Vegane Kirschenwähe

Vegane Kirschenwähe ist ein Sommerklassiker aus der AT/Schweizer Backküche: ein knuspriger Mürbeteigboden trägt eine cremige Vanillecreme mit frisch-säuerlichen Sauerkirschen - und kommt vollständig ohne Eier und ohne Milchprodukte aus. Frische Weichseln gibt es von Ende Juni bis August bei Billa, Spar und Hofer; das Rezept gelingt das ganze Jahr über genauso gut mit einem Glas Sauerkirschen.

Semmelbrösel und eingedickte Vanillecreme sind die zwei entscheidenden Schritte

Das Geheimnis einer Kirschenwähe, die wirklich gelingt, liegt in zwei Schritten. Erstens: Semmelbrösel auf dem Teigboden - sie saugen den Kirschsaft auf und verhindern, dass der Mürbeteig aufweicht. Ohne diesen Schritt wird der Boden matschig. Zweitens: Die Vanillecreme wird vor dem Backen auf dem Herd eingedickt. So braucht sie im Ofen keine Eier mehr zum Stocken und wird nach dem Abkühlen trotzdem schnittfest. Beides lässt sich in 10 Minuten erledigen und macht den Unterschied zwischen einer schönen Wähe und einer zerlaufenen Masse.

Welche Variationen der veganen Kirschenwähe sind möglich?

Die klassische Kirschenwähe lässt sich gut abwandeln. 30 g grob gehackte Bitterschokolade unter den Kirschenlage gelegt ergibt eine Schoko-Kirsch-Variante. Wer es feiner mag, aromatisiert die Vanillecreme mit 1 TL Bourbon-Vanille oder einer Prise Kardamom. Statt Sauerkirschen passen auch Süßkirschen oder Zwetschken (AT Juli-Oktober). Eine Blechversion (30x20 cm Backform) statt runder Tarteform ergibt mehr Stücke für Gartenpartys und schneidet sich noch leichter.

Weitere Kirschrezepte für die Saison: Veganer Kirschstreuselkuchen, Veganer Kirschkuchen vom Blech, Vegane Schwarzwälder Kirschtorte oder als fruchtige Abwechslung die Vegane Beerentarte mit gemischten Sommerbeeren.

Rezepte als Stories entdecken

Rezept

Zubereitungszeit
30 Min
Kochzeit
45 Min
Gesamtzeit
75 Min
Portionen
8 Stücke

Zutaten

  • 220 g Weizenmehl (Type 405)
  • 110 g kalte Pflanzenbutter (z.B. Alsan, direkt aus dem Kühlschrank)
  • 30 g Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • Abrieb einer halben Bio-Zitrone
  • 3-4 EL eiskaltes Wasser
  • 3 EL Semmelbrösel (für den Boden)
  • 300 ml Hafermilch
  • 100 ml vegane Schlagsahne (z.B. Alpro Whipping oder Schlagfix)
  • 3 EL Zucker
  • 2,5 EL Maisstärke
  • 1,5 TL Vanilleextrakt
  • 1 Prise Salz (für die Creme)
  • 500 g frische Sauerkirschen, entkernt - oder 1 Glas (680 g) Sauerkirschen, gut abgetropft

Zubereitung

  1. Mehl, Puderzucker, Salz und Zitronenabrieb in einer Schüssel mischen. Kalte Pflanzenbutter in kleinen Würfeln dazugeben. Mit den Fingerspitzen schnell zu groben Krümeln verreiben - die Butter muss kalt bleiben. Eiskaltes Wasser löffelweise einarbeiten, nur bis der Teig zusammenkommt. Zu einer flachen Scheibe formen, in Frischhaltefolie wickeln und 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.
  2. Ofen auf 190°C Ober-/Unterhitze (170°C Umluft) vorheizen. Eine Tarteform (26-28 cm) leicht einfetten. Den gekühlten Teig auf einer bemehlten Fläche dünn ausrollen (ca. 3 mm). In die Form legen, Rand andrücken, überstehenden Teig abschneiden. Mit einer Gabel mehrfach einstechen. 10 Minuten blind backen.
  3. Für die Vanillecreme: Hafermilch, Sahne, Zucker, Maisstärke, Vanilleextrakt und Salz in einem Topf glatt verrühren. Bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren aufkochen, bis die Creme eindickt und Blasen wirft (ca. 3-4 Minuten). Vom Herd nehmen, 5 Minuten abkühlen lassen.
  4. Sauerkirschen aus dem Glas in einem Sieb gut abtropfen lassen (mindestens 10 Minuten). Frische Kirschen entkernen und kurz auf Küchenpapier antrocknen lassen.
  5. Semmelbrösel gleichmäßig auf dem vorgebackenen Teigboden verstreuen - sie saugen die Kirschenflüssigkeit auf und verhindern einen weichen Boden. Vanillecreme darauf verteilen und glatt streichen. Sauerkirschen gleichmäßig auf der Creme anordnen, leicht eindrücken.
  6. Im vorgeheizten Ofen auf der untersten Schiene 30-35 Minuten backen, bis die Creme gestockt ist (kein Wackeln beim Schütteln der Form) und der Teigrand goldbraun ist.
  7. Vollständig auskühlen lassen - mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur, dann 1 Stunde im Kühlschrank. Erst dann schneiden, sonst läuft die Creme heraus.

Häufige Fragen

Welche Kirschen eignen sich am besten für vegane Kirschenwähe?
Sauerkirschen aus dem Glas (Weichseln) sind die praktischste Wahl: ganzjährig erhältlich, fruchtig-säuerlich und behalten im Ofen ihre Form. Bei Billa, Spar und Hofer meist im 680-g-Glas für rund €2. In der Saison (Ende Juni bis August) bringen frische Sauerkirschen noch intensiveres Aroma - Stiele und Kerne vorher entfernen. Gut abtropfen lassen (mindestens 10 Minuten), damit die Wähe nicht wässrig wird.
Wie erkenne ich, dass die Vanillecreme die richtige Konsistenz hat?
Die Vanillecreme ist fertig, wenn sie vom Rührlöffel läuft wie Pudding - zähflüssig, aber noch gießbar. Sie dickt beim Abkühlen nach. Zu flüssige Creme (zu kurz gekocht) ergibt eine matschige Wähe; zu dicke Creme (zu lang gekocht) lässt sich schwer einstreichen. Richtige Konsistenz: etwa wie warmer Vanillepudding. Im Zweifelsfall lieber 1 Minute länger rühren.
Kann ich die vegane Kirschenwähe am Vortag backen?
Ja - die Kirschenwähe schmeckt am nächsten Tag sogar besser, weil die Creme durchzieht und der Mürbeteig aromatischer wird. Abgedeckt im Kühlschrank lagern. Vor dem Servieren 30 Minuten bei Zimmertemperatur temperieren, damit die Creme weicher wird und der volle Kirschgeschmack zur Geltung kommt.