Ist Mehl vegan? Typ 405, Dinkelmehl und mehr im Check

17.2.2026

Du stehst in der Backabteilung und fragst dich: Kann ich dieses Mehl bedenkenlos kaufen? Die kurze Antwort: Ja! Mehl ist in seiner Grundform immer vegan. Aber es gibt ein paar interessante Details, die du als informierter Veganer kennen solltest.

Die Grundregel: Mehl ist pflanzlich

Mehl wird durch das Mahlen von Getreidekörnern hergestellt - ein rein mechanischer Prozess ohne tierische Zutaten. Das gilt für alle gängigen Mehlsorten:

Laut Open Food Facts werden alle gängigen Mehle als "vegan: yes" eingestuft. Das bestätigen auch die Produktdatenblätter der Hersteller.

Was bedeuten die Mehl-Typen?

Die Typenzahl steht nicht für die Feinheit des Mehls, sondern für den Mineralstoffgehalt. Laut dem Bayerischen Müllerbund wird Mehl bei etwa 900 Grad Celsius verglüht, bis nur noch die Mineralstoffe übrig bleiben. Diese Menge in Milligramm pro 100 Gramm ergibt die Typenzahl.

Mehltyp Mineralstoffgehalt Verwendung
Typ 405 405 mg/100g Feine Kuchen, Torten, Kekse
Typ 550 550 mg/100g Brötchen, Pizza, Hefeteig
Typ 1050 1050 mg/100g Mischbrote, Vollwert-Gebäck
Vollkorn ca. 1700-2000 mg/100g Brot, herzhafte Backwaren

Je höher die Typenzahl, desto mehr Schalenanteile und damit Mineralstoffe enthält das Mehl. Alle Typen sind vegan.

Das L-Cystein-Problem: Warum Bio die sichere Wahl ist

Hier wird es interessant: In der industriellen Brotherstellung wird manchmal der Zusatzstoff E920 (L-Cystein) verwendet. Dieser verbessert die Teigelastizität und das Gashaltevermögen.

Das Problem: L-Cystein kann aus Schweineborsten, Vogelfedern oder sogar Menschenhaar gewonnen werden. Laut Veganivore stammt ein erheblicher Teil des verwendeten L-Cysteins aus tierischen Quellen.

Wichtig zu wissen:

Gute Nachricht: Etwa 69% des heute verwendeten L-Cysteins wird bereits fermentativ aus pflanzlichem Eiweiß hergestellt. Firmen wie Wacker Chemie produzieren mit ihrer FERMOPURE-Technologie komplett veganes L-Cystein.

Dinkelmehl: Das Weizenmehl-Pendant

Dinkelmehl ist genauso vegan wie Weizenmehl. Laut EDEKA gibt es verschiedene Typen:

Dinkelmehl Type 630 entspricht dem Weizenmehl 405 - ideal für feines Gebäck und helle Brote. Es kann im Verhältnis 1:1 als Weizenmehl-Ersatz verwendet werden.

Dinkelmehl Type 1050 hat den höchsten Ausmahlungsgrad und eignet sich besonders für Brot.

Dinkelvollkornmehl trägt keine Typenzahl, da hier das volle Korn inklusive Schale und Keimling verarbeitet wird. Das Chiemgaukorn Dinkelmehl wird explizit als vegan ausgewiesen und eignet sich für Brot, Gebäck und Pizza.

Glutenfreie Mehle: Alle vegan

Wer glutenfrei bäckt, kann aufatmen: Alle gängigen glutenfreien Mehle sind vegan.

Kichererbsenmehl ist laut Bode Naturkost nicht nur glutenfrei und vegan, sondern auch reich an Proteinen und Ballaststoffen. Das beige-gelbliche Mehl hat einen leicht nussigen Geschmack und eignet sich hervorragend als Bindemittel.

Mandelmehl ist zu 100% glutenfrei und vegan. Da es kein Klebereiweiß enthält, sollte es beim Backen mit Hefe nicht mehr als ein Viertel der gesamten Mehlmenge ausmachen.

Weitere glutenfreie Optionen:

Ist Panko-Mehl vegan?

Ja! Panko (japanisches Paniermehl) wird aus Weißbrot ohne Krusten hergestellt und ist in den meisten Fällen vegan. Laut Veggie Einhorn sind viele Marken wie Orchids, Obento und Gogi frei von tierischen Inhaltsstoffen.

Selbstgemachtes Panko ist besonders einfach: Weißbrotscheiben klein zupfen, trocknen lassen und zerbröseln. Fertig ist das vegane Paniermehl!

Checkliste: So erkennst du veganes Mehl

  1. Reines Mehl kaufen: Weizenmehl, Dinkelmehl, Roggenmehl - alle vegan
  2. Bio bevorzugen: E920 ist in Bio-Produkten verboten
  3. Bei Fertigbackmischungen: Zutatenliste auf Milchpulver, Ei oder L-Cystein prüfen
  4. V-Label suchen: Gibt absolute Sicherheit
  5. Panko-Marken prüfen: Die meisten sind vegan, aber manche enthalten Ei

Fazit

Mehl in seiner reinen Form ist immer vegan - egal ob Weizen, Dinkel, Roggen oder glutenfreie Alternativen. Der einzige Fallstrick ist L-Cystein (E920), das jedoch nicht ins Mehl selbst kommt, sondern erst bei der industriellen Teigherstellung verwendet wird.

Die einfache Lösung: Wer selbst backt, ist auf der sicheren Seite. Und wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Bio-Mehl - dort ist E920 generell verboten.

Jetzt weißt du alles, was du für dein nächstes Backprojekt brauchst. Wie wäre es mit veganen Schoko-Cookies, selbstgemachtem Brot oder fluffigen Protein Pancakes?