E913 Lanolin: Der versteckte tierische Zusatzstoff in Kosmetik und Vitamin D

23.1.2026

Du trägst eine pflegende Handcreme auf, verwendest deinen Lieblings-Lippenbalsam oder nimmst ein Vitamin-D-Präparat – und konsumierst dabei ein Fett aus Schafwolle. Willkommen in der Welt von E913, besser bekannt als Lanolin oder Wollfett.

Was ist Lanolin?

Lanolin ist ein wachsartiges Fett, das von den Talgdrüsen der Schafe produziert wird. Es bildet eine schützende Schicht auf der Wolle und hält die Tiere so vor Regen und Kälte geschützt. Nach dem Scheren wird die Wolle ausgekocht und das Lanolin herausgelöst (CodeCheck).

Lanolin wird auch als Wollfett, Wollwachs oder im Englischen als „Wool Fat" bezeichnet. In der EU ist es als Lebensmittelzusatzstoff E913 zugelassen und gehört zur Kategorie der „Überzugsmittel" (proE.info).

Warum ist Lanolin nicht vegan?

Lanolin ist ein tierisches Produkt, das direkt aus der Wollproduktion stammt. Obwohl die Schafe für die Gewinnung nicht getötet werden müssen, gibt es mehrere Gründe, warum Veganer Lanolin meiden:

Die PETA Deutschland beschreibt: „Obwohl die Tiere für diesen Prozess zunächst nicht getötet werden, ist die Prozedur mit Schmerzen und enormem Leid verbunden."

Wo versteckt sich Lanolin?

Kosmetik und Körperpflege

Lanolin ist einer der häufigsten tierischen Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten – noch verbreiteter als Karmin (Kia-Charlotta). Du findest es in:

Nahrungsergänzungsmittel

Die wichtigste versteckte Quelle von Lanolin: Vitamin D3 (Cholecalciferol). Der Großteil aller Vitamin-D3-Präparate auf dem Markt wird aus Lanolin gewonnen (VitaminD.net).

Das funktioniert so: Das Lanolin aus der Schafwolle enthält eine Vorstufe von Vitamin D3. Diese wird durch UV-Bestrahlung in aktives Vitamin D3 umgewandelt (Utopia).

Lebensmittel

Als Lebensmittelzusatzstoff E913 wird Lanolin als Überzugsmittel verwendet, allerdings seltener als in der Kosmetik:

So erkennst du Lanolin auf dem Etikett

Die PETA-Liste tierischer Inhaltsstoffe führt alle Bezeichnungen auf. Achte auf:

In Lebensmitteln:

In Kosmetik (INCI-Namen):

Tipp: Bei Vitamin-D-Präparaten steht oft gar nicht dabei, woher das Vitamin D3 stammt. Wenn nicht explizit „vegan" oder „aus Flechten" angegeben ist, ist es in der Regel aus Lanolin.

Vegane Alternativen zu Lanolin

In Kosmetik

Die gute Nachricht: Es gibt hervorragende pflanzliche Alternativen mit ähnlichen pflegenden Eigenschaften (Cosmetics & Toiletries):

Hersteller wie Natura-Tec bieten mit der Plantsoft-Reihe inzwischen komplett pflanzliche Lanolin-Ersatzstoffe an, die in ihrer Wirkung dem tierischen Original entsprechen (Natura-Tec).

Veganes Vitamin D3

Die wichtigste Alternative für Vitamin D3: Flechten (Lichenes). Seit einigen Jahren gibt es Vitamin D3, das aus diesen pflanzlichen Organismen gewonnen wird (Vegetology).

Vegane Vitamin-D3-Produkte:

Wichtig: Veganes Vitamin D3 aus Flechten ist meist etwas teurer als herkömmliche Präparate. Die Wirksamkeit ist jedoch identisch.

Fazit: Einmal hinschauen lohnt sich

Lanolin ist ein klassischer „Überraschungs-Inhaltsstoff", der in vielen Produkten steckt, bei denen man es nicht erwartet. Besonders bei Vitamin-D-Präparaten ist Aufmerksamkeit gefragt – hier ist Lanolin die Regel, nicht die Ausnahme.

So gehst du auf Nummer sicher:

  1. Zutatenliste checken: Achte auf E913, Lanolin und die vielen INCI-Bezeichnungen
  2. Vegan-Siegel suchen: Produkte mit V-Label oder Veganblume sind garantiert lanolinfrei
  3. Bei Vitamin D3: Wähle explizit als „vegan" gekennzeichnete Produkte aus Flechten
  4. Naturkosmetik prüfen: „Natürlich" bedeutet nicht automatisch „vegan" – auch Naturkosmetik kann Lanolin enthalten

Die positive Entwicklung: Immer mehr Hersteller setzen auf pflanzliche Alternativen, da die Nachfrage nach veganen Produkten stetig wächst. Bei Kosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln hast du heute eine große Auswahl an wirksamen veganen Optionen.

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