Vegane Süßkartoffel: Nährwerte, Gesundheitsvorteile und Zubereitung

27.1.2026

Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) hat sich längst von der exotischen Knolle zum festen Bestandteil der veganen Küche entwickelt. Ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammend, ist sie heute die siebtmeistproduzierte Kulturpflanze weltweit. Trotz des Namens ist sie botanisch nicht mit der Kartoffel verwandt, sondern gehört zur Familie der Windengewächse. Von leuchtend orange bis tief violett – die über 400 Sorten bieten nicht nur geschmackliche Vielfalt, sondern auch unterschiedliche Nährstoffprofile.

Nährwerte der Süßkartoffel auf einen Blick

Pro 100 Gramm gekochte Süßkartoffel enthält das Gemüse beeindruckende Werte:

Nährstoff Menge Tagesbedarf
Beta-Carotin 8.500 µg über 400%
Vitamin A 709 µg RAE 120%
Vitamin C 17 mg 30%
Kalium 440 mg 12%
Ballaststoffe 3 g 12%
Magnesium 54 mg 15%

Quelle: NC State Extension

Beta-Carotin: Der Star unter den Nährstoffen

Der auffällig orange Farbstoff ist mehr als nur hübsch anzusehen. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgewandelt – einem Nährstoff, der für gesunde Augen, ein starkes Immunsystem und die Zellerneuerung wichtig ist. Eine einzige mittelgroße Süßkartoffel liefert das 5- bis 7-fache des täglichen Beta-Carotin-Bedarfs.

Wichtig für die Aufnahme: Da Beta-Carotin fettlöslich ist, solltest du Süßkartoffeln immer mit etwas Fett kombinieren. Laut Lubera reichen bereits 3-5 Gramm Fett pro Portion – ein Schuss Olivenöl oder ein paar Nüsse genügen. Die Bioverfügbarkeit von Beta-Carotin aus Süßkartoffeln ist dabei 2-3x höher als aus anderen Gemüsesorten.

Orange vs. Violett: Welche Sorte ist besser?

Die Farbe verrät viel über die Inhaltsstoffe:

Orange Süßkartoffeln enthalten den höchsten Beta-Carotin-Gehalt – bis zu 16.000 µg pro 100 Gramm. Sie sind ideal, wenn du deinen Vitamin-A-Haushalt unterstützen möchtest.

Violette Süßkartoffeln punkten mit Anthocyanen – kraftvollen Antioxidantien, die ihnen die dunkle Farbe verleihen. Laut einer Studie im Journal of Nutritional Science können die Anthocyane aus violetten Süßkartoffeln den Blutdruck positiv beeinflussen. Eine weitere PMC-Studie zeigte, dass violette Süßkartoffel-Anthocyane den Blutzucker normalisieren und die Darmflora bei Typ-2-Diabetes verbessern können.

Blutzucker und glykämischer Index

Ein oft diskutiertes Thema: Wie wirkt sich die Süßkartoffel auf den Blutzucker aus? Die Antwort hängt stark von der Zubereitung ab.

Zubereitungsart Glykämischer Index
Gekocht (30 Min.) 46 (niedrig)
Gedämpft 63 (mittel)
Im Ofen gebacken 94 (hoch)

Quelle: PMC Study

Wer auf seinen Blutzucker achtet, sollte Süßkartoffeln also lieber kochen statt backen. Der Grund laut Healthline: Beim Kochen bleibt mehr resistente Stärke erhalten – eine Art Ballaststoff, der langsamer verdaut wird.

Tipp: Lässt du gebackene Süßkartoffeln nach dem Garen abkühlen, bildet sich wieder mehr resistente Stärke – der glykämische Index sinkt dadurch.

Wissenschaftlich belegte Gesundheitsvorteile

Die aktuelle Forschung zeigt mehrere potenzielle Vorteile:

Antioxidative Wirkung: Die bioaktiven Verbindungen in Süßkartoffeln – Beta-Carotin, Anthocyane und Polyphenole – können oxidativen Stress reduzieren, der mit chronischen Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Darmgesundheit: Süßkartoffeln fördern laut einer PMC-Studie das Wachstum nützlicher Darmbakterien wie Bifidobakterien und Laktobazillen. Die Ballaststoffe dienen als Futter für diese "guten" Bakterien.

Immunsystem: Eine Studie zu violetten Süßkartoffelblättern zeigte, dass der tägliche Verzehr verschiedene Immunfunktionen modulieren kann, darunter die Aktivität natürlicher Killerzellen.

Hautgesundheit: Neuere Forschung deutet darauf hin, dass Süßkartoffelextrakte die Kollagenproduktion anregen und die Hautfeuchtigkeit verbessern können.

Richtig lagern und zubereiten

Lagerung: Süßkartoffeln mögen es kühl (12-15°C) und dunkel, aber nicht im Kühlschrank – dort werden sie hart und verlieren an Geschmack. Bei richtiger Lagerung halten sie mehrere Wochen.

Zubereitung in der veganen Küche:

Schale mitessen? Ja! Die Schale enthält zusätzliche Ballaststoffe und Nährstoffe. Achte auf Bio-Qualität oder wasche sie gründlich.

Fazit: Ein Superfood für die vegane Ernährung

Die Süßkartoffel verdient ihren Platz in der veganen Küche: Sie liefert wichtige Nährstoffe wie Beta-Carotin, ist vielseitig einsetzbar und schmeckt dabei auch noch gut. Ob orange oder violett – beide Varianten bringen wertvolle Pflanzenstoffe auf den Teller.

Quellen: