Veganer Sojadrink: Herkunft, Herstellung und österreichische Qualität

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Du greifst im Supermarkt zum Sojadrink - aber hast du dich schon mal gefragt, wo die Sojabohnen dafür eigentlich herkommen? Die Antwort überrascht: Österreich ist einer der wichtigsten gentechnikfreien Soja-Produzenten in ganz Europa. Was im Glas landet, kann tatsächlich aus heimischem Anbau stammen.

Wie wird veganer Sojadrink hergestellt?

Der Herstellungsprozess ist einfacher als viele denken. Die Bohnen werden zuerst über mehrere Stunden eingeweicht, dann gemahlen und mit Wasser erhitzt. In Europa wird dabei hauptsächlich das sogenannte Heißmaischverfahren verwendet, das laut Umweltberatung.at einen besonders milden Geschmack erzeugt - weniger "bohnig" als beim traditionellen Verfahren.

Die entstandene Flüssigkeit wird zentrifugiert, gefiltert und je nach Sorte mit Calcium, Vitaminen und Aromen angereichert. Dann folgt eine Hitzesterilisation, die die Haltbarkeit sichert - abfüllen, fertig.

Österreich: Europas Soja-Vorzeigeregion

Was kaum jemand weiß: Mit einer Anbaufläche von über 86.600 Hektar im Jahr 2024 ist Österreich der drittgrößte Soja-Produzent in Europa - nach Italien und Frankreich. Die Ernte übersteigt 275.000 Tonnen jährlich, und das Besondere:

Laut Soja aus Österreich fließt die Hälfte der heimischen Soja-Ernte direkt in die Lebensmittelproduktion - nicht ins Tierfutter. Österreich ist damit europäischer Spitzenreiter bei der Verarbeitung von gentechnikfreiem Lebensmittelsoja.

Österreichische Qualität im Glas: Joya aus dem Burgenland

Der bekannteste österreichische Sojadrink-Hersteller ist Joya, mit Sitz in Oberwart im Burgenland. Joya war laut eigenen Angaben das erste Unternehmen in Europa, das seine gesamte Produktion vollständig auf pflanzliche Alternativen umgestellt hat - bereits 1999. Die Sojabohnen stammen aus österreichischen Landwirtschaftsbetrieben in der unmittelbaren Umgebung des Werks, mit langfristigen Partnerschaftsverträgen.

Das Sortiment umfasst heute nicht nur Sojadrinks, sondern auch Hafer-, Mandel- und Reisdrinks sowie pflanzliche Joghurts und Kochcremen - alles ohne Gentechnik, ein Großteil in Bio-Qualität.

Nährwerte: Was steckt im Sojadrink?

Sojadrink überzeugt mit einem ausgewogenen Nährstoffprofil. Der Milchalternativen-Test der Arbeiterkammer Steiermark (2025) zeigt: Sojadrink hat unter allen Pflanzenmilchalternativen den höchsten Proteingehalt und kommt der Kuhmilch in diesem Punkt am nächsten.

Ein typisches 250-ml-Glas liefert:

Ein Übersichtsartikel im PMC (2025) widerlegt zudem gängige Mythen über Soja-Isoflavone: Die European Food Safety Authority fand bei üblicher Aufnahme keine negativen Effekte auf Schilddrüse oder Hormonhaushalt.

Soja und Regenwald: Der Mythos erklärt

Kommt Soja aus dem Regenwald? Für vegane Lebensmittel in Europa: nein. Das Soja-Faktencheck-Portal Österreich isst informiert klärt auf: Gentechnik-Soja aus Übersee dient fast ausschließlich als Tierfutter in der Fleischwirtschaft. Wer Bio-Sojadrinks aus österreichischem Anbau wählt, kann sicher sein: kein Tropenholz, keine Gentechnik, kurze Transportwege.

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Für mehr Infos rund um vegane Soja-Produkte:


Quellen:

  1. Soja aus Österreich: Zahlen und Daten
  2. Land schafft Leben: Soja - Herstellung
  3. Umweltberatung.at: Sojamilch / Sojadrink
  4. Österreich isst informiert: Soja im Faktencheck
  5. Statista: Anbaufläche Sojabohnen Österreich bis 2024
  6. Arbeiterkammer Steiermark: Milchalternativen Test 2025
  7. PMC: Soy Isoflavones - Debunking the myth (2025)
  8. Molecular Nutrition & Food Research: Soy Foods Umbrella Review (2026)