Wie gesund sind Cashews?

Zuletzