Zero Waste Leben: 6 praktische Schritte für weniger Müll
Ein müllfreies Leben klingt nach einer großen Herausforderung, ist aber einfacher als gedacht. Laut Statistischem Bundesamt produziert jede Person in Österreich und Deutschland durchschnittlich 433 kg Haushaltsabfall pro Jahr. Die gute Nachricht: Mit ein paar bewussten Entscheidungen kannst du diese Menge erheblich reduzieren.
1. Nein sagen: Überlege bei allem, ob du es wirklich brauchst
Viele Dinge, die wir im Alltag wegwerfen, benötigen wir gar nicht. Erst durch bewusstes Nachdenken fällt auf, mit wie vielen Produkten wir täglich in Kontakt kommen. Den Flyer auf der Straße, den Terminzettel vom Arzt, die Plastiktüte mit den drei Äpfeln im Supermarkt oder die Werbung im Briefkasten – all das ist Müll, auf den wir leicht verzichten können.
Praktische Tipps:
- Termine direkt in den Kalender eintragen statt Zettel mitnehmen
- Äpfel und Gemüse brauchen keine extra Tüte
- "Bitte keine Werbung"-Aufkleber auf den Briefkasten
- Vor jedem Kauf kurz nachdenken: "Brauche ich das wirklich?"
2. Vorsorgen: Immer eine Einkaufstasche dabei haben
Mit der richtigen Vorbereitung sparst du einiges an Müll. Für den spontanen Einkauf eignet sich eine kleine, faltbare Einkaufstasche in der Handtasche. Semmeln vom Bäcker transportierst du so ganz ohne Papiertüte.
Zero Waste beim Einkaufen:
- Wiederverwendbare Obst- und Gemüsenetze nutzen
- Eigene Vorratsdosen zum Markt mitnehmen
- In Unverpackt-Läden einkaufen – laut Zero Waste Austria gibt es in Österreich bereits über 50 Shops
- Weitere Tipps für den plastikfreien Einkauf findest du hier
3. Aus alt mach neu: Reparieren statt wegwerfen
Viele alte Dinge lassen sich leicht reparieren. Ein altes Fahrrad, den kaputten Tisch oder ein altes Sofa kannst du oft durch ein paar Handgriffe wieder fit machen.
Repair Cafés in Österreich:
Wer sich das Reparieren nicht zutraut, findet Hilfe in einem der über 379 Repair Cafés in Österreich. Diese ehrenamtlichen Initiativen bieten "Hilfe zur Selbsthilfe" – du reparierst gemeinsam mit erfahrenen Helfer:innen deine defekten Geräte. Allein 2024 fanden über 1.500 Reparatur-Termine statt!
Auch für unbegabte Handwerker:innen ist bei diesen DIY-Möbel-Ideen etwas dabei. Das nötige Werkzeug kannst du im Baumarkt leihen oder die Nachbarn fragen.
4. Tausche, leihe und verschenke
Kleidung, die du nicht mehr haben willst, gefällt vielleicht noch anderen. Du kannst sie auf Flohmärkten, in Second-Hand-Geschäften oder auf Plattformen wie Vinted (ehemals Kleiderkreisel) verkaufen oder tauschen.
Sharing-Optionen:
- Carsharing: In Wien bieten ShareNow (ehemals car2go) und Getaround flexible Mobilität ohne eigenes Auto
- Nachbarschaftshilfe: Werkzeug und Geräte mit Nachbarn teilen
- Verschenken: Auf willhaben oder in Facebook-Gruppen findest du für fast alles Abnehmer:innen
- Foodsharing: Über foodsharing.de und FairTeiler kannst du übrig gebliebenes Essen mit anderen teilen. So funktioniert Foodsharing
5. Keine Verschwendung: Bewusster Umgang mit Ressourcen
Laut Umweltbundesamt werden in deutschen Haushalten jährlich knapp 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – 58 % davon in Privathaushalten.
Tipps gegen Verschwendung:
- Nur kaufen, was du auch isst
- Reste am nächsten Tag verwerten oder einfrieren
- 4 Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
- Bewusst mit Wasser und Energie umgehen
6. Lass dich inspirieren
Wir haben viel zum Thema Zero Waste gesammelt:
- Verpackungsfreie Supermärkte in Österreich und Deutschland
- Putzmittel selber machen – ganz ohne Plastik
- Ein müllfreies Badezimmer einrichten
- Zero Waste beim Essen unterwegs
Zero Waste ist längst kein "Öko-Hippie-Thema" mehr, sondern ein moderner Lifestyle. Die Community wächst: Das Offene Initiativen Netzwerk koordiniert bereits hunderte nachhaltige Projekte in Österreich.
Quellen: