Zitrone richtig auspressen

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Eine harte Zitrone aus dem Kühlschrank gibt oft nur wenige Tropfen her, obwohl noch reichlich Saft in ihr steckt. Der Unterschied liegt selten an der Frucht selbst, sondern an der Vorbereitung: Zitronen, die unter leichtem Druck nachgeben, enthalten im Schnitt 8 Prozent mehr Saft als steinharte Früchte (America's Test Kitchen). Auch beim Werkzeug macht die Wahl einen spürbaren Unterschied: Presswerkzeuge mit Hebelmechanik liefern rund 30 Prozent mehr Saft als einfache Reibe-Pressen (America's Test Kitchen).

Die richtige Zitrone auswählen und vorbereiten

Beim Einkauf zählt vor allem der Griff-Test: Zitronen, die unter sanftem Druck leicht nachgeben, haben eine dünnere Schale und mehr Fruchtfleisch als rock-harte Exemplare (America's Test Kitchen). Vor dem Pressen lohnen sich zwei einfache Schritte:

Beide Tricks lassen sich kombinieren: erst rollen, dann kurz erwärmen, dann pressen. Wer die Schale ohnehin braucht, reibt sie immer vor dem Auspressen ab - danach ist die Frucht zu weich und lässt sich kaum noch sauber zesten.

Zitrone ohne Presse auspressen

Steht keine Zitruspresse zur Verfügung, reichen Gabel oder bloße Hand:

  1. Zitrone quer (nicht längs) halbieren, damit möglichst viele Safttaschen offenliegen.
  2. Eine Gabel tief ins Fruchtfleisch stechen und unter Druck kräftig drehen, um die Kammern aufzubrechen (Budget Bytes).
  3. Alternativ die Hälfte direkt von Hand über einem Sieb zusammendrücken, dabei die Schnittfläche leicht nach innen wölben.
  4. Zum Schluss mit der Gabel nochmal durch das ausgepresste Fruchtfleisch fahren - dort bleibt oft noch Saft in den Fasern hängen.

Die Gabel-Methode ist praktisch, wenn schnell wenig Saft gebraucht wird, holt im Vergleich zu einer echten Presse aber weniger aus der Frucht heraus (Feel Good Foodie).

Die richtige Presse für maximale Ausbeute

Für größere Mengen - etwa für ein Salatdressing (siehe Salat richtig anmachen) oder eine Zitronensuppe - lohnt sich ein passendes Werkzeug:

Werkzeug Ausbeute Aufwand Geeignet für
Reibe-/Reamer-Presse Niedriger (Referenzwert) Gering Einzelne Zitrone, spontan
Hebel-Zitruspresse Rund 30 % mehr als Reamer Gering Mehrere Zitronen, Dressings
Elektrische Zitruspresse Am höchsten, wenig Kerne/Fruchtfleisch Sehr gering Größere Mengen, oft nötig

Nach dem Pressen mit einem Sieb arbeiten, um Kerne und grobe Fruchtfleischstücke zuverlässig herauszuhalten, bevor der Saft in ein Dressing, eine Suppe wie die Vegane Zitronenreissuppe mit Kichererbsen oder einen Teig wandert.

Zitronensaft haltbar machen und einfrieren

Wer mehr presst als gebraucht wird, kann den Rest problemlos einfrieren. Frischer Zitronensaft in einer Eiswürfelform einfrieren, bis er komplett fest ist, dann die Würfel in einen luftdichten Gefrierbeutel umfüllen (America's Test Kitchen). Ein Eiswürfel entspricht dabei ungefähr einem Esslöffel Saft - praktisch portioniert für Dressings, Suppen oder Tee.

So vorbereitet hält sich Zitronensaft im Gefrierfach rund neun Monate, ohne merklich an Aroma zu verlieren (Homestead and Chill). Vor dem Einfrieren die Luft möglichst vollständig aus dem Beutel drücken, das schützt zusätzlich vor Gefrierbrand.

Mit der richtigen Vorbereitung, der passenden Presstechnik und cleverem Einfrieren holst du aus jeder Zitrone das Maximum heraus - egal ob für Kartoffeln, Salat oder die nächste Suppe.

Häufige Fragen

Warum gibt eine kalte Zitrone aus dem Kühlschrank weniger Saft?
Kälte macht die Zellwände im Fruchtfleisch steifer und den Saft zähflüssiger, wodurch beim Pressen mehr Widerstand entsteht. Zitronen bei Zimmertemperatur oder kurz erwärmt lassen sich leichter auspressen, weil die Membranen weicher sind und der Saft besser fließt.
Wie presst man eine Zitrone ohne Zitronenpresse aus?
Die Zitrone quer halbieren, eine Gabel in das Fruchtfleisch stechen und unter Druck drehen, um die Safttaschen aufzubrechen. Alternativ die Hälfte einfach von Hand über einer Schüssel oder einem Sieb zusammendrücken. Vorher rollen erhöht in beiden Fällen die Ausbeute.
Wie viel Saft hat eine durchschnittliche Zitrone?
Eine mittelgroße Zitrone liefert im Schnitt etwa 2 bis 4 Esslöffel Saft, umgerechnet also grob 30 bis 60 Milliliter. Wie viel es tatsächlich wird, hängt stark von Sorte, Reifegrad und der gewählten Presstechnik ab.
Welches Presswerkzeug bringt die meiste Ausbeute?
Presswerkzeuge mit Hebelmechanik (Zitruspressen zum Herunterdrücken) liefern im Schnitt deutlich mehr Saft als klassische Reibe-Pressen zum Reindrehen. Elektrische Zitruspressen erzielen bei größeren Mengen die höchste und gleichmäßigste Ausbeute mit wenig Kernen und Fruchtfleisch.
Kann man frisch gepressten Zitronensaft einfrieren?
Ja, überschüssiger Saft lässt sich problemlos in einer Eiswürfelform einfrieren und danach in einen luftdichten Gefrierbeutel umfüllen. So hält er sich mehrere Monate, ein Eiswürfel entspricht dabei ungefähr einem Esslöffel Saft für die dosierte Verwendung.
Sollte man Zitronen vor dem Auspressen zuerst abreiben?
Ja, die Schale sollte immer vor dem Pressen abgerieben werden, nicht danach. Sobald der Saft entzogen ist, verliert die Frucht an Struktur und lässt sich schlechter reiben. Gründliches Waschen und Trockenreiben vor dem Zesten verbessert zusätzlich das Aroma.