Vegane Zucchini-Brownies

Vegane Zucchini-Brownies sind das Ergebnis eines kleinen Backstricks, der immer wieder uberrascht: Eine geriebene Zucchini verschwindet vollstandig im Schokoladenteig - weder sichtbar noch schmeckbar - und hinterlasst ausschliesslich ihre Wirkung. Das Ergebnis sind Brownies mit einer aussergewohnlich saftigen, fudgigen Textur, wie man sie mit traditionellem Rezept nur schwer erreicht.

Gerade im Fruhling, wenn die ersten Zucchini im Gemusebeet angesetzt werden oder die Ernte des letzten Jahres noch im Tiefkuhler wartet, sind diese Brownies die perfekte Moglichkeit, Gemuse auf susse Art zu verwerten.

Was macht Zucchini in Brownies so besonders?

Zucchini besteht zu fast 95 Prozent aus Wasser. Dieses Wasser wird beim Backen langsam abgegeben und durchfeuchtet den Teig von innen - ahnlich wie Apfelmus oder Banane in anderen veganen Backrezepten. Das Ergebnis: eine Brownie-Textur, die geschmeidig und feucht bleibt, auch Tage nach dem Backen.

Hinzu kommt, dass Zucchini kaum Eigengeschmack hat. Das intensive Kakao-Aroma der Zartbitterschokolade uberdeckt jede Spur von Gemuse - und das ist kein Nachteil, sondern der Witz dieser Brownies. Wer den Zucchini-Anteil nicht kennt, wurde ihn nie erraten.

Ein weiterer Vorteil: Die geriebene Zucchini ersetzt teilweise das Fett im Teig. So konnen die Brownies mit weniger Oel auskommen als klassische Rezepte und bleiben dabei genauso saftig.

Wie gelingen vegane Zucchini-Brownies besonders fudgig?

Drei Faktoren entscheiden uber Erfolg oder Misserfolg:

1. Zucchini nicht ausdruecken. Die Feuchtigkeit der Raspeln ist das Herzstuck des Rezepts. Wer die Zucchini vor dem Einarbeiten ausdruckt, beraubt den Teig seiner wichtigsten Feuchtigkeitsquelle. Einfach raspeln und direkt unterheben.

2. Nicht ubermischen. Sobald Mehl und Kakao in den Teig eingearbeitet sind, genugen wenige Ruhrschlaege. Ubermischter Teig entwickelt zu viel Gluten und ergibt zah-trockene Brownies statt fudgige.

3. Lieber etwas zu kurz backen als zu lang. Brownies ziehen beim Abkuehlen nach. Ein Zahnstocher mit feuchten Krumeln (nicht flussigem Teig!) zeigt den richtigen Zeitpunkt an. 28 Minuten sind in den meisten Ofen ein guter Richtwert - danach einfach den Ofenrost prufen und notfalls weitere 2-4 Minuten backen.

Welche Variationen sind moglich?

Die Basis lasst sich vielseitig abwandeln:

Wie bewahrt man vegane Zucchini-Brownies auf?

Bei Raumtemperatur, in einem luftdichten Behalter, bleiben die Brownies 3-4 Tage frisch. Im Kuhlschrank halten sie sich 5-6 Tage - und werden dabei interessanterweise noch fudgiger, weil die Textur beim Kuhlen kompakter wird.

Zum Einfrieren einfach einzelne Portionen in Frischhaltefolie wickeln und in einem Gefrierbeutel bis zu 3 Monate lagern. Auftauen bei Raumtemperatur dauert etwa 1-2 Stunden, alternativ kurz in der Mikrowelle erwarmen.

Wer mehr schokoladige Brownies entdecken mochte, findet in den veganen Rote-Bete-Brownies eine weitere Gemuseversion sowie im Schoko-Kichererbsen-Brownie eine proteinreiche Alternative.

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Rezept

Zubereitungszeit
15 Min
Kochzeit
30 Min
Gesamtzeit
45 Min
Portionen
16 Stuecke

Zutaten

  • 200g Zucchini (ca. 1 mittelgrosse), ungeschalt grob geraspelt
  • 100g Zartbitterschokolade (min. 70%), gehackt
  • 3 EL Kokosnussoel (ca. 45ml) oder vegane Margarine
  • 120g Weizenmehl Type 480 oder Dinkelmehl Type 630
  • 60g Kakaopulver, ungesuesst
  • 150g Rohrohr- oder Kokosblutenzucker
  • 100g Apfelmus, ungesuesst
  • 60ml Hafermilch oder andere Pflanzenmilch
  • 1 EL Leinsamen, gemahlen
  • 3 EL Wasser (fuer Leinsamen-Ei)
  • 1 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • Optional: 50g Schokotropfen oder gehackte Walnuesse

