Veganes Superfood Granatapfel: 4 Gründe, mehr davon zu essen
Der Granatapfel zählt zu den nährstoffreichsten Früchten am Markt - doch nicht jede Wunderwirkung, die ihm nachgesagt wird, ist auch belegt. Ein Blick auf das, was tatsächlich drinsteckt, und wie du die Frucht am besten in deine vegane Küche holst.
Diese Nährstoffe stecken wirklich im Granatapfel
100 Gramm Granatapfelkerne liefern Kalium, Calcium, Eisen sowie Vitamin C und B-Vitamine - allerdings mit rund 7 Milligramm Vitamin C deutlich weniger als eine Orange mit etwa 70 Milligramm (Verbraucherzentrale). Granatapfelsaft kommt auf etwa 80 Kilokalorien pro 100 Gramm (AOK).
Sein eigentliches Markenzeichen sind die Polyphenole: allen voran Punicalagin, ein Gerbstoff (Ellagitannin), der laut wissenschaftlicher Übersichtsarbeit für mehr als die Hälfte der antioxidativen Wirkung des Granatapfelsafts verantwortlich ist (PMC-Studie). Interessant dabei: Die Schale enthält sogar noch mehr davon als das Fruchtfleisch selbst - sie macht aber die Hälfte der Frucht aus und ist nicht essbar.
Was ist wissenschaftlich wirklich belegt?
Hier lohnt sich Ehrlichkeit statt Superfood-Marketing: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2010 die eingereichten Studien zu Granatapfel-Produkten geprüft - für Aussagen zu Herz-Kreislauf, Cholesterin, Blutzucker, Haut oder Antioxidation gab es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage. Zugelassene Werbeaussagen existieren bis heute nicht (Verbraucherzentrale).
Das heißt nicht, dass die Frucht wertlos wäre - im Gegenteil: Sie liefert Kalium, Ballaststoffe und eine der höchsten Polyphenol-Konzentrationen unter den heimisch erhältlichen Früchten (ÖKO-TEST). Er ist damit ein wertvoller Baustein einer bunten, pflanzlichen Ernährung - aber eben kein Wundermittel und kein Ersatz für ärztlichen Rat.
Auswählen, lagern, entkernen
- Auswählen: Je schwerer die Frucht im Verhältnis zu ihrer Größe, desto saftiger ist sie. Finger weg von Exemplaren mit Schimmel an der Blütenseite oder weichen Stellen.
- Lagern: Bei Zimmertemperatur hält sich ein Granatapfel etwa 2 Wochen, im Kühlschrank bis zu 4 Wochen frisch - er reift, anders als ein Apfel, nach der Ernte nicht mehr nach.
- Entkernen ohne Sauerei: Den Granatapfel in einer mit Wasser gefüllten Schüssel vierteln und die Kerne unter Wasser herauslösen. Sie sinken zu Boden, die bitteren weißen Trennhäute schwimmen oben und lassen sich einfach abschöpfen.
- Entsaften: Die Frucht halbieren und wie eine Zitrusfrucht auspressen - das geht am schnellsten und schont die Küchenoberflächen.
So kommt er in deine vegane Küche
Die Kerne machen sich als knackiges Topping auf Salaten besonders gut - probier sie zum Beispiel im veganen Wintersalat mit Granatapfel oder im Grünkohl-Salat mit Granatapfel & Avocado. Auch über einer cremigen Suppe oder direkt auf dem Frühstücksporridge sorgen sie für den gewissen Crunch und eine schöne Portion Farbe. Weitere saisonale Kombinationsideen findest du in unserer Übersicht zu veganem Wintergemüse im Februar.
Quellen:
- Verbraucherzentrale: Granatapfel - die gesunde Superfrucht?
- AOK: Ist ein Granatapfel gesund?
- ÖKO-TEST: Wie gesund ist der Granatapfel wirklich?
- Food Applications and Potential Health Benefits of Pomegranate and its Derivatives (PMC)
Häufige Fragen
- Wie lange hält sich ein Granatapfel?
- Bei Zimmertemperatur bleibt er etwa 2 Wochen frisch, im Kühlschrank sogar bis zu 4 Wochen - die feste Schale schützt das Fruchtfleisch gut vor Austrocknung.
- Wie entkerne ich einen Granatapfel ohne Sauerei?
- Schneide den Granatapfel in einer mit Wasser gefüllten Schüssel in Viertel und löse die Kerne unter Wasser mit den Fingern heraus. Die schweren Kerne sinken nach unten, die bitteren weißen Trennhäute schwimmen oben - so lassen sie sich leicht abschöpfen, und die roten Spritzer auf Küche und Kleidung bleiben aus.
- Ist Granatapfelsaft genauso gesund wie die ganze Frucht?
- Nein. Die frischen Kerne liefern zusätzlich Ballaststoffe und weniger Zucker pro Portion als das gepresste Fruchtfleisch. Für den täglichen Genuss sind daher die Kerne selbst die bessere Wahl, Saft eher die Ausnahme.