Vegane Butter selber machen

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Vegane Butter selbst zu machen ist einfacher als gedacht und braucht wirklich nur wenige Minuten. Drei Varianten - mit Kokosöl, ohne Kokosöl auf Cashew-Basis und eine nussfreie Version - damit du die passende Methode für deine Bedürfnisse findest.

Laut einer Harvard-Studie in JAMA Internal Medicine (2025) kann der Austausch von tierischer Butter durch pflanzliche Öle das Krebsrisiko und die Gesamtsterblichkeit um bis zu 17 Prozent senken. Bereits 10g tierische Butter täglich gegen Pflanzenöl tauschen macht einen messbaren Unterschied. Wer vegane Butter selbst macht, weiß genau, was drin ist.

Welche Zutaten brauche ich für vegane Butter?

Der Aufbau ist immer gleich: ein festes Fett als Basis, ein flüssiges Öl für Geschmack und Textur, eine Menge Pflanzenmilch oder Wasser für Cremigkeit und etwas Salz und Geschmack.

Geruchsneutrales Kokosöl ist die beliebteste Basis - es verhält sich wie echte Butter: fest im Kühlschrank, weich bei Zimmertemperatur. Nur raffiniertes (desodorisiertes) Kokosöl verwenden, nicht natives - sonst schmeckt die Butter nach Kokos.

Cashews (für die Kokos-freie Variante): eingeweichte, geblendete Cashews liefern Cremigkeit und eine leicht nussige Note. Mit etwas Kakaobutter oder Shea-Butter für Festigkeit wird die Cashew-Butter streichfähig ohne jedes Kokosöl.

Lein- oder Rapsöl als flüssiges Öl: Leinöl bringt Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure) und milden Geschmack. Rapsöl ist günstiger mit ähnlichem Fettsäureprofil. Laut ScienceDaily (2024) verbessert der Wechsel zu Lein- und Rapsöl das Blutfettbild nachweislich.

Kurkuma (1/4 TL): Gibt die goldgelbe Butterfarbe. Kein Eigengeschmack bei dieser geringen Menge.

Apfelessig (1/2 TL): Die leichte Säure gibt den Buttergeschmack. Optional, aber empfohlen.

Sonnenblumen-Lecithin (optional, 1 TL): Der beste Emulgator fur vegane Butter. Verhindert das Trennen von Öl und Wasserphasen. Bei DM in der Naturkostabteilung oder im Bioladen erhältlich.

Wie gelingt die Emulsion?

Der häufigste Fehler: unterschiedliche Temperaturen der Zutaten. Alles muss Zimmertemperatur haben - kein heißes Kokosöl mit kalter Pflanzenmilch mischen.

Das flüssige Kokosöl (handwarm, max. 40°C) und die Pflanzenmilch bei Zimmertemperatur mit einem Stabmixer ca. 1-2 Minuten aufschlagen bis eine gleichmäßige, cremige Masse entsteht. Dann sofort in ein Glas füllen und 1-2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Welche Methoden gibt es?

Methode Basis Besonderheit Ideal für
Klassisch mit Kokosöl Kokosöl + Leinöl Einfachste Version, 15 Min. Aufstreichen, Backen
Cashew-Butter (ohne Kokosöl) Cashews + Kakaobutter Kein Kokosgeschmack moglich, nussig Wer Kokosöl vermeiden will
Nussfrei (Sonnenblumen) Kokosöl + Sonnenblumenöl Allergenarm, neutral Nussallergie, Schuljause

Methode 1: Klassische vegane Butter (15 Minuten)

Diese Version gelingt immer und braucht keine besonderen Zutaten.

Zutaten (ergibt ca. 200g):

Zubereitung: Kokosöl bei Zimmertemperatur oder kurz im Wasserbad schmelzen (max. 40°C). Alle Zutaten in einen hohen Mixbehälter geben. Mit Stabmixer 1-2 Minuten cremig aufschlagen. In ein sauberes Glas füllen, 1-2 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

Methode 2: Cashew-Butter ohne Kokosöl

Fur alle, die kein Kokosöl verwenden wollen.

Zutaten (ergibt ca. 200g):

Zubereitung: Eingeweichte Cashews mit Wasser im Hochleistungsmixer zu einer sehr glatten Creme blenden. Geschmolzene Kakaobutter und Öl zugeben. Lecithin, Salz und Apfelessig zugeben und nochmals mixen bis alles emulgiert ist. Im Kühlschrank fest werden lassen (mindestens 3 Stunden).

Methode 3: Nussfreie Version

Ohne Nüsse und Samen - geeignet bei Allergien.

Zutaten (ergibt ca. 200g):

Zubereitung: Wie Methode 1. Das Ergebnis ist sehr neutral im Geschmack.