Zubereitung

  1. Backofen auf 175 Grad Celsius Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine 20x20 cm Backform mit Backpapier auslegen und leicht einfetten.
  2. Leinsamen-Ei vorbereiten: gemahlene Leinsamen mit 3 EL Wasser vermischen und 5 Minuten quellen lassen, bis eine gelartige Masse entsteht.
  3. Zucchini waschen - nicht schalen! Grob raspeln. Die Raspeln NICHT ausdruecken, die Feuchtigkeit ist das Geheimnis hinter der fudgigen Textur.
  4. Gehackte Schokolade mit Kokosnussoel im Wasserbad oder in der Mikrowelle (30-Sekunden-Intervalle, dazwischen umruhren) schmelzen. Etwas abkuehlen lassen.
  5. Geschmolzene Schokolade mit Apfelmus, Hafermilch, Zucker und dem Leinsamen-Ei in einer grossen Schuessel verruehren.
  6. Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz in einer zweiten Schuessel vermengen. Zu den nassen Zutaten sieben und kurz (!) unterruehren - nicht uebermischen, kleine Klumpen sind ok.
  7. Geriebene Zucchini und (falls verwendet) Schokotropfen oder Walnuesse sanft unterheben.
  8. Teig in die vorbereitete Form giessen und gleichmasig glattstreichen.
  9. Im vorgeheizten Ofen 28-32 Minuten backen. Zahnstochertest: feuchte Krumel = perfekt, flussiger Teig = noch nicht fertig, trockener Zahnstocher = etwas zu lang.
  10. Die Brownies vollstandig in der Form abkuehlen lassen (mindestens 30 Minuten) - sie werden beim Abkuehlen fester und fudgiger. Erst dann in 16 gleichmasige Stuecke schneiden.

Häufige Fragen

Kann man die Zucchini in den Brownies schmecken?
Nein. Die geriebene Zucchini ist nach dem Backen weder zu sehen noch zu schmecken. Sie schmilzt praktisch unsichtbar in den Teig und hinterlasst nur ihre Wirkung: eine extrem saftige, fudgige Textur. Kinder und Gaeste, die Zucchini normalerweise ablehnen, bemerken die geheime Zutat nicht.
Warum soll ich die Zucchini nicht ausdrucken?
Die Feuchtigkeit der geriebenen Zucchini ist das Geheimnis hinter den fudgigen Brownies. Sie ersetzt teilweise Oel und Pflanzenmilch und sorgt dafuer, dass die Brownies nach dem Backen nicht trocken werden. Drueckt man die Zucchini aus, verliert man diese wertvolle Saftigkeit - die Brownies werden deutlich trockener und weniger geschmeidig.
Wie erkenne ich, wann die Brownies fertig sind?
Ein Zahnstocher, der in die Mitte gesteckt wird, sollte feuchte Krumel (nicht fluessigen Teig) hinterlassen. Die Oberflache wirkt leicht matt und die Raender loesen sich von der Form. Brownies sind fudgiger, wenn sie leicht underbaked wirken - sie werden beim Abkuehlen noch fester. Lieber 2 Minuten zu wenig als zu viel backen.
Kann ich die Brownies einfrieren?
Ja, vegane Zucchini-Brownies eignen sich hervorragend zum Einfrieren. Einzel- oder portionsweise in Frischhaltefolie einwickeln und in einem Gefrierbeutel bis zu 3 Monate einfrieren. Zum Auftauen einfach bei Raumtemperatur 1-2 Stunden liegen lassen oder kurz in der Mikrowelle erwaermen.
Welches Mehl eignet sich am besten fur vegane Zucchini-Brownies?
Weizenmehl Type 480 oder Dinkelmehl Type 630 funktionieren am besten - sie ergeben eine klassische Brownie-Textur. Glutenfreie Alternativen wie Buchweizenmehl oder eine glutenfreie Mehlmischung funktionieren ebenfalls gut, die Brownies werden dabei etwas kompakter. Vollkornmehl macht die Brownies stabiler aber etwas weniger fudgig.
Wie lange sind vegane Zucchini-Brownies haltbar?
Bei Raumtemperatur in einem luftdichten Behalter bleiben sie 3-4 Tage frisch. Im Kuehlschrank halten sie sich 5-6 Tage und werden sogar noch fudgiger. Empfehlung: Am zweiten Tag schmecken sie noch besser, weil die Aromen Zeit hatten, sich zu entfalten.
Kann ich auch TK-Zucchini verwenden?
Ja, aufgetaute TK-Zucchini funktioniert gut. Sie sollte allerdings etwas abgetropft (nicht ausgepresst) werden, da sie nach dem Auftauen mehr Wasser abgibt als frische Zucchini. Ca. 5 Minuten in einem Sieb abtropfen lassen genuegt. Frische Zucchini liefert die beste Textur, aber TK ist eine gute Option ausserhalb der Saison.