Veganer Meerrettich: 7 wissenschaftlich belegte Gesundheitsvorteile

16.2.2026

Die unterschätzte Wunderwurzel aus dem heimischen Garten

Meerrettich – oder Kren, wie er in Österreich liebevoll genannt wird – ist weit mehr als nur die scharfe Beilage zur Osterjause. Diese unscheinbare weiße Wurzel aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) wird seit Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt und erlebt gerade eine Renaissance in der modernen Ernährungswissenschaft.

Was macht Meerrettich so besonders? Es sind vor allem die Glucosinolate – allen voran Sinigrin, das etwa 74-83% des gesamten Glucosinolatgehalts ausmacht. Wenn du die Wurzel reibst oder kaust, wird das Enzym Myrosinase aktiv und wandelt Sinigrin in Allylisothiocyanat um – das ist der Stoff, der dir die Tränen in die Augen treibt und gleichzeitig für die meisten gesundheitlichen Vorteile verantwortlich ist.

Die 7 wichtigsten Gesundheitsvorteile

1. Natürliches Antibiotikum

Die antimikrobielle Kraft von Meerrettich ist beeindruckend: Studien zeigen, dass die enthaltenen Isothiocyanate selbst gegen multiresistente Bakterienstämme wirksam sein können – darunter MRSA (methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und multiresistente Pseudomonas aeruginosa. Die minimale bakterizide Konzentration liegt dabei zwischen 208 und 667 μg/mL.

Besonders spannend: Die Isothiocyanate greifen Bakterien auf mehreren Wegen gleichzeitig an – sie schädigen die Zellwand, deaktivieren wichtige Enzyme und bilden Poren in der Bakterienmembran. Das macht es für Bakterien schwieriger, Resistenzen zu entwickeln.

2. Unterstützung bei Atemwegsinfektionen

In Deutschland ist Meerrettich als pflanzliches Arzneimittel für Atemwegsinfektionen zugelassen. Eine Kombination aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse (bekannt als Angocin) wird zur Behandlung von Bronchitis, Sinusitis und Erkältungen eingesetzt. Klinische Studien zeigen, dass diese pflanzliche Therapie bei akuter Bronchitis und Sinusitis ähnlich wirksam sein kann wie konventionelle Antibiotika – bei besserer Verträglichkeit.

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3. Entzündungshemmende Wirkung

Sinigrin ist ein echter Entzündungshemmer: Es blockiert den Entzündungsprozess bereits in einem frühen Stadium, bevor er sich richtig entfalten kann. Laborstudien zeigen, dass Meerrettich-Extrakt die Freisetzung von TNF-α (einem wichtigen Entzündungsmarker) hemmt und sowohl den Cyclooxygenase- als auch den Lipoxygenase-Stoffwechselweg blockiert.

4. Vitamin-C-Quelle für das Immunsystem

Mit etwa 25-29 mg Vitamin C pro 100 g liefert Meerrettich einen soliden Beitrag zu deiner täglichen Versorgung – das entspricht etwa 28-41% des Tagesbedarfs. In Kombination mit den immunstärkenden Isothiocyanaten wird Meerrettich so zum winterlichen Power-Food. Entdecke auch andere heimische Vitamin-C-Bomben wie die Hagebutte!

5. Herzgesundheit und Cholesterin

Tierversuche deuten darauf hin, dass Meerrettich den Gesamtcholesterinspiegel im Blut senken kann. Zusätzlich könnte Sinigrin laut Laborstudien der Entstehung von Atherosklerose (Gefäßverkalkung) entgegenwirken – einem der Hauptrisikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall.

6. Antioxidative Kraft

Die antioxidative Wirkung von Meerrettich ist bemerkenswert: Die enthaltenen Phenolsäuren und Flavonoide helfen, freie Radikale zu neutralisieren und oxidativen Stress zu reduzieren. Das kann langfristig zum Schutz vor chronischen Erkrankungen beitragen.

7. Antimykotische Eigenschaften

Auch gegen Pilze zeigt Meerrettich Wirkung: Laborversuche demonstrieren, dass Isothiocyanate das Wachstum von vier verschiedenen Pilzarten hemmen, die Haut- und Nagelpilzinfektionen verursachen. Da solche Infektionen oft schwer zu behandeln sind, könnte Meerrettich hier eine natürliche Unterstützung bieten.

Nährwerte im Überblick

Pro 100 g Meerrettich erhältst du laut USDA-Datenbank:

Nährstoff Menge
Kalorien 48 kcal
Vitamin C 25-29 mg
Kalium 246 mg
Kalzium 56 mg
Magnesium 27 mg
Phosphor 31 mg
Zink 0,83 mg
Eisen 0,42 mg

So verwendest du Meerrettich

Die klassische Variante: Frisch gerieben zu Kartoffelgerichten, in Saucen oder als Beilage. Je frischer du ihn reibst, desto intensiver die Schärfe – und desto mehr gesunde Isothiocyanate! Tipp: Ein Spritzer Zitronensaft verhindert, dass der geriebene Meerrettich braun wird.

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Andere heimische Superfoods, die perfekt in deine Winterküche passen: Löwenzahn und Pastinake.

Wichtige Hinweise

Meerrettich ist bei normaler Verwendung als Lebensmittel unbedenklich. In größeren Mengen kann er jedoch den Magen-Darm-Trakt reizen. Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen, Nierenproblemen oder Schilddrüsenerkrankungen sollten vorsichtig sein. Während Schwangerschaft und Stillzeit wird empfohlen, Meerrettich nur in kleinen Mengen zu genießen und bei Unsicherheiten ärztlichen Rat einzuholen.

Die hier genannten gesundheitlichen Wirkungen basieren auf wissenschaftlichen Studien, von denen viele an Zellen oder Tieren durchgeführt wurden. Weitere Forschung am Menschen ist nötig, um die Effekte vollständig zu bestätigen.


Quellen: Cleveland Clinic, MDPI Horticulturae, PMC - Glucosinolate Effects, PubMed - Antimicrobial, Springer - Antibiotic-resistant bacteria, USDA FoodData Central