Vegane Tempura: Knusprig-leichte japanische Gemüsekunst
Es gibt Gerichte, die aussehen wie Kunst - und vegane Tempura gehört definitiv dazu. Diese hauchzarten, goldbraunen Gemüsestücke in ihrer federleichten Hülle sind japanische Fingerfood-Perfektion.
Das Beste daran? Traditionelle Tempura ist von Natur aus vegan! Der klassische japanische Teig besteht nur aus Mehl, eiskaltem Wasser und manchmal Stärke - keine Eier nötig.
Das Geheimnis perfekter Tempura
Drei Regeln bestimmen über Erfolg oder Misserfolg:
1. Der Teig muss EISKALT sein
Der Temperaturschock zwischen kaltem Teig und heißem Öl erzeugt die typische Knusprigkeit. Bewahre alle Zutaten im Kühlschrank auf und lege Eiswürfel direkt in den Teig.
2. Niemals übermischen
Ein paar Klumpen sind perfekt! Zu viel Rühren aktiviert das Gluten im Mehl und macht den Teig zäh statt luftig.
3. Frisch servieren
Tempura wartet auf niemanden. Serviere jede Portion sofort nach dem Frittieren.
Welches Gemüse eignet sich?
Fast alles! Klassiker sind:
- Süßkartoffel - wird innen cremig-süß
- Aubergine - seidig-zart unter der Kruste
- Pilze - Shiitake, Austernpilze, Kräuterseitlinge
- Brokkoli - knusprige grüne Bäumchen
- Zucchini - mild und saftig
- Paprika - süß und bunt
- Spargel - elegant und knackig (in der Saison!)
- Kürbis - herbstlicher Favorit
Variationen
Knuspriger mit Reismehl: Ersetze die Hälfte des Weizenmehls durch Reismehl für eine extra-knusprige, glutenreduzierte Version.
Würziger Teig: Füge einen Hauch Cayennepfeffer oder Shichimi Togarashi (japanische Gewürzmischung) zum Teig hinzu.
Kräuter-Tempura: Frittiere auch Shiso-Blätter, Basilikum oder Salbeiblätter als grüne Highlights.
Süße Variante: Auch Obst wie Bananen- oder Apfelringe machen sich wunderbar als Dessert-Tempura.
Serviervorschläge
Traditionell wird Tempura mit Tentsuyu serviert - einer würzigen Dip-Sauce aus Sojasauce, Mirin und Dashi. Die vegane Version mit Gemüsebrühe ist genauso köstlich!
Dazu passen:
- Frisch geriebener Daikon-Rettich
- Japanischer Reis
- Vegane Miso-Suppe
- Ein Spritzer Zitrone
Profi-Tipps
- Öltemperatur kontrollieren: Zu heißes Öl verbrennt den Teig, bevor das Gemüse gar ist. Zu kühles Öl macht die Tempura fettig.
- Teig erst kurz vor dem Frittieren anrühren: Nicht warten lassen!
- Gemüse mit Mehl bestäuben: Dadurch haftet der Teig besser und das Gemüse wird nicht matschig.
- Kleine Mengen frittieren: So bleibt die Öltemperatur konstant.
Tempura ist eine wunderbare Art, Gemüse in den Mittelpunkt zu stellen - knusprig, leicht und mit dem gewissen japanischen Flair. Itadakimasu!
Rezept
Zutaten
- Für den Teig:
- 100g Weizenmehl (Type 480/550)
- 50g Speisestärke (Maisstärke)
- 1/2 TL Backpulver
- 1/4 TL Salz
- 200ml eiskaltes Mineralwasser mit Kohlensäure
- 3-4 Eiswürfel
- Für das Gemüse:
- 1 Süßkartoffel (ca. 200g)
- 1 Zucchini
- 1 rote Paprika
- 100g Shiitake-Pilze
- 100g Brokkoli-Röschen
- 1 Aubergine
- Extra Mehl zum Bestäuben
- Zum Frittieren:
- Ca. 1 Liter neutrales Öl (Rapsöl oder Sonnenblumenöl)
- Für die Dip-Sauce (Tentsuyu):
- 100ml Gemüsebrühe
- 2 EL Sojasauce
- 1 EL Mirin (japanischer Reiswein)
- 1 TL frisch geriebener Ingwer
Zubereitung
- Die Dip-Sauce zubereiten: Gemüsebrühe, Sojasauce und Mirin in einem kleinen Topf erwärmen, kurz aufkochen und den geriebenen Ingwer unterrühren. Warm stellen.
- Das Gemüse vorbereiten: Süßkartoffel in 5mm dicke Scheiben schneiden. Zucchini und Aubergine in 5mm dicke Scheiben schneiden. Paprika in breite Streifen schneiden. Shiitake-Pilze halbieren. Brokkoli in mundgerechte Röschen teilen.
- Das vorbereitete Gemüse auf Küchenpapier trockentupfen - trockenes Gemüse ist das Geheimnis für knusprige Tempura!
- Das Öl in einem hohen Topf oder Wok auf 170-180°C erhitzen. Die Temperatur mit einem Küchenthermometer prüfen oder einen Holzstäbchen-Test machen: Steigen sofort kleine Bläschen auf, ist das Öl bereit.
- Erst kurz vor dem Frittieren den Teig anrühren! In einer großen Schüssel Mehl, Speisestärke, Backpulver und Salz vermengen.
- Eine Mulde in die Mitte drücken und das eiskalte Mineralwasser hineingießen. Mit Stäbchen oder einer Gabel nur KURZ und grob verrühren - der Teig darf klumpig sein! Übermischen zerstört die Leichtigkeit.
- Die Eiswürfel in den Teig geben, um ihn eiskalt zu halten. Der Temperaturschock zwischen kaltem Teig und heißem Öl erzeugt die typische knusprige Textur.
- Jedes Gemüsestück leicht in Mehl wenden (überschüssiges abklopfen), dann durch den Teig ziehen und sofort ins heiße Öl gleiten lassen.
- Immer nur 3-4 Stücke gleichzeitig frittieren, damit die Öltemperatur nicht zu stark abfällt. Nach 2-3 Minuten wenden, bis beide Seiten goldbraun und knusprig sind.
- Die fertigen Tempura auf einem Gitter oder Küchenpapier abtropfen lassen. Sofort servieren - Tempura schmeckt frisch am besten!