Veganes Mangold-Linsen-Curry

Mangold ist eines der nährstoffreichsten Gemüse der österreichischen Sommersaison - und wird dabei oft völlig unterschätzt. Dieses cremige vegane Mangold-Linsen-Curry bringt das grüne Powergemüse groß raus: die Stiele werden zuerst im aromatischen Gewürzöl angedünstet, die zarten Blätter kommen erst am Ende dazu und behalten so ihre lebhafte Farbe und ihren frischen Geschmack.

Mangold enthält pro 100 g rund 1,8 mg Eisen sowie reichlich Vitamin K, Magnesium und Folsäure - eine echte Nährstoffbombe, die sich in Österreich von Mai bis Oktober ernten lässt. Der Limettensaft am Ende ist kein Zufall: Vitamin C aus Zitrussäften verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen erheblich - eine clevere Kombination, die du in diesem Rezept ganz automatisch bekommst. Wer noch mehr über pflanzliche Eisenquellen erfahren möchte, findet dort einen umfassenden Überblick.

Das Besondere an diesem Curry: Eine Zimtstange und ein Löffel Erdnussbutter sorgen für eine Tiefe und Cremigkeit, die man kaum erwartet - und die das Gericht von gewöhnlichen Linsencurrys abhebt. Rote Linsen bringen außerdem rund 9 g Protein pro 100 g mit und machen das Gericht ohne jegliche Ergänzung zu einer vollwertigen Mahlzeit.

Warum ist Mangold die ideale Zutat für cremiges Curry?

Mangold (Beta vulgaris var. cicla) gehört zur selben Familie wie Rote Bete und ist in der österreichischen Gemüseküche seit Jahrhunderten beliebt. Seine fleischigen Stiele - in Weiß, Gelb oder Rot - halten beim Garen gut ihre Textur und nehmen Aromen wunderbar auf. Die zarten Blätter hingegen garen in Sekunden und behalten ihre leuchtende Farbe.

Im Curry werden diese zwei Eigenschaften gezielt genutzt: Die Stiele kommen mit den Linsen in den Topf und bekommen 15-18 Minuten Zeit, um weich zu werden. Die Blätter folgen erst ganz am Ende - so gibt es zwei verschiedene Texturen in einem Gericht, was jeden Bissen interessanter macht.

Mangold enthält zudem Betalaine und Flavonoide - sekundäre Pflanzenstoffe, für die die Beta-vulgaris-Familie bekannt ist. Für alle, die ihre veganen Eiweißquellen gezielt kombinieren möchten: Rote Linsen plus Mangold plus Vollkornreis ergeben ein vollständiges Aminosäureprofil.

Wie gelingt das Curry besonders cremig und aromatisch?

Der Schlüssel liegt im Rösten der Gewürze. Kreuzkümmel, Kurkuma, Garam Masala und Currypulver werden in Öl kurz angeröstet - dieser Schritt heißt "Tadka" oder "Blooming" und aktiviert die fettlöslichen Aromastoffe in den Gewürzen. Das Ergebnis ist ein deutlich intensiveres, rundes Aroma, verglichen mit rohen Gewürzen.

Die Zimtstange bringt eine warme, leicht süßliche Note, die gut mit der Säure der Tomaten harmoniert. Die Erdnussbutter am Ende macht die Sauce seidig und gibt ihr Körper - sie ist nicht optional, sondern das Geheimnis der besonderen Cremigkeit.

Ein weiterer Tipp: Rote Linsen müssen nicht eingeweicht werden und kochen in etwa 15-18 Minuten weich. Sie zerfallen dabei leicht und bilden eine natürliche, dicke Sauce - das macht dieses Curry zum perfekten Einpottgericht ohne Schnickschnack.

Welche Variationen sind möglich?

Das Grundrezept lässt sich wunderbar abwandeln:

Variation Anpassung
Schärfer 1 frische rote Chilischote + mehr Chiliflocken
Proteinbooster 200 g Tofu gewürfelt mitgaren
Herbstversion Kürbiswürfel statt Mangoldstiele
Nussallergie Tahin oder Mandelmus statt Erdnussbutter
Ohne Kokosmilch 200 ml Hafersahne + 200 ml Gemüsebrühe

Wer Lust auf weitere vegane Curry-Gerichte hat, kann sich von unserem Kichererbsen-Spinat-Curry oder dem klassischen Gemüse-Curry mit Kokosmilch inspirieren lassen. Auch die cremige Vegane Linsensuppe mit Kokosmilch ist ein Traum für Linsenfans.

