Ist Brot vegan?

22.1.2026

Du stehst beim Bäcker und fragst dich: Ist dieses Brot eigentlich vegan? Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Brotsorten sind tatsächlich vegan. Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Die Grundzutaten von Brot sind vegan

Die klassischen Grundzutaten von Brot – Mehl, Wasser, Hefe und Salz – sind alle vegan. Das bedeutet: Das traditionelle, einfache Brot vom Bäcker ist in der Regel pflanzlich. Laut Healthline gilt: Je weniger verarbeitet ein Brot ist, desto wahrscheinlicher ist es vegan.

Aber Achtung: Viele Brotsorten werden mit zusätzlichen Zutaten verfeinert – und hier wird es kompliziert.

Diese tierischen Zutaten können in Brot stecken

Nicht jedes Brot ist vegan. Hier sind die häufigsten tierischen Inhaltsstoffe, die du auf der Zutatenliste finden könntest:

Offensichtliche tierische Zutaten

Versteckte tierische Zusatzstoffe

Hier wird es knifflig, denn diese Zutaten sind nicht auf den ersten Blick erkennbar:

L-Cystein (E920) – Dieser Zusatzstoff wird als Mehlbehandlungsmittel eingesetzt und macht den Teig geschmeidiger. Das Problem: L-Cystein wird traditionell aus Schweineborsten, Vogelfedern oder sogar menschlichem Haar gewonnen. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über E920 L-Cystein. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile veganes L-Cystein aus pflanzlicher Fermentation.

Kasein und Kaseinat – Diese Milchproteine werden manchmal als Emulgator verwendet.

Laktose – Milchzucker findet sich gelegentlich in industriell hergestelltem Brot.

Mono- und Diglyceride – Diese Emulgatoren können sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein. Laut Veganuary Labelguide hilft hier nur die Nachfrage beim Hersteller.

Vitamin D3 – Wenn Brot mit Vitamin D angereichert ist, stammt D3 oft aus Lanolin (Wollwachs) oder Fischöl.

Welche Brotsorten sind meist vegan?

Diese Brotsorten sind typischerweise vegan:

Vorsicht bei diesen Brotsorten

Bei folgenden Brotsorten solltest du genauer hinschauen:

Brioche und Milchbrot – Diese weichen, reichhaltigen Brote enthalten fast immer Eier, Butter und Milch. Sie sind bewusst so konzipiert und selten vegan.

Naan-Brot – Das indische Fladenbrot wird traditionell mit Joghurt oder Milch im Teig zubereitet und anschließend mit Ghee (geklärter Butter) bestrichen. Wenn du indisch essen gehst, frag lieber nach!

Challah – Das traditionelle jüdische Sabbatbrot enthält Eier.

Hefegebäck – In Österreich wird Hefegebäck laut Therese Mölk oft mit Freilandeiern gebacken.

Toastbrot – Industriell hergestelltes Toastbrot enthält häufig Milchpulver oder Molke.

Topfenbrot – Ein österreichischer Klassiker, aber definitiv nicht vegan.

Ist Hefe vegan?

Diese Frage kommt oft auf: Ja, Hefe ist eindeutig vegan! Hefe gehört zum Reich der Pilze und ist damit keine tierische Zutat. Die Hefepilze ernähren sich von Zucker und produzieren dabei Kohlendioxid, das den Teig aufgehen lässt – ein rein pflanzlicher Prozess.

So erkennst du veganes Brot

Beim Bäcker

Frag einfach nach! Bäckereien sind in Österreich und Deutschland verpflichtet, Informationen zu Allergenen bereitzustellen. Viele Bäckereien kennzeichnen mittlerweile ihre veganen Produkte mit einem Vegan-Symbol.

Im Supermarkt

  1. Check die Zutatenliste: Halte Ausschau nach den oben genannten tierischen Zutaten
  2. Allergenkennzeichnung: "Enthält: Milch" oder "Enthält: Ei" ist ein klares Warnsignal
  3. Vegan-Logo: Achte auf das V-Label oder andere vegane Zertifizierungen
  4. "Kann Spuren enthalten": Diese Warnung bedeutet nur, dass das Produkt in einer Fabrik hergestellt wird, in der auch tierische Produkte verarbeitet werden – das Brot selbst ist trotzdem vegan!

Veganes Brot selber backen

Der sicherste Weg zu garantiert veganem Brot? Selber backen! Ein einfaches Grundrezept kommt mit nur vier Zutaten aus:

Alles verkneten, eine Stunde gehen lassen, bei 200°C etwa 40 Minuten backen – fertig ist dein garantiert veganes Brot! Für mehr Inspiration schau dir unsere vegane Meal Prep Tipps an.

Fazit

Die meisten Brotsorten sind vegan – aber es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Besonders bei weichen, reichhaltigen Broten wie Brioche oder Naan ist Vorsicht geboten. Am sichersten fährst du mit klassischem Sauerteigbrot, Baguette oder Ciabatta. Und wenn du dir unsicher bist: Frag beim Bäcker nach oder back dein Brot einfach selbst!

Tipp: Unser veganer Brunch Guide zeigt dir, welche Brote perfekt zu einem pflanzlichen Frühstück passen.

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