Kartoffeln richtig kochen

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Kartoffeln landen in kaltem Wasser, nicht in kochendem - dieser eine Handgriff entscheidet mehr über das Ergebnis als jede Kochzeit-Tabelle. Dazu die passende Sorte, die richtige Salzmenge und die Frage Schale oder nicht: mit diesen vier Punkten gelingen Kartoffeln gleichmäßig gar, für Erdäpfelsalat genauso wie für den Kartoffelgratin.

Kaltstart statt kochendes Wasser: die Wissenschaft hinter gleichmäßig gegarten Kartoffeln

Kartoffeln sind dicht und brauchen Zeit, bis die Wärme bis zum Kern vorgedrungen ist. Wer sie direkt in bereits kochendes Wasser gibt, gart die Außenschicht viel schneller als die Mitte - das Ergebnis ist eine matschige Schale bei rohem Kern. Werden Kartoffeln dagegen gemeinsam mit kaltem Wasser aufgesetzt und erst dann gemeinsam erhitzt, hat die Wärme Zeit, sich gleichmäßig von außen nach innen auszubreiten (Chowhound, Tasting Table). Das gilt für ganze Kartoffeln ebenso wie für Würfel.

Festkochend oder mehlig: die richtige Sorte für Salat, Püree und Ofen

Nicht jede Kartoffel eignet sich für jedes Gericht. Festkochende Sorten behalten beim Kochen ihre Form und werden nicht mürbe - ideal für Kartoffelsalat oder einfach als Beilage gekocht. Mehlige Sorten fallen dagegen beim Garen leicht auseinander und lassen sich cremig zerdrücken, weshalb sie sich für Püree eignen und im Ofen besonders knusprig werden (Tasting Table, Great British Chefs).

Sorte Eigenschaft Typisches Gericht
Festkochend Behält Form, fest im Biss Kartoffelsalat, Ofenkartoffeln
Vorwiegend festkochend Leicht mehlig, hält meist Form Bratkartoffeln, Eintöpfe
Mehlig Zerfällt leicht, saugt Flüssigkeit auf Kartoffelpüree, Suppe

Salzmenge und Zeitpunkt beim Kartoffeln kochen

Als Richtwert gilt ein Esslöffel Salz pro Kilogramm Kartoffeln, ins Kochwasser gegeben. Ob das Salz schon vor oder erst nach dem Aufkochen dazukommt, macht geschmacklich kaum einen Unterschied - entscheidend ist nur, dass am Ende genug Salz im Wasser gelandet ist (Tasting Table).

Kochzeiten je nach Größe und Schnitt

Die Kochzeit wird ab dem Zeitpunkt gerechnet, an dem das Wasser tatsächlich kocht:

(Alphafoodie). Die Garprobe mit der Messerspitze bleibt trotzdem der zuverlässigste Test: Gleitet die Klinge ohne Widerstand hinein, sind die Kartoffeln fertig.

Schale dranlassen: mehr Kalium, Vitamin C und Ballaststoffe

Eine mittelgroße Kartoffel mit Schale liefert rund 620 mg Kalium, 27 mg Vitamin C und 2 g Ballaststoffe. Wird sie vor dem Kochen geschält, gehen davon etwa 150 mg Kalium und 4,5 mg Vitamin C verloren, der Ballaststoffgehalt sinkt auf rund die Hälfte (Potatoes USA). Wer die Schale später nicht mitessen möchte, kann sie nach dem Kochen abziehen - dann löst sie sich ohnehin deutlich leichter als roh.

Mit Kaltstart, passender Sorte und der richtigen Salzmenge braucht es für perfekt gegarte Kartoffeln keine Küchenmaschine und keinen Timer auf die Sekunde - nur diese vier Handgriffe in der richtigen Reihenfolge.

Häufige Fragen

Wie lange müssen Kartoffeln kochen?
Das hängt von Größe und Schnitt ab, gerechnet ab dem Punkt, an dem das Wasser kocht. Gewürfelte Kartoffeln brauchen etwa 10 bis 12 Minuten, kleine ganze Kartoffeln rund 15 Minuten, mittelgroße ganze Kartoffeln 25 bis 30 Minuten und große ganze Kartoffeln bis zu 40 Minuten.
Sollte man Kartoffeln in kaltem oder kochendem Wasser aufsetzen?
Kartoffeln gehören in kaltes Wasser, das dann gemeinsam mit ihnen erhitzt wird. So hat die Wärme Zeit, gleichmäßig von außen nach innen vorzudringen. Wer Kartoffeln direkt in kochendes Wasser gibt, riskiert eine matschige Außenschicht, während der Kern noch roh ist.
Wann sollte man das Kochwasser für Kartoffeln salzen?
Am besten schon zu Beginn, bevor das Wasser kocht. Als Richtwert gilt etwa ein Esslöffel Salz pro Kilogramm Kartoffeln. Ob früher oder später gesalzen wird, macht geschmacklich kaum einen Unterschied - wichtig ist nur, dass genug Salz im Wasser ist.
Welche Kartoffelsorte eignet sich für Kartoffelsalat?
Festkochende Sorten sind hier klar im Vorteil, weil sie beim Kochen ihre Form behalten und nicht zerfallen. Mehlige Sorten saugen sich dagegen mit Flüssigkeit voll und werden im Salat schnell breiig.
Sollte man Kartoffeln mit oder ohne Schale kochen?
Mit Schale ist ernährungsphysiologisch die bessere Wahl, denn beim Schälen gehen spürbare Mengen an Kalium, Vitamin C und Ballaststoffen verloren. Wer die Schale nicht mitessen möchte, kann sie nach dem Kochen einfach abziehen - sie löst sich dann deutlich leichter.
Woran erkennt man, dass Kartoffeln fertig gekocht sind?
Mit einem Messer oder einer Gabel in die dickste Stelle stechen: Gleitet die Klinge ohne Widerstand hinein und fällt die Kartoffel fast von selbst wieder herunter, ist sie gar. Spürt man noch deutlichen Widerstand, braucht sie weitere Minuten.