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Rezept

Zubereitungszeit
10 Min
Kochzeit
25 Min
Gesamtzeit
35 Min
Portionen
4 Portionen

Zutaten

  • 200 g rote Linsen (gewaschen und abgetropft)
  • 400 g frischer Mangold (Stiele und Blätter getrennt)
  • 400 ml Kokosmilch (Vollfett, 1 Dose)
  • 400 g stückige Tomaten (1 Dose)
  • 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
  • 3 Knoblauchzehen (fein gehackt)
  • 1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm, gerieben)
  • 1 Zimtstange
  • 2 EL Rapsöl
  • 2 TL Kreuzkümmel (gemahlen)
  • 1,5 TL Kurkuma (gemahlen)
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL Currypulver (mild oder scharf nach Geschmack)
  • 1/2 TL Chiliflocken (optional)
  • 1 EL Erdnussbutter (glatt)
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • Saft einer halben Limette
  • Salz und schwarzer Pfeffer nach Geschmack
  • Zum Servieren: Vollkornreis oder Naan, frischer Koriander, 2 EL geröstete Erdnüsse

Zubereitung

  1. Mangoldstiele in ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Mangoldblätter grob zerpflücken und getrennt beiseitestellen. Rote Linsen in einem Sieb kalt abspülen.
  2. Rapsöl in einem großen Topf bei mittlerer Hitze erhitzen. Zimtstange hineingeben und kurz anrösten. Zwiebeln zugeben und unter Rühren ca. 5 Minuten goldbraun dünsten.
  3. Knoblauch und Ingwer einrühren, 1-2 Minuten mitbraten. Kreuzkümmel, Kurkuma, Garam Masala, Currypulver und Chiliflocken hinzufügen und unter ständigem Rühren ca. 1 Minute rösten, bis die Gewürze duften.
  4. Mangoldstiele, stückige Tomaten, Gemüsebrühe und rote Linsen einrühren. Aufkochen lassen, dann Hitze reduzieren und bei mittlerer Hitze 15-18 Minuten köcheln lassen, bis die Linsen weich und cremig sind. Dabei gelegentlich umrühren.
  5. Kokosmilch und Erdnussbutter einrühren und weitere 3-5 Minuten sanft köcheln lassen. Zimtstange herausnehmen. Mangoldblätter portionsweise unterheben und 2-3 Minuten mitgaren, bis sie zusammengefallen sind.
  6. Mit Limettensaft abschmecken, mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Vollkornreis oder Naan servieren und mit frischem Koriander und gerösteten Erdnüssen garnieren.

Häufige Fragen

Kann ich statt Mangold auch Spinat verwenden?
Ja, Spinat ist eine hervorragende Alternative. Junger Blattspinat braucht nur 1-2 Minuten, bis er zusammenfällt - gib ihn daher erst ganz am Ende dazu. Tiefkühlspinat funktioniert ebenfalls gut: vor dem Hinzufügen auftauen und gut ausdrücken.
Wann hat Mangold in Österreich Saison?
Mangold hat in Österreich von Mai bis Oktober Saison - mit dem Höhepunkt von Juni bis September. Im Mai sind die ersten frischen Mangoldblätter aus heimischem Anbau erhältlich. Mangold enthält viel Eisen, Vitamin K und Magnesium und ist eine der nährstoffreichsten Gemüsesorten der Sommersaison.
Wie mache ich das Curry schärfer oder milder?
Für ein milderes Curry lässt du die Chiliflocken einfach weg und verwendest mildes Currypulver. Für mehr Schärfe erhöhst du die Chiliflocken oder fügst eine frische Chilischote hinzu. Die Erdnussbutter und Kokosmilch balancieren die Schärfe angenehm aus.
Wie lange ist das Curry im Kühlschrank haltbar?
Das Mangold-Linsen-Curry hält im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter 3-4 Tage. Der Geschmack verbessert sich sogar - die Gewürze ziehen über Nacht besser durch. Beim Aufwärmen etwas Wasser oder Gemüsebrühe hinzufügen, da die Linsen weiter quellen.
Kann ich das Mangold-Linsen-Curry einfrieren?
Ja, das Curry lässt sich sehr gut einfrieren. In gefriergeeigneten Behältern hält es bis zu 3 Monate. Zum Auftauen am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen und dann bei niedriger Hitze unter Rühren erwärmen. Frischen Koriander erst beim Servieren dazugeben.
Wozu dient die Erdnussbutter im Curry?
Die Erdnussbutter macht das Curry besonders cremig und verleiht ihm eine subtile, nussige Tiefe. Sie bindet die Sauce und sorgt für eine seidige Konsistenz, die wunderbar mit dem Kokosmilch-Aroma harmoniert. Wer eine Nussallergie hat, kann sie durch 2 EL Mandelmus oder 1 EL Tahin ersetzen.
Welche Beilagen passen am besten zum Mangold-Linsen-Curry?
Klassisch passt Vollkornbasmatireis oder veganes Naan-Brot hervorragend dazu. Auch Quinoa oder Hirse sind tolle Alternativen und erhöhen zusätzlich den Proteingehalt. Wer es leichter mag, serviert das Curry mit einem frischen Gurkensalat oder einfach mit Fladenbrot.