Vegane Zuckeralternativen: Das große Süßungsmittel-Lexikon 2026

3.2.2026

Wenn du beim Backen oder Kochen auf raffinierten Zucker verzichten möchtest, stehen dir viele vegane Alternativen zur Verfügung. Doch nicht jedes Süßungsmittel ist automatisch gesünder – und manche Werbeversprechen halten wissenschaftlicher Prüfung nicht stand.

In diesem aktualisierten Guide stellen wir dir alle wichtigen pflanzlichen Süßungsmittel vor, basierend auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Warum veganer Zucker?

Klassischer weißer Haushaltszucker ist nicht immer vegan: In manchen Produktionsverfahren wird Tierkohle (aus Tierknochen) zur Entfärbung verwendet. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu zertifizierten veganen Produkten oder naturbelassenen Alternativen.

Tipp: Wenn du mehr über veganes Backen erfahren möchtest, lies unseren Guide zum veganen Backen ohne Ei.


Die besten veganen Süßungsmittel

Kokosblütenzucker

Geschmack: Leicht karamellartig, malzig
Glykämischer Index: 35–54 (je nach Studie)
Kalorien: Ca. 380 kcal pro 100g

Kokosblütenzucker wird aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen. Laut einer PMC-Studie enthält er zu 80% Saccharose sowie 3–7% Glucose und Fructose.

Vorteile:

Hinweis: Die Cleveland Clinic merkt an, dass der GI mit 54 nur geringfügig niedriger ist als bei normalem Zucker (60). Der enthaltene Inulin-Anteil liefert etwas Ballaststoffe.


Stevia

Geschmack: Intensiv süß mit leichter Lakritznote
Glykämischer Index: 0
Kalorien: Nahezu 0

Stevia wird aus der südamerikanischen Steviapflanze gewonnen und ist etwa 200–400 mal süßer als Zucker. Laut Cleveland Clinic ist Stevia generell sicher und Forschung zeigt, dass es den Blutzucker nicht beeinflusst.

Vorteile:

Nachteile:


Monk Fruit (Luo Han Guo)

Geschmack: Sehr süß, fruchtig
Glykämischer Index: 0
Kalorien: 0

Monk Fruit ist ein relativ neues Süßungsmittel aus der asiatischen Frucht Luo Han Guo. Laut Healthline ist es 100–200 mal süßer als Zucker und hat keine bekannten Nebenwirkungen.

Vorteile:

Hinweis: Viele Produkte mischen Monk Fruit mit Erythritol – achte auf die Zutatenliste!


Dattelzucker und Dattelsirup

Geschmack: Karamellig, malzig
Glykämischer Index: Ca. 45–50
Kalorien: Ca. 280 kcal pro 100g

Dattelzucker wird aus ganzen Datteln hergestellt und behält Ballaststoffe und Mineralstoffe. Pro 2 Teelöffel: 22 Kalorien, 5g Kohlenhydrate, 1g Ballaststoffe.

Vorteile:

Nachteile:


Ahornsirup

Geschmack: Charakteristisch nussig-karamellig
Glykämischer Index: Ca. 54
Kalorien: Ca. 260 kcal pro 100g

Ahornsirup wird aus dem Saft kanadischer Zucker-Ahornbäume gewonnen. Er enthält etwa 60% Saccharose sowie Mineralstoffe und Antioxidantien.

Vorteile:

Perfekt für vegane Pancakes oder als Topping für Porridge.


Yaconsirup

Geschmack: Mild süß, leicht karamellig
Glykämischer Index: Ca. 1–5
Kalorien: Ca. 133 kcal pro 100g

Yaconsirup stammt aus der südamerikanischen Yaconwurzel und besteht hauptsächlich aus Fructooligosacchariden (FOS). Laut aktueller Forschung enthält er nur halb so viele Kalorien wie normaler Zucker.

Vorteile:

Hinweis: Die FOS können bei übermäßigem Verzehr zu Blähungen führen.


