Möbel upcyceln

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Ein wackeliger Stuhl vom Sperrmüll, eine alte Kommode aus dem Keller oder ausrangierte Paletten vom Baumarkt - mit ein paar Handgriffen wird daraus ein neues Lieblingsstück. Möbel-Upcycling spart Ressourcen, schont den Geldbeutel und macht aus 08/15-Möbeln etwas Persönliches.

Möbel-Upcycling schont Ressourcen und Umwelt

In Deutschland werden laut Umweltbundesamt jedes Jahr rund 3,6 Millionen Tonnen Möbel neu gekauft - viele davon landen nach kurzer Nutzung im Sperrmüll, obwohl sie noch brauchbar wären. EU-weit entsorgen Unternehmen und Haushalte laut Eurostat-Zahlen, zusammengefasst von WeiterGeben, jährlich etwa 10 Millionen Tonnen Möbel auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen. Allein auf Deutschland entfallen davon rund 2,3 Millionen Tonnen.

Ein Fallbeispiel aus Darmstadt zeigt die Größenordnung: In den dortigen 5.000 Tonnen Sperrmüll pro Jahr steckt Holz im Umfang von etwa 1.300 Bäumen. Jedes Möbelstück, das repariert, gespendet oder umgestaltet statt entsorgt wird, spart also echtes Material.

Möbel retten: Spenden, verkaufen, weiterverwenden

Nicht jedes Möbelstück eignet sich für ein eigenes Upcycling-Projekt - und das muss es auch nicht. Gut erhaltene Möbel finden über Spendenorganisationen oder Second-Hand-Plattformen ein neues Zuhause, bevor überhaupt ein Griff zu Schleifpapier oder Pinsel nötig ist.

In Österreich zeigt eine Erhebung von bewusstkaufen.at, dass Haushalte 2022 mit 6,06 Milliarden Euro so viel für Möbel ausgegeben haben wie nie zuvor - ein Grund mehr, gebrauchte Stücke weiterzugeben statt wegzuwerfen.

Anbieter Was passiert mit den Möbeln Kosten Gebiet
carla Wien Abholung, Weiterverkauf in Second-Hand-Shops ab 29 € Pauschale, größere Mengen auf Anfrage Wien, Niederösterreich
Volkshilfe, Caritas, Diakonie Weitergabe an Menschen mit geringem Einkommen meist kostenlose Abholung größerer Stücke Österreich, Deutschland
weitergeben.org, willhaben.at, Kleinanzeigen Verkauf oder Verschenken direkt an Privatpersonen keine Abholung, Übergabe selbst organisieren Österreich, Deutschland

Beliebte Upcycling-Projekte für Zuhause

Wer selbst Hand anlegen will, findet laut toom Baumarkt vor allem bei diesen Materialien schnelle Erfolge:

Oberflächen richtig vorbereiten und behandeln

Vor dem Anmalen oder Lackieren zuerst Schmutz, alte Aufkleber und rostige Beschläge entfernen. Rohe, naturbelassene Paletten und Kisten danach abschleifen, damit später keine Splitter zurückbleiben.

Für Möbelstücke im Freien empfiehlt sich ein wetterfester Klarlack - er macht die Oberfläche wasser- und schmutzabweisend. Neue Griffe, Beschläge oder ein Anstrich in einer anderen Farbe reichen oft schon, um einem alten Stück ein völlig neues Gesicht zu geben.

Gefundenes Holz vor der Verwendung prüfen

Nicht jedes Fundstück eignet sich ohne Weiteres fürs Upcycling. Laut Umweltbundesamt können Holzwerkstoffe wie Spanplatten, MDF oder Sperrholz Formaldehyd ausdünsten, das die Raumluft belastet - besonders bei älteren oder stark abgenutzten Möbeln.

Vollholz aus massiven Brettern oder Paletten ist meist unbedenklicher als beschichtete Spanplatten. Riecht ein Fundstück stark chemisch oder ist die Oberfläche stark beschädigt, eignet es sich besser für ein Projekt im Außenbereich als für Möbel im Wohn- oder Kinderzimmer.

Wer mit dem Umgestalten von Materialien Gefallen findet, kann das Prinzip gleich weiterdenken: Auch aus altem Papiermüll lassen sich neue Dinge basteln, und im Artikel Recycle: Verwerten, was übrig bleibt gibt es weitere Ideen, wie sich Alltagsgegenstände ein zweites Leben schenken lassen.

Häufige Fragen

Warum lohnt sich Möbel-Upcycling ökologisch?
Weil neue Möbelproduktion Holz, Energie und Wasser verbraucht, während Upcycling vorhandenes Material weiter nutzt. Laut Eurostat landen EU-weit jährlich rund 10 Millionen Tonnen Möbel auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen, obwohl viele Stücke noch brauchbar wären. Jedes gerettete Möbelstück spart die Ressourcen für eine Neuproduktion.
Wie bereite ich alte Möbel für ein Upcycling-Projekt vor?
Zuerst Schmutz, alte Aufkleber und rostige Nägel oder Schrauben entfernen. Danach die Oberfläche anschleifen, damit neue Farbe oder Lack gut haftet. Wackelige Verbindungen vorher fest verschrauben oder verleimen, sonst hält das fertige Stück nicht lange.
Welches Werkzeug brauche ich für einfache Upcycling-Projekte?
Für die meisten Projekte reichen Schleifpapier, ein Akkuschrauber, Pinsel oder Farbrolle und wetterfester Lack oder Klarlack. Für Palettenmöbel kommen noch eine Säge und ausreichend lange Schrauben dazu. Wer kein eigenes Werkzeug hat, kann es sich oft von Nachbarn oder in einer lokalen Werkzeugbibliothek ausleihen.
Wohin mit Möbeln, die ich nicht selbst upcyceln möchte?
Gut erhaltene Möbel gehören nicht in den Sperrmüll, sondern zu einer Spendenorganisation, auf eine Second-Hand-Plattform oder in eine Facebook-Gruppe für Verschenkmöbel. In Wien holt etwa carla Möbelspenden ab, in Deutschland nehmen Sozialkaufhäuser wie Diakonie-Läden oder Oxfam-Shops gebrauchte Stücke entgegen.
Wie behandle ich Palettenholz für den Außenbereich?
Rohe, naturbelassene Paletten vor der Verwendung gründlich abschleifen, um Splitter zu vermeiden, und anschließend mit einem wetterfesten Klarlack versiegeln. Der Klarlack macht die Oberfläche wasser- und schmutzabweisend, damit das Möbelstück auch draußen länger hält.
Was mache ich mit Möbeln, die nicht mehr reparabel sind?
Wirklich kaputte, nicht mehr verwertbare Möbel gehören zum Sperrmüll oder auf den Wertstoffhof. Vorher lohnt sich aber ein Check, ob nur einzelne Teile wie Beschläge, Griffe oder Füße noch für ein anderes Upcycling-Projekt brauchbar sind.