Veganer Obazda

Obazda gehört zur österreichischen und bayerischen Sommerkultur wie der Biergarten selbst. Dieser cremige, würzige Aufstrich aus Weichkäse und Gewürzen wird an heißen Sommertagen zu kühlem Bier, knusprigem Laugenbrot und gutem Gespräch gereicht - ob beim Heurigen in Wien, beim Brauereigarten in Salzburg oder beim Grillfest im eigenen Garten.

Der vegane Obazda gelingt mit eingeweichten Cashews und veganem Frischkäse genauso cremig und würzig wie das Original. Das Einweichen der Cashews ist dabei der entscheidende Trick: Nach 4 Stunden im Wasser lassen sie sich zu einer seidenartig glatten Masse pürieren, die den Weichkäse perfekt ersetzt.

Was macht Obazda so unverwechselbar?

Das Geheimnis liegt in der Kombination aus vier Elementen: der cremigen Käsebasis, der würzigen Paprika, dem aromatischen Kümmel und den fein gehackten roten Zwiebeln. Kümmel ist dabei unverzichtbar - er gibt dem Aufstrich sein typisches, leicht herbes Biergarten-Aroma und macht das Fett besser verdaulich. Geräuchertes Paprikapulver ergänzt das Ganze mit einer rauchigen Tiefe, die man auch in guter veganer Grillkost schätzt.

Ein weiterer Klassiker: Ein Schuss helles Bier. Er macht den Obazda geschmeidiger und gibt ihm eine feine Malznote. Die meisten Biere in österreichischen Supermärkten sind übrigens vegan.

Welche Zutaten brauche ich für veganen Obazda?

Die Basis bilden eingeweichte Cashews und veganer Frischkäse. Die Cashews werden nach dem Einweichen cremig püriert und übernehmen die Rolle des Weichkäses. In Österreich gibt es veganen Frischkäse bei Billa (Ja! Natürlich, Green Basics), Spar (Spar Veggie) und Hofer (vegane Linie). Für den Bio-Bereich empfiehlt sich Soyana aus dem Bio-Regal.

Zutat Funktion AT-Quelle
Cashews (eingeweicht) Cremige Käse-Basis Billa, Spar, Hofer
Veganer Frischkäse Bindung + Geschmack Soyana, Violife, Eigenmarken
Rote Zwiebel Biss + Schärfe überall
Süßes Paprikapulver Farbe + Aroma überall
Geräuchertes Paprikapulver Tiefe + Rauchigkeit Bio-Regal, Gewürzläden
Gemahlener Kümmel Biergarten-Aroma überall
Hefeflocken Umami + Käsennote Bio-Regal, dm, Billa
Helles veganes Bier Geschmeidigkeit (optional) Biermarken prüfen

Wie gelingt der vegane Obazda besonders cremig?

Der Einweich-Trick ist entscheidend: Cashews nach mindestens 4 Stunden in kaltem Wasser (oder über Nacht) abseihen und mit Frischkäse und zimmerwarmer Butter pürieren. Die zimmerwarme Butter - nicht kalte! - sorgt dafür, dass sich alles gleichmäßig verbindet und keine Fettklümpchen entstehen.

Ebenso wichtig: die Ruhezeit. Nach dem Würzen braucht der Obazda mindestens 30 Minuten im Kühlschrank, besser über Nacht. Die Gewürze entfalten sich in dieser Zeit vollständig, der Geschmack wird runder und tiefer.

Für besonders feine Küche lässt sich die Zwiebel zuvor 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen - das nimmt der Schärfe die rohe Kante, ohne das Aroma zu verlieren.

Wie serviert man veganen Obazda beim Grillen?

Veganer Obazda macht sich auf jeder Sommer-Jausenplatte. Klassisch serviert man ihn auf einem Holzbrett mit Laugenbrot, Brezeln, Roggenbrot und rohen Zwiebelringen. Als Dip zu gegrilltem Gemüse ist er ebenfalls unschlagbar.

Beim Grillfest passt er wunderbar zu veganen Grillspießen und frischem Grillbrot. Als Teil einer großen Heurigenplatte für Gäste macht er immer Eindruck - vor allem weil kaum jemand ahnt, dass er rein pflanzlich ist.

Wer Aufstriche liebt, findet mit dem Veganer Liptauer einen weiteren österreichischen Biergarten-Klassiker, der ebenfalls in wenigen Minuten zubereitet ist. Beide gemeinsam auf einer Platte anrichten - das ist echtes Heurigenfeeling für die eigene Terrasse.

Guten Appetit und einen schönen Sommer!

Rezepte als Stories entdecken

Rezept

Zubereitungszeit
15 Min
Gesamtzeit
15 Min
Portionen
4-6 Portionen

Zutaten

  • 150g Cashewkerne (4 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht)
  • 200g veganer Frischkäse (z.B. Soyana, Violife oder Billa-Eigenmarke)
  • 2 EL vegane Butter (zimmerwarm)
  • 1 kleine rote Zwiebel (ca. 80g)
  • 2 EL Hefeflocken
  • 1 TL süßes Paprikapulver
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1/2 TL Kümmel, gemahlen
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 2 EL helles veganes Bier (optional)
  • Schnittlauch zum Garnieren

Zubereitung

  1. Eingeweichte Cashews abgießen und unter kaltem Wasser gründlich abspülen.
  2. Cashews zusammen mit dem veganen Frischkäse und der zimmerwarmen veganen Butter in einem Hochleistungsmixer glatt und cremig pürieren. Bei Bedarf 1-2 EL Wasser hinzufügen.
  3. Rote Zwiebel sehr fein würfeln und zur Cashew-Masse geben.
  4. Hefeflocken, süßes Paprikapulver, geräuchertes Paprikapulver und gemahlenen Kümmel einrühren.
  5. Wer möchte, rührt jetzt das vegane Bier unter - es macht den Aufstrich geschmeidiger und gibt ihm Tiefe.
  6. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der Obazda darf ruhig würzig sein.
  7. Mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen, damit die Aromen sich verbinden.
  8. Mit reichlich Schnittlauch garnieren und mit Brot, Brezeln oder Gemüsesticks servieren.

Häufige Fragen

Was ist Obazda?
Obazda (auch Obatzda oder Obatzter genannt) ist ein traditioneller bayerisch-österreichischer Aufstrich aus Weichkäse, Butter, Frischkäse sowie Gewürzen wie Kümmel und Paprika. Er ist fester Bestandteil jeder Biergarten- und Heurigenplatte. In der veganen Version ersetzen eingeweichte Cashews und veganer Frischkäse den Käse - mit vollem Geschmack.
Wie lange ist veganer Obazda haltbar?
Im Kühlschrank in einem verschlossenen Behälter hält sich veganer Obazda 4 bis 5 Tage. Am besten schmeckt er am zweiten Tag, wenn die Gewürze vollständig eingezogen sind. Einfrieren ist nicht empfehlenswert - die cremige Konsistenz leidet darunter.
Welcher vegane Frischkäse eignet sich am besten?
In Österreich eignen sich Soyana Frischkäse, Violife Original sowie die veganen Eigenmarken von Billa und Spar gut. Wichtig ist ein möglichst neutraler Eigengeschmack, damit die Gewürze dominieren können. Seidentofu ist eine günstigere Alternative, macht den Obazda aber etwas weniger cremig.
Muss Bier in den Obazda?
Bier ist optional. Ein Schuss helles, veganes Bier gibt dem Obazda eine leichte Malznote und macht ihn etwas geschmeidiger - genau wie beim Original. Wer auf Alkohol verzichtet, kann Wasser oder Gemüsebrühe verwenden. Die meisten Biere in Österreich sind übrigens vegan.
Wozu wird Obazda serviert?
Veganer Obazda passt perfekt zu Laugenbrot, Brezeln, dunklem Roggenbrot und Knäckebrot. Als Dip zu Gemüsesticks (Karotten, Gurke, Paprika) macht er sich ebenfalls hervorragend. Beim Grillen eignet er sich als cremiger Aufstrich für Grillbrot oder als Dip zu Grillspießen.
Ist Kümmel wirklich notwendig?
Kümmel ist das Herzstück des Obazda und sorgt für das typische Biergarten-Aroma. Ohne Kümmel fehlt der charakteristische Geschmack. Gemahlener Kümmel gibt sein Aroma gleichmäßiger ab als ganze Körner. Wer keinen Kümmel mag, kann auf Fenchelsamen ausweichen - der Charakter ändert sich dann aber deutlich.
Wo kaufe ich veganen Obazda fertig in Österreich?
Im Bio-Regal bei Billa und Spar gibt es gelegentlich vegane Aufstriche mit ähnlichem Charakter. Das Vitam-Sortiment bietet einen veganen Obazda an, der auch online verfügbar ist. Selbstgemacht schmeckt er aber frischer, cremiger und lässt sich exakt nach eigenem Geschmack abschmecken.