Birkenzucker (Xylit)

Geschmack: Ähnlich wie Zucker, kühlend
Glykämischer Index: 7
Kalorien: Ca. 240 kcal pro 100g (40% weniger als Zucker)

Xylit wird aus Birken- oder Buchenholz gewonnen, heute oft auch aus Maiskolbenresten. Es hat 40% weniger Kalorien als Haushaltszucker.

Vorteile:

Wichtige Warnung: Eine 2024 publizierte Studie hat einen möglichen Zusammenhang zwischen Xylit und erhöhtem Blutgerinnungsrisiko gefunden. Für Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Vorsicht geboten – weitere Forschung ist notwendig.


Erythrit

Geschmack: Sauber süß, ca. 70% der Süßkraft von Zucker
Glykämischer Index: 0
Kalorien: Ca. 20 kcal pro 100g

Erythrit ist ein Zuckeralkohol, der natürlich in Früchten vorkommt und industriell durch Fermentation hergestellt wird.

Vorteile:

Wichtige Warnung: Cleveland Clinic Studien aus 2024 zeigen, dass Erythrit die Blutplättchenaktivität erhöhen kann, was das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigern könnte. Eine Portion kann den Blutspiegel um das 1000-fache erhöhen.


Agavendicksaft

Geschmack: Mild süß, neutral
Glykämischer Index: Ca. 15–30
Kalorien: Ca. 310 kcal pro 100g

Agavendicksaft wird aus dem Saft der Agavenpflanze gewonnen und ist flüssiger als Honig.

Vorsicht: Agavendicksaft besteht zu 85–90% aus Fructose – deutlich mehr als Maissirup (55%). Übermäßiger Fructosekonsum wird mit Insulinresistenz, Fettleber und erhöhten Triglyceridwerten in Verbindung gebracht.

Empfehlung: Nur in Maßen verwenden – der niedrige GI täuscht über die metabolischen Nachteile hinweg.


Reissirup

Geschmack: Mild süß, malzig
Glykämischer Index: Ca. 98 (sehr hoch!)
Kalorien: Ca. 310 kcal pro 100g

Reissirup ist fructosefrei und wird oft bei Fructoseintoleranz empfohlen. Er besteht hauptsächlich aus Maltose und Glucose.

Vorteile:

Nachteil: Der sehr hohe glykämische Index macht ihn für Diabetiker ungeeignet.


Vergleichstabelle: Vegane Süßungsmittel

Süßungsmittel GI Kalorien/100g Besonderheit
Stevia 0 ~0 Kalorienfrei
Monk Fruit 0 0 Kalorienfrei
Erythrit 0 ~20 ⚠️ Herz-Risiko beachten
Xylit 7 ~240 ⚠️ Herz-Risiko beachten
Yaconsirup 1–5 ~133 Präbiotisch
Agavendicksaft 15–30 ~310 ⚠️ Hoher Fructosegehalt
Dattelzucker 45–50 ~280 Vollwertiges Lebensmittel
Kokosblütenzucker 35–54 ~380 Enthält Spurenelemente
Ahornsirup 54 ~260 Natürliche Antioxidantien
Reissirup 98 ~310 Fructosefrei

Was die Forschung 2024/2025 zeigt

Die WHO warnt mittlerweile davor, künstliche Süßstoffe zur Gewichtskontrolle einzusetzen. Studien zeigen, dass alle vier getesteten Süßungsmittel (Saccharin, Sucralose, Stevia und Aspartam) das Mikrobiom verändern können.

Forscher der Tufts University arbeiten an Tagatose – einem seltenen natürlichen Zucker mit weniger Kalorien und minimalem Einfluss auf den Blutzucker.

Unser Fazit: Vollwertige Süßungsmittel wie Datteln, Ahornsirup oder Kokosblütenzucker sind in Maßen die beste Wahl. Kalorienfreie Optionen wie Stevia oder Monk Fruit eignen sich, wenn du Kalorien sparen möchtest – aber achte auf mögliche Auswirkungen auf die Darmflora.


Vegane Rezepte mit alternativen Süßungsmitteln

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Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Diabetes oder anderen Stoffwechselerkrankungen sprich bitte mit deinem Arzt über die für dich geeigneten Süßungsmittel.