Vegane Apfelwähe
Vegane Apfelwähe ist die Schweizer Guss-Tarte-Variante des Apfelkuchens: Ein dünner Mürbeteigboden trägt eine Nussschicht und dicht aufgefächerte Apfelscheiben, über die eine Vanille-Guss-Creme gegossen wird. Apfelsaison in Österreich und der Schweiz ist von September bis November, dann liegen feste, säuerliche Sorten wie Boskoop oder Elstar bei Billa, Spar und Hofer im Regal.
Haselnussschicht statt Semmelbrösel hält den Boden knusprig
Der Trick der klassischen Wähe: Vor den Apfelscheiben kommt eine dünne Schicht gemahlener Haselnüsse auf den Teigboden. Sie nehmen den austretenden Fruchtsaft auf und verhindern einen weichen Boden - ganz ohne Blindbacken.
Rohe Guss-Creme statt vorgekochter Vanillecreme
Anders als bei einer vorgekochten Puddingcreme wird bei der Wähe die Custard-Mischung roh angerührt und direkt über die Äpfel gegossen. Erst im Ofen stockt sie gemeinsam mit den Früchten zu einer seidigen Schicht - das macht die Wähe schneller in der Zubereitung als eine Tarte mit vorgekochter Creme.
Wer das Format schon kennt, findet es auch als vegane Zwetschgenwähe und vegane Kirschenwähe auf VeganBlatt.
Rezept
Zutaten
- 200 g Weizenmehl (Type 405)
- 1 Prise Salz
- 90 g kalte vegane Butter (z.B. Alsan)
- 4-5 EL eiskaltes Wasser
- 40 g gemahlene Haselnüsse
- 4 säuerliche Äpfel (ca. 600 g, z.B. Boskoop oder Elstar)
- 1 TL Zitronensaft
- 200 ml Sojasahne oder Hafer-Cuisine
- 50 g pflanzlicher Joghurt (Kokos empfohlen)
- 3 EL Zucker
- 3 TL Speisestärke
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1/2 TL Zimt
Zubereitung
- Mehl und Salz vermischen. Kalte vegane Butter in Würfeln dazugeben und mit den Fingerspitzen zu groben Krümeln verreiben. Eiskaltes Wasser esslöffelweise einarbeiten, bis der Teig zusammenkommt, ohne ihn zu lange zu kneten. Zu einer Scheibe formen, in Folie wickeln und 30 Minuten kalt stellen.
- Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze (180°C Umluft) vorheizen. Teig dünn ausrollen, in eine gefettete Tarteform (26-28 cm) legen, Rand andrücken und mit einer Gabel mehrmals einstechen.
- Gemahlene Haselnüsse gleichmäßig auf dem Boden verteilen - sie nehmen den Fruchtsaft auf und halten den Boden knusprig.
- Äpfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden, sofort mit Zitronensaft beträufeln. In engen Kreisen auf den Haselnüssen verteilen.
- Sojasahne, pflanzlichen Joghurt, Zucker, Speisestärke, Vanilleextrakt und Zimt glattrühren, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Gleichmäßig über die Äpfel gießen.
- 35-40 Minuten backen, bis die Creme gestockt und der Rand goldbraun ist. Mindestens 30 Minuten auskühlen lassen, bevor angeschnitten wird.
Häufige Fragen
- Welche Apfelsorten eignen sich am besten für vegane Apfelwähe?
- Feste, säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Braeburn halten beim Backen ihre Form und geben genug Säure gegen die Süße der Guss-Creme ab. Mehlige oder sehr süße Sorten wie Golden Delicious werden im Ofen schnell matschig und schmecken flacher.
- Was unterscheidet eine Wähe von einem klassischen Apfelkuchen?
- Die Wähe ist ein Schweizer Format mit dünnem Mürbeteigboden und einer rohen Guss-Creme, die erst gemeinsam mit den Früchten im Ofen stockt. Ein klassischer Apfelkuchen hat meist einen dickeren Rührteig- oder Hefeboden ohne diese gegossene Creme-Schicht.
- Kann ich die Apfelwähe am Vortag backen?
- Ja, sie lässt sich sehr gut vorbereiten. Über Nacht abgedeckt bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank lagern, die Creme wird beim Durchziehen sogar noch fester und lässt sich am nächsten Tag sauberer anschneiden.
- Wie bewahre ich Reste auf und ist die Apfelwähe einfrierbar?
- Abgedeckt im Kühlschrank hält sie sich 2-3 Tage. Einfrieren ist möglich, allerdings wird die Guss-Creme beim Auftauen etwas weicher - am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen und einzelne Stücke kurz im Ofen aufwärmen, damit der Boden wieder knusprig wird.