Ist Sojasauce vegan? Kikkoman, Tamari und mehr im Check

15.2.2026

Sojasauce gehört zu den ältesten und beliebtesten Würzsaucen der Welt. Ob im Asia-Restaurant, beim Sushi-Abend oder in der heimischen Küche: Die würzige, dunkle Sauce verleiht vielen Gerichten den charakteristischen Umami-Geschmack. Doch ist Sojasauce auch für eine vegane Ernährung geeignet?

Kurze Antwort: Ja, klassische Sojasauce ist vegan!

Echte, natürlich gebraute Sojasauce besteht aus nur vier pflanzlichen Grundzutaten: Sojabohnen, Weizen, Wasser und Salz. Bei der traditionellen Herstellung werden diese Zutaten über Monate fermentiert - ganz ohne tierische Produkte. Die Kikkoman-Website bestätigt: Wasser, Sojabohnen, Weizen und Salz - mehr braucht es nicht, um die Sojasauce nach einem 300 Jahre alten Rezept zu brauen.

Warum manche trotzdem unsicher sind

Die Verwirrung entsteht oft, weil Sojasauce mit anderen asiatischen Saucen verwechselt wird. Laut Vegane Alternativen versteckt sich Fischsauce in vielen vermeintlich vegetarischen oder veganen asiatischen Speisen. Das ist jedoch etwas völlig anderes als Sojasauce!

Diese asiatischen Saucen sind NICHT vegan:

Sauce Warum nicht vegan?
Fischsauce Wird aus fermentiertem Fisch hergestellt
Austernsauce Enthält Austern als Hauptzutat
Worcestersauce Enthält meist Sardellen (Anchovis)
Traditionelle Ponzu Oft mit Bonitoflocken (Fisch)

Welche Sojasauce-Marken sind vegan?

Kikkoman: V-Label zertifiziert

Die bekannteste Marke ist definitiv vegan. Die Kikkoman Sojasauce ist mit dem V-Label der European Vegetarian Union (EVU) ausgezeichnet. Das gilt für alle Varianten:

Laut Codecheck ist das Produkt vegan, weil kein Inhaltsstoff tierischen Ursprungs enthalten ist.

BILLA Eigenmarke

BILLA bietet eine eigene Sojasauce an - eine Würzsauce mit 56% Sojasauce. Diese ist ebenfalls rein pflanzlich. Du findest sie im BILLA Online Shop.

SPAR Veggie

Alle Produkte der SPAR Veggie Linie werden von der Veganen Gesellschaft Österreich mit dem V-Label zertifiziert.

Tamari: Die glutenfreie Variante

Tamari ist eine spezielle japanische Sojasauce, die traditionell als Nebenprodukt der Miso-Herstellung entsteht. Der entscheidende Unterschied laut Kikkoman: Tamari wird hauptsächlich aus Sojabohnen hergestellt, ohne oder mit nur sehr wenig Weizen.

Eigenschaften von Tamari:

Wichtig für Zöliakiebetroffene: Nicht jede Tamari ist automatisch glutenfrei! Manche Hersteller fügen kleine Mengen Weizen hinzu. Achte auf das glutenfrei-Siegel. Die Kikkoman Tamari ist explizit als glutenfrei gekennzeichnet.

So erkennst du echte, vegane Sojasauce

Auf das Etikett achten

Laut Feinschmecker ist der wichtigste Hinweis: "natürlich gebraut" oder "naturally brewed". Das weist auf die traditionelle Herstellung hin. Eine echte Sojasauce besteht nur aus:

Warnsignale auf dem Etikett

Laut Concept360 gibt es Produkte mit der Aufschrift "Sojasauce", die nur einen bestimmten Prozentsatz Sojasauce enthalten. Der Rest besteht aus Zucker, Farbstoffen, zusätzlichen Aromen und manchmal sogar Fischöl oder Austernsauce. Das sind keine echten Sojasaucen!

Die verschiedenen Sojasaucen-Arten

Japanische Sojasaucen (Shoyu)

Laut dem Japanese Soy Sauce Information Center gibt es fünf offizielle Typen:

  1. Koikuchi (dunkle Sojasauce) - Der Standard, macht 80% der japanischen Produktion aus
  2. Usukuchi (helle Sojasauce) - Salziger, aber heller in der Farbe
  3. Tamari - Intensiver, meist glutenfrei
  4. Shiro (weiße Sojasauce) - Hauptsächlich aus Weizen, süßlicher
  5. Saishikomi (doppelt gebraut) - Besonders kräftig

Der Unterschied zu chinesischer Sojasauce

Laut Kikkoman EU besteht japanische Shoyu nur aus Sojabohnen, Weizen, Wasser und Salz. Chinesische Sojasauce enthält oft zusätzlich Geschmacksverstärker, Säureregulatoren und Konservierungsstoffe.

In Japan werden rund 80% der Sojasaucen mit der traditionellen Honjozo-Methode gebraut, bei der die natürliche Fermentation eine zentrale Rolle spielt. In China sind es nur etwa 40%.

So wird traditionelle Sojasauce hergestellt

Die Kikkoman-Website zum Brauprozess beschreibt die traditionelle Herstellung:

  1. Vorbereitung: Sojabohnen werden eingeweicht und gedämpft, Weizen wird geröstet und zerkleinert
  2. Koji-Herstellung: Die Mischung wird mit Koji-Schimmel (Aspergillus) geimpft
  3. Fermentation: Die Koji-Mischung wird mit Salzwasser zum "Moromi" vermischt und monatelang fermentiert
  4. Pressung: Die fertige Sauce wird aus dem gereiften Moromi gepresst

Der ganze Prozess dauert mehrere Monate bis Jahre - und ist von Anfang bis Ende rein pflanzlich!

FAQ: Häufige Fragen zu veganer Sojasauce

Ist Kikkoman Sojasauce vegan?

Ja! Alle Kikkoman Sojasaucen sind vegan und tragen das V-Label der European Vegetarian Union.

Ist jede Sojasauce vegan?

Fast alle traditionell gebrauten Sojasaucen sind vegan. Vorsicht bei Billigprodukten, die zusätzliche Zutaten wie Fischöl enthalten können.

Ist dunkle Sojasauce vegan?

Ja, sowohl dunkle (Koikuchi) als auch helle (Usukuchi) Sojasauce sind vegan.

Kann ich als Veganer:in Sojasauce im Restaurant bestellen?

Sojasauce selbst ist vegan. Achte aber darauf, dass das Gericht nicht mit Fischsauce, Austernsauce oder anderen tierischen Zutaten zubereitet wurde.

Wo kann ich vegane Sojasauce in Österreich kaufen?

Fazit: Sojasauce ist ein veganer Klassiker

Die gute Nachricht für alle Veganer:innen: Klassische, natürlich gebraute Sojasauce ist rein pflanzlich und kann bedenkenlos verwendet werden. Achte beim Kauf auf "natürlich gebraut" und wenige Zutaten. Bei Marken wie Kikkoman bist du mit dem V-Label auf der sicheren Seite.

Die einzige Ausnahme: Verwechsle Sojasauce nicht mit Fischsauce, Austernsauce oder Worcestersauce - diese sind nicht vegan. Wenn du glutenfrei essen möchtest, greif zur Tamari-Variante.

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