Wie lange hält vegane Butter und wie lagere ich sie richtig?

Im sauber verschlossenen Schraubglas im Kühlschrank halten alle Versionen 2-3 Wochen. Das Glas vor dem Befüllen sterilisieren (ausgekochtes Wasser oder kurz in den Backofen bei 120°C). Immer mit sauberem Besteck entnehmen.

Einfrieren funktioniert gut: Die fertige Butter in Portionen auf Backpapier rollen (Zylinderform), einfrieren und bei Bedarf im Kühlschrank auftauen. So hält sie mehrere Monate.

Wofür kann ich vegane Butter verwenden?

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig:

Für alle weiteren veganen Kochideen: Der vegane Brotaufstriche Guide zeigt noch mehr kreative Aufstrichideen. Den fertigen vegane Butter und Margarine Kaufguide hilft wenn du lieber kaufen als selber machen willst. Das bestehende Basis-Rezept findest du auch unter Vegane Butter selbstgemacht.

Wer die Kräuterbutter-Variante liebt, findet passende Grill-Ideen im veganen Grillen Guide.

Häufige Fragen

Was brauche ich um vegane Butter selber zu machen?
Für die einfachste Version brauchst du geruchsneutrales Kokosöl, ein flüssiges Pflanzenöl (Lein- oder Rapsöl), ungesüßte Pflanzenmilch, Meersalz und optional Kurkuma für die Farbe. Alles wird mit einem Stabmixer aufgeschlagen und dann im Kühlschrank fest gestellt. Fertig in 15 Minuten.
Wie macht man vegane Butter ohne Kokosöl?
Ohne Kokosöl braucht man ein anderes Fett, das bei Kühlschranktemperatur fest wird. Eingeweichte Cashews (gecremst) liefern eine cremige Basis. Kombiniert mit etwas Kakaobutter (10-15g) oder Shea-Butter für Festigkeit und Rapsöl oder Sonnenblumenöl als flüssigem Öl entsteht eine streichfähige Butter ohne Kokosöl. Leinöl gibt Omega-3-Fettsäuren und milden Geschmack.
Wie lange hält selbstgemachte vegane Butter im Kühlschrank?
Im sauber verschlossenen Glasgefäß hält sie 2-3 Wochen im Kühlschrank. Immer mit einem sauberen Löffel oder Messer entnehmen. Eingefroren in Portionen (Eiswürfelbehälter) hält sie mehrere Monate. Wenn sie ranzig riecht oder die Farbe sich verändert, sofort entsorgen.
Kann ich vegane Butter auch zum Backen verwenden?
Ja, die Kokosöl-Variante eignet sich gut für Kekse, Kuchen und Teige - im Verhältnis 1:1 statt herkömmlicher Butter. Für Mürbeteig ist die selbstgemachte Variante ideal. Beim Braten in der Pfanne bei hoher Hitze lieber reines Raps- oder Kokosöl verwenden, da die Mischung einen niedrigeren Rauchpunkt hat.
Welche Zutaten kaufe ich in Österreich?
Geruchsneutrales Kokosöl gibt es bei Billa, Spar, Hofer und DM. Leinöl und Rapsöl in kalt gepresster Qualität findest du in Biosupermärkten, bei DM oder Müller. Cashews (für die Cashew-Variante) gibt es überall im Supermarkt. Sonnenblumen-Lecithin als Emulgator ist bei DM in der Naturkostabteilung oder im Bioladen erhältlich.
Warum trennt sich meine vegane Butter?
Wenn sich Öl und Wasserphasen trennen, liegt es meist an zu unterschiedlichen Temperaturen. Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben - kein heißes Kokosöl mit kalter Pflanzenmilch mischen. Optional hilft Sonnenblumen- Lecithin (1 TL) als Emulgator - es bindet Wasser und Öl zuverlässig.
Schmeckt vegane Butter wirklich nach Butter?
Mit Apfelessig (leichte Säure) und Hefeflocken (umami, käsig) kommt der Geschmack sehr nah an Butter heran. Kurkuma gibt die typisch goldgelbe Farbe. Kalt gepresstes Leinöl bringt einen milden, nussigen Geschmack. Wer es sehr neutral mag, nimmt Rapsöl statt Leinöl.
Ist vegane Butter gesünder als Tier-Butter?
Pflanzliche Fette liefern mehr ungesättigte Fettsäuren und kein Cholesterin. Laut einer Studie in JAMA Internal Medicine (2025) von Harvard-Forschern war der Austausch von Butter durch Pflanzenöle mit niedrigerem Sterblichkeitsrisiko verbunden. Selbstgemachte vegane Butter aus hochwertigen Pflanzenölen enthält zudem keine Konservierungsstoffe oder Farbstoffe.