Vegane Berliner - Klassische Silvester-Krapfen
Berliner, Krapfen, Pfannkuchen – dieses fluffige Hefegebäck hat viele Namen und ist in Österreich und Deutschland das Gebäck schlechthin: zu Silvester, in der Faschingszeit und auf jedem Volksfest. Unsere vegane Version ist genauso luftig und lecker wie das Original – ganz ohne Ei und Milch.
Das Geheimnis des weißen Rings: Warum der Deckel so wichtig ist
Ein echter Berliner hat IMMER einen weißen Ring um die Mitte! Dieser entsteht durch das Frittieren mit aufgelegtem Deckel: Der Dampf lässt den Teig in der Mitte aufgehen, während nur Ober- und Unterseite bräunen. Ohne Deckel gibt es keinen Ring – das wäre kein echter Berliner. Die Öltemperatur von exakt 170°C ist dabei ebenso entscheidend: zu heiß werden sie außen dunkel und innen roh, zu kalt saugen sie sich mit Öl voll. Ein Küchenthermometer lohnt sich! Maximal 3–4 Stück gleichzeitig frittieren, damit das Öl nicht zu stark abkühlt, und nach dem Herausnehmen mindestens 5 Minuten auf Küchenpapier abtropfen lassen. Wichtig: erst füllen, wenn die Berliner vollständig kalt sind – warme Berliner zerbrechen beim Einspritzen der Marmelade.
Welche Füllungen und Variationen passen zu veganen Berlinern?
Die klassische Füllung ist Himbeer- oder Erdbeermarmelade – in Österreich natürlich Marillenmarmelade (Aprikosenmarmelade), in Berlin traditionell Pflaumenmus, im Rheinland Vanillecreme. Für die Fasching-Variante empfiehlt sich eine glattgerührte, etwas festere Marmelade, damit sie beim Abbeißen nicht herausläuft. Eine lustige Tradition zu Silvester: einen Berliner heimlich mit Senf statt Marmelade füllen – wer ihn erwischt, soll besonderes Glück im neuen Jahr haben. Für Kinder lässt sich vegane Schokoladencreme (z. B. Nuss-Nougat-Creme) als Füllung verwenden. Wer die Berliner lieber backen möchte statt frittieren: bei 175°C Heißluft 15–18 Minuten – die FAQ unten erklärt, worauf dabei zu achten ist.
Für weitere vegane Süßspeisen aus der österreichischen Küche empfehlen sich Veganer Kaiserschmarrn, Veganer Milchreis oder der Veganer Marillen-Streuselkuchen. Alle Rezepte und mehr im Vegane Desserts Guide.
Rezept
Zutaten
- 500g Mehl
- 80g Zucker
- 1 Päckchen Trockenhefe (7g)
- 250ml lauwarme Pflanzenmilch
- 80g vegane Butter oder Margarine, weich
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1/2 TL Salz
- Schale einer halben Zitrone, fein abgerieben
- Ca. 1 Liter Pflanzenöl zum Frittieren
- Für die Füllung:
- 200g Himbeer- oder Erdbeermarmelade
- Alternativ: Aprikosenmarmelade (österreichisch)
- Alternativ: Pflaumenmus (berlinerisch)
- Zum Bestäuben:
- 100g Puderzucker
Zubereitung
- Hefe mit 1 EL Zucker und der lauwarmen Milch verrühren. 10 Minuten stehen lassen, bis es schäumt.
- Mehl, restlichen Zucker, Salz und Zitronenschale in einer großen Schüssel mischen. Die Hefemilch, weiche Butter und Vanille zugeben.
- Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten (ca. 10 Minuten). Der Teig sollte weich, aber nicht klebrig sein.
- Abgedeckt an einem warmen Ort 1-1,5 Stunden gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Teig auf bemehlter Fläche 1,5cm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher (ca. 7cm) Kreise ausstechen.
- Die Teiglinge auf ein bemehltes Tuch legen, abdecken und nochmals 30 Minuten gehen lassen.
- Öl in einem großen Topf auf 170°C erhitzen (Holzlöffeltest: kleine Bläschen steigen auf).
- Berliner vorsichtig ins Öl gleiten lassen (3-4 Stück auf einmal). Deckel auflegen!
- 3 Minuten mit Deckel frittieren, dann wenden und ohne Deckel weitere 3 Minuten goldbraun backen.
- Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Vollständig abkühlen lassen.
- Marmelade durch ein Sieb streichen (für glatte Konsistenz). In einen Spritzbeutel mit langer, dünner Tülle füllen.
- Seitlich in jeden Berliner einstechen und ca. 1 EL Marmelade einspritzen.
- Großzügig mit Puderzucker bestäuben und servieren.