Kasse abgezogen werden kann
- Schraubgläser und Jausenboxen – perfekt für Feinkost, Antipasti oder Trockenware
- Eine Trinkflasche aus Glas oder Edelstahl – Leitungswasser in Österreich hat Topqualität!
2. Im Unverpackt-Laden einkaufen
Österreich hat mittlerweile ein tolles Netzwerk an Zero Waste Shops. In Wien gibt es besonders viele Optionen, wie Zero Waste Austria zeigt:
Die besten Unverpackt-Läden in Wien:
- Der Greißler (8. und 4. Bezirk) – hier müssen Produkte mindestens drei Fair-Kriterien erfüllen: unverpackt, regional, biologisch oder fair
- Lieber Ohne (Otto-Bauer-Gasse 10, 1060 Wien) – seit 2017 ein Bio-Unverpackt-Laden mit eigener Küche
- Holis Market (7. Bezirk) – der erste verpackungsfreie Supermarkt seit Mai 2020
- Food Road (7. Bezirk) – asiatische Spezialitäten ohne Verpackung
Die komplette Zero Waste Map für Österreich zeigt dir alle Unverpackt-Läden in deiner Nähe – von Graz über Salzburg bis Linz.
Ist unverpackt teurer? Laut Unverpackt Austria sind viele Produkte gleich teuer oder sogar günstiger als im Supermarkt. Du kaufst genau die Menge, die du brauchst – keine Mogelpackungen!
3. Das neue Mehrweg-Pfandsystem nutzen
Seit Jänner 2025 gibt es in Österreich ein neues Einwegpfandsystem für Kunststoff-Getränkeflaschen und Metalldosen – 25 Cent Pfand pro Verpackung.
Noch besser: Mehrweg statt Einweg! Bei Marken wie Schärdinger und Ja! Natürlich bekommst du Milch und Joghurt in Mehrweggläsern:
- Bergbauern Milch Mehrwegflasche: 22 Cent Pfand
- Schärdinger Joghurt Mehrwegglas: 17 Cent Pfand
- Eine Mehrwegflasche ersetzt mindestens 15 Einwegflaschen
Zurück zum Ursprung bietet bei HOFER sogar Haferdrink im Mehrwegglas an – perfekt für den veganen Haushalt!
4. Im Supermarkt plastikfrei einkaufen
Auch in herkömmlichen Supermärkten gibt es immer mehr Möglichkeiten, Plastik zu vermeiden. Der Greenpeace Marktcheck kürt regelmäßig die nachhaltigsten Supermärkte – 2025 gewann Interspar.
Tipps für den Supermarkt:
- Feinkosttheke nutzen: Bei Denn's Bio-Supermärkten kannst du Käse-Alternativen und Antipasti in mitgebrachte Behälter füllen lassen
- Abfüllstationen: In 10 Interspar- und 5 Spar-Filialen gibt es Stationen für Nüsse, Nudeln und Müsli
- Brot in eigene Taschen: Gebäck aus der Back-Station direkt ins mitgebrachte Stoffsackerl
- Pfandgläser wählen: Joghurt-Alternativen wie Sojajoghurt gibt es zunehmend auch im Glas
5. Glas statt Plastik wählen
Wenn Unverpackt nicht möglich ist, greif zu Glas! Viele vegane Basics gibt es in Schraubgläsern:
- Aufstriche und Hummus
- Passierte Tomaten und Pesto
- Nussmus und Schoko-Creme
- Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Bohnen, Linsen)
- Agavensirup, Essig und Öle
- Eingelegtes Gemüse (Oliven, Gewürzgurken)
Tipp: Leere Schraubgläser nicht wegwerfen! Sie eignen sich perfekt für selbstgemachtes veganes Pesto, Chia-Beeren-Marmelade oder als Behälter für den nächsten Unverpackt-Einkauf.
6. Auf Papierverpackungen achten
Bei Trockenware wie Nudeln, Reis, Haferflocken und Mehl hast du oft die Wahl zwischen Plastik und Papier. Greif bewusst zur Papiervariante – auch wenn manchmal ein kleines Sichtfenster dabei ist.
Noch besser: Großpackungen kaufen! Weniger Verpackung pro Kilogramm, und du sparst auch Geld.
7. Selber machen statt fertig kaufen
Die plastikärmste Variante ist oft die selbstgemachte:
- Vegane Pflanzenmilch aus Hafer, Mandeln oder Soja
- Veganes Brot – frisch gebacken schmeckt sowieso am besten
- Vegane Aufstriche aus Hülsenfrüchten und Gemüse
- Vegane Energieriegel für unterwegs
Das Plastikproblem in Zahlen
Warum sich der Aufwand lohnt? Die Fakten sprechen für sich:
- Weltweit werden jährlich über 400 Millionen Tonnen Plastik produziert, davon landet fast ein Drittel in der Umwelt (Plastic Overshoot Day Report)
- In der EU werden nur 40,7% der Kunststoffverpackungen recycelt – der Rest wird verbrannt oder exportiert (Statista)
- Ohne Änderung wird die jährliche Plastikproduktion bis 2040 um 52% steigen (Pew Research)
Jede Plastiktüte weniger zählt – und als vegan lebende Person lebst du ohnehin schon nachhaltiger als der Durchschnitt!
Fazit: Kleine Schritte, große Wirkung
Plastikfrei einkaufen muss nicht perfekt sein. Schon mit ein paar Änderungen – wiederverwendbare Taschen, Mehrweggläser, ab und zu im Unverpackt-Laden vorbeischauen – machst du einen echten Unterschied. Die gute Nachricht: In Österreich wird es immer einfacher, nachhaltig einzukaufen.