Veganes Grillen: Rezepte und Tipps für die Grillsaison
Die Grillsaison beginnt – und veganes Grillen war noch nie so unkompliziert und lecker wie heute. In österreichischen Supermärkten findest du mittlerweile eine riesige Auswahl an pflanzlichen Grillprodukten, und mit ein paar Tipps gelingen dir auch Tofu und Gemüse perfekt auf dem Rost.
Vegane Grillprodukte im Supermarkt
Wer nicht selbst marinieren möchte, wird im österreichischen Handel gut fündig. Laut einer Analyse des WWF Österreich (2024) macht das vegane und vegetarische Sortiment zwar erst rund 10 % der beworbenen Grillprodukte aus – doch die Qualität und Vielfalt steigen jedes Jahr.
Was du wo findest:
- Hofer: Die MYVAY-Linie bietet Rostbrat-Griller und Cheezy-Griller aus Erbsen- und Sojaprotein (200 g ab ca. €2,29), außerdem vegane Burger-Patties ab April der Grillsaison.
- SPAR Veggie: Vegane Frankfurter, Kebab-Streifen und Burger-Patties aus heimischen Sojabohnen, produziert bei TANN in St. Pölten – die Veggie-Linie wächst jedes Jahr.
- Lidl: Die Vemondo-Eigenmarke mit über 1.000 veganen Produkten, darunter Seitan-Würste und Burger für den Grill.
Tofu richtig grillen
Tofu ist der Grillklassiker für eine gute Marinade. Damit er knusprig und aromatisch wird, sind ein paar Schritte wichtig (Veganuary):
- Extra-festen Tofu verwenden – Seidentofu ist für den Grill ungeeignet, er zerfällt.
- Ausdrücken nicht vergessen – Mindestens 15–30 Minuten unter einem Gewicht ausdrücken, damit die Marinade gut einzieht. Einfrieren und wieder auftauen verändert die Textur und verbessert die Marinade-Aufnahme erheblich.
- Mindestens 1 Stunde marinieren – Bis zu 24 Stunden im Kühlschrank gibt den besten Geschmack. Gute Marinaden-Basen: Sojasauce + Knoblauch + Ingwer (asiatisch), BBQ-Sauce + Rauchpaprika (amerikanisch), Zitrussaft + Kräuter (mediterran).
- Grill gut vorheizen und ölen – Bei 240–260 °C, geöltem Rost, grillt Tofu 5–7 Minuten pro Seite bis goldbraune Streifen entstehen.
Ein separates Grilleisen oder eine Grillpfanne aus Gusseisen eignet sich besonders gut, damit kleine Stücke nicht durchfallen.
Mehr Tipps zur Zubereitung: Veganer Tofu Guide
Vegane Grillwürste und Seitan-Burger
Seitan-basierte Würste halten die Hitze am besten aus – ihre feste, bissfeste Textur macht sie ideal für den direkten Grillrost. Erbsenprotein-Produkte (wie MYVAY oder Beyond Meat) sind etwas empfindlicher: mittlere Hitze, häufiger wenden, und mit einer Marinade oder BBQ-Sauce bestreichen, damit sie nicht austrocknen.
Für selbstgemachte Grillwürste aus Seitan lohnt sich ein Blick in die Küche: Weizeneiweiß, Kichererbsen, geräucherte Paprika, Fenchelsamen und Knoblauch – gerollt und direkt auf den Rost. Das VegNews Grilling Guide zeigt viele solcher Rezeptideen.
Gemüse und Pilze grillen
Gemüse ist die absolute Stärke des veganen Grillens – bunt, aromatisch und schnell fertig. Diese Sorten gelingen besonders gut (Veganuary BBQ Guide):
- Portobello-Pilze: Als Burger-Ersatz belegt, oder mit Kräutern und Knoblauchöl gefüllt – Gegrillte Champignons sind ein echter Grillhit.
- Zucchini und Paprika: In Längsstreifen geschnitten, kurz mariniert, direkt auf den Rost.
- Maiskolben: Im Ganzen grillen, zwischendurch mit veganer Butter und Kräutern bestreichen.
- Süßkartoffeln: In Scheiben vorkochen, dann kurz auf dem Grill karamellisieren.
- Spargel: In der Grillsaison ein Muss – einfach mit Olivenöl bestreichen, bei mittlerer Hitze 4–6 Minuten grillen.
Tipp: Hitzebeständige Öle wählen – Raps- oder Sonnenblumenöl statt Olivenöl bei hohen Temperaturen. Gemüse in gleichmäßige Stücke schneiden für gleichmäßiges Garen. Zu wässrige Sorten wie Tomaten oder Gurken eher als Beilage statt direkt auf dem Rost.
Schau auch mal vorbei: Vegane Gemüsespieße
Marinaden: Die Basis für Geschmack
Eine gute Marinade macht den Unterschied. Grundformel: Fett (Öl) + Säure (Zitrone/Essig) + Würze (Sojasauce, Senf) + Kräuter/Gewürze. Laut dem Grillfürst Vegan Guide eignen sich besonders:
- Asiatische Marinade: 3 EL Sojasauce + 1 EL Sesamöl + 1 EL Agavendicksaft + Knoblauch + Ingwer
- BBQ-Marinade: 3 EL Tomatenpaste + 2 EL Apfelessig + 1 EL Ahornsirup + geräucherte Paprika + Chipotle
- Mediterrane Marinade: Olivenöl + Zitronensaft + getrocknete Kräuter (Thymian, Oregano) + Knoblauch
Marinaden immer mindestens 30 Minuten einwirken lassen – über Nacht im Kühlschrank ist ideal.
Vegane Grillbeilagen
Kein Grillabend ohne Beilagen! Vegane Abend-Snacks und Dips runden den Tisch ab:
- Hummus mit Paprikastreifen
- Veganer Tzatziki aus Soja-Joghurt
- Grillbrot mit Knoblauchöl
- Salate mit frischen Kräutern
Noch mehr Ideen: Vegane Snacks zum Grillen
Praktische Tipps für den veganen Grillabend
- Separate Grillzone: Wenn du mit Nicht-Veganer:innen grillst, nutze eine separate Grillzone oder einen eigenen Rost für vegane Produkte.
- Grill gut vorheizen: 15 Minuten aufheizen und Rost mit Öl einpinseln vor dem ersten Einsatz.
- Gefrorene Produkte antauen: Vegane Grillwürste aus dem Tiefkühler immer erst vollständig auftauen.
- Resthitze nutzen: Zum Ende der Grillzeit Brot und Mais über der noch vorhandenen Glut fertiggrillen.
Veganes Grillen ist längst kein Kompromiss mehr – im Gegenteil: Bunte Gemüse, würzige Marinaden und hochwertige pflanzliche Würste machen jeden Grillabend zu einem Genuss. Mehr Rezept-Inspiration findest du bei Lecker.de Vegan Grillen und natürlich in unseren Rezepten auf VeganBlatt.