Ist veganes Hack gesund? Eiweiß, Salzgehalt und Testergebnisse im Überblick

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Veganes Hack liegt mittlerweile bei Billa, Spar und Hofer im Kühlregal - als Vegavita, SPAR Veggie oder MY VAY. Beim Eiweißgehalt kann es mit echtem Rinderhack mithalten, bei Salzgehalt und Verarbeitungsgrad zeigen aktuelle Tests aber deutliche Unterschiede zwischen den Produkten.

Veganes Hack liefert oft genauso viel Eiweiß wie Rinderhack, liegt beim Salz aber häufig darüber

Frisches Rinderhackfleisch enthält laut Nährwertrechner 202 Kalorien, 20 Gramm Eiweiß, 14 Gramm Fett und 1,92 Milligramm Eisen pro 100 Gramm. Vegavita Faschiertes von Billa kommt laut Produktangabe auf denselben Eiweißwert - 20 Gramm pro 100 Gramm -, bei 18 Gramm Fett und 1,5 Gramm Salz. Der Eiweißwert ist also praktisch identisch mit dem tierischen Original, der Salzgehalt liegt aber bereits an der Grenze, die Tester als kritisch einstufen.

Stiftung Warentest 2024: Sieben von 15 veganen Hack-Produkten schneiden mit "gut" ab

Die Stiftung Warentest prüfte im Testheft 8/2024 insgesamt 15 vegane Hack-Produkte, davon acht gekühlte und sieben getrocknete. Kein Produkt erreichte die Note "sehr gut", sieben schnitten mit "gut" ab, der Rest mit "befriedigend". Testsieger mit der Note 1,7 waren gemeinsam Rügenwalder veganes Mühlen Hack (rund 1,32 Euro pro 100 Gramm) und The Vegetarian Butcher Hick-Hack-Hurra (rund 1,83 Euro pro 100 Gramm). Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis boten laut t-online Rewe Beste Wahl und Aldi My Vay für rund 0,83 Euro pro 100 Gramm.

Ein weiterer Pluspunkt der getesteten getrockneten Sonnenblumen-Hack-Produkte: Sie kommen laut Berechnung nur auf 0,5 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Kilo, gegenüber 6,1 Kilogramm bei konventionellem Rinderhack.

VKI-Test von 323 Fleischersatzprodukten: mehr A- und B-Nutri-Scores, aber 81 Prozent hochverarbeitet

Der Verein für Konsumenteninformation testete 2024 insgesamt 323 vegetarische und vegane Fleischersatzprodukte in Österreich - nicht nur Hack, sondern die gesamte Kategorie. 22 Produkte erhielten "sehr gut", 128 "gut", 170 "durchschnittlich". Beim Nutri-Score schnitt die Kategorie insgesamt besser ab als Fleischprodukte: 25 Prozent kamen auf ein A oder B, gegenüber nur 11 Prozent bei echtem Fleisch. Nur 13 Prozent der Fleischersatzprodukte erreichten ein E, bei Fleischprodukten waren es 51 Prozent.

Die Kehrseite: 81 Prozent aller getesteten Produkte fallen unter die NOVA-Klasse 4, gelten also als stark verarbeitet - ein Wert, der bei vielen Fertigprodukten dieser Art üblich ist, egal ob pflanzlich oder tierisch.

Öko-Test fand 2020 bei 16 von 20 Produkten Mineralöl - eine ältere, aber nach wie vor relevante Warnung

Ein Öko-Test aus dem Jahr 2020 fand bei 16 von 20 geprüften Produkten Mineralölbestandteile (MOSH), bei einem zusätzlich MOAH - meist stammten die Rückstände aus dem verwendeten Kokosöl. Über die Hälfte der Produkte lag zudem über 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm, nur vier von 20 erhielten die Note "gut". Ein aktuellerer Gesamttest zu Mineralöl in veganem Hack liegt derzeit nicht vor, mehrere Hersteller sind seither auf Rapsöl umgestiegen. Ein Blick auf die Ölsorte in der Zutatenliste ersetzt zwar keinen Labortest, gibt aber einen ersten Hinweis.

Kurze Zutatenliste, Salzgehalt unter 1,5 Gramm und Nutri-Score A oder B: Woran du gutes veganes Hack erkennst

Vegavita, MY VAY und SPAR Veggie: veganes Hack in österreichischen Supermärkten

Bei Billa und Billa Plus ist Vegavita Faschiertes die dauerhaft erhältliche Eigenmarke auf Erbsenproteinbasis. Bei Spar, Eurospar und Interspar führt SPAR Veggie ein sojafreies Erbsenprotein-Produkt mit V-Label. Bei Hofer ist MY VAY als Aktionsartikel im Kühlregal, ebenfalls auf Erbsenproteinbasis. Alle drei sind glutenfrei - anders als Vemondo von Lidl, das zusätzlich Weizenprotein enthält.

Den vollständigen Marken- und Preisvergleich mit Nährwerttabelle findest du im Guide zu veganem Faschiertem, die Übersicht für Deutschland im Artikel zu veganem Hack bei Rewe. Wie es um Salzgehalt und Verarbeitungsgrad bei veganer Wurst steht, zeigt der Artikel Ist vegane Wurst gesund?. Rezeptideen mit veganem Hack: der vegane Hackbraten und die vegane Hackpfanne mit Kartoffeln.

Häufige Fragen

Hat veganes Hack genauso viel Eiweiß wie Rinderhack?
Sehr oft ja. Frisches Rinderhackfleisch enthält laut Nährwertdatenbank rund 20 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Vegavita Faschiertes von Billa kommt laut Produktangabe auf denselben Wert - 20 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, bei ähnlichem Fettgehalt. Andere Erbsenprotein-Produkte liegen meist zwischen 15 und 18 Gramm, also nur leicht darunter.
Wie viel Salz enthält veganes Hack?
Das schwankt stark zwischen den Marken, liegt aber häufig im Bereich von 1,1 bis über 1,5 Gramm pro 100 Gramm. Der Öko-Test fand 2020 bei über der Hälfte der geprüften Produkte mehr als 1,1 Gramm Salz pro 100 Gramm. Ein Blick auf das Nährwertfeld auf der Packungsrückseite lohnt sich vor dem Kauf.
Ist veganes Hack stark verarbeitet?
Meistens ja. Der VKI-Test von 323 vegetarischen und veganen Fleischersatzprodukten ordnete 81 Prozent der Produkte der NOVA-Klasse 4 (stark verarbeitet) zu. Das betrifft vegane wie vegetarische Fleischalternativen gleichermaßen und ist bei den meisten Fertigprodukten dieser Kategorie so.
Welches vegane Hack schneidet in Tests am besten ab?
Im Stiftung Warentest 2024 teilten sich Rügenwalder veganes Mühlen Hack (ca. 1,32 Euro pro 100 Gramm) und The Vegetarian Butcher Hick-Hack-Hurra (ca. 1,83 Euro pro 100 Gramm) mit der Note 1,7 den ersten Platz. Sieben von 15 getesteten Produkten erhielten insgesamt ein "gut", ein "sehr gut" vergab die Stiftung Warentest an kein Produkt.
Enthält veganes Hack Mineralöl?
Ein Öko-Test aus dem Jahr 2020 fand bei 16 von 20 geprüften Produkten Mineralölbestandteile (MOSH), meist aus dem verwendeten Kokosöl stammend. Seither haben mehrere Hersteller auf Rapsöl umgestellt, ein aktuellerer Gesamttest zu diesem Punkt liegt aber nicht vor - ein Blick auf die verwendete Ölsorte in der Zutatenliste ersetzt keinen Labortest, gibt aber einen ersten Hinweis.
Ist veganes Hack glutenfrei?
Vegavita (Billa), MY VAY (Hofer) und SPAR Veggie basieren auf reinem Erbsenprotein und sind glutenfrei. Vemondo von Lidl enthält zusätzlich Weizenprotein und ist damit nicht glutenfrei - ein Blick auf die Zutatenliste schafft Klarheit.