Ist Öl vegan? Olivenöl, Rapsöl, Kokosöl und mehr im Check

16.2.2026

Du stehst im Supermarkt und fragst dich, ob Öl eigentlich vegan ist? Die kurze Antwort: Ja, alle Speiseöle sind von den Inhaltsstoffen her vegan. Aber bei genauerem Hinsehen gibt es einige interessante Aspekte, die viele nicht kennen – besonders bei Olivenöl und Palmöl.

Die Grundregel: Speiseöle sind pflanzlich

Alle gängigen Speiseöle werden aus pflanzlichen Quellen gewonnen:

Bei der Herstellung werden den gepressten Früchten oder Samen keine tierischen Inhaltsstoffe zugefügt. Auch Hilfsmittel tierischen Ursprungs kommen bei der Ölgewinnung nicht zum Einsatz – anders als etwa bei Essig oder Wein, wo tierische Klärmittel verwendet werden können.

Das Olivenöl-Problem: Millionen Vögel sterben bei der Ernte

Hier wird es interessant: Nicht das Olivenöl selbst, sondern die Erntemethoden bei manchen Herstellern sind problematisch.

Wie maschinelle Ernte Vögeln schadet

Laut MANI Bio und Vegpool arbeiten große Erntemaschinen wie riesige Staubsauger: Sie fahren über die Olivenbäume, schütteln sie und saugen die fallenden Oliven ein. Das Problem: Diese Ernte findet oft nachts statt.

In den Olivenhainen überwintern zur Erntezeit etliche Zugvögel. Der nächtliche Lärm und die Lichter verwirren die aus dem Schlaf gerissenen Vögel – sie fliehen nicht, sondern verharren in den Bäumen. Die Folge: Alleine in Spanien werden laut Philia Nature und Gentside pro Saison 2,6 Millionen Vögel von den Erntemaschinen eingesaugt und getötet.

Welches Olivenöl ist ethisch unbedenklich?

Die gute Nachricht: In vielen Olivenöl-Ländern werden diese Maschinen gar nicht verwendet.

Griechenland beispielsweise eignet sich geologisch kaum für maschinelle Ernte. Die hügeligen Landschaften und knorrigen Zweige lassen ein Durchkommen vielerorts nicht zu. Hier werden Oliven traditionell per Hand oder mit Rüttelstangen geerntet – vogelfreundlich!

Achte beim Kauf auf:

Palmöl: Vegan, aber ethisch umstritten

Palmöl ist ein weiteres Öl, das für ethische Diskussionen sorgt. Von den Inhaltsstoffen her ist es vegan – aber die Herstellung zerstört Regenwälder und bedroht Wildtiere.

Die Fakten zu Palmöl

Laut der Orangutan Foundation International und Vegan Food and Living ist Palmöl die führende Ursache für das Aussterben von Orang-Utans:

Boykott oder nachhaltiges Palmöl?

Hier gehen die Meinungen auseinander:

Für einen Boykott spricht laut Ethical Consumer, dass selbst "zertifiziertes" Palmöl (RSPO) weiterhin Abholzung und Zerstörung von Torfwäldern erlaubt.

Für nachhaltiges Palmöl spricht: Ölpalmen sind extrem ertragreich – sie produzieren bis zu 10x mehr Öl pro Hektar als andere Ölpflanzen. Ein Umstieg auf andere Öle würde möglicherweise noch mehr Land verbrauchen.

Meine Empfehlung: Wo möglich, Palmöl durch andere Öle ersetzen. Wenn Palmöl unvermeidbar ist, auf RSPO-Zertifizierung achten – besser als gar nichts.

Welches Öl ist am gesündesten?

Nicht alle Öle sind ernährungsphysiologisch gleichwertig. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Rapsöl: Der Allrounder

Laut Deutschland is(s)t vegan und Vegpool ist Rapsöl für Veganer besonders empfehlenswert:

Sonnenblumenöl: Mit Vorsicht genießen

Obwohl sehr beliebt, hat Sonnenblumenöl Nachteile:

Laut Biokontor verwendet z.B. die Rügenwalder Mühle kein Sonnenblumenöl mehr – aus gesundheitlichen Gründen.

Olivenöl: Mediterrane Qualität

Natives Olivenöl extra ist reich an einfach ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien. Im Stiftung Warentest Olivenöl-Test 2026 erhielten 4 von 25 getesteten Ölen die Note "gut".

Tipp: Für kalte Gerichte und Salate verwenden – zum Braten bei hohen Temperaturen weniger geeignet.

Leinöl: Omega-3-Bombe

Leinöl hat den höchsten Omega-3-Gehalt aller pflanzlichen Öle. Allerdings:

MCT-Öl: Für spezielle Anwendungen

Laut KoRo und Ölmühle Solling ist MCT-Öl:

Was ist mit Fischöl und Omega-3?

Fischöl ist natürlich nicht vegan. Aber die gute Nachricht: Es gibt längst hervorragende pflanzliche Alternativen!

Laut Momentous und Nordic Naturals liefern Algenöle dieselben EPA- und DHA-Fettsäuren wie Fischöl – nur aus der ursprünglichen Quelle. Denn Fische haben diese Fettsäuren auch nur, weil sie Algen fressen!

Vegane Omega-3-Quellen:

Für die beste Versorgung empfehlen Experten laut Today's Dietitian 200-300 mg EPA+DHA aus Algenöl zwei- bis dreimal pro Woche – für Menschen über 60 täglich.

Fazit: Welches Öl soll ich kaufen?

Von den Inhaltsstoffen her sind alle Speiseöle vegan. Bei der Ethik gibt es Unterschiede:

Öl Inhaltsstoffe Ethik-Check
Rapsöl Vegan Unbedenklich
Sonnenblumenöl Vegan Unbedenklich
Leinöl Vegan Unbedenklich
Olivenöl Vegan Auf Handernte achten!
Kokosöl Vegan Meist unbedenklich
Palmöl Vegan RSPO oder vermeiden
MCT-Öl Vegan Unbedenklich (wenn palmölfrei)

Meine Top-Empfehlung für den Alltag:

  1. Rapsöl zum Braten und Backen (günstiges Omega-Verhältnis)
  2. Olivenöl (handgeerntet/griechisch) für Salate
  3. Leinöl für extra Omega-3 im Müsli
  4. Algenöl-Kapseln für EPA/DHA

So bekommst du alle wichtigen Fettsäuren und unterstützt ethische Produktion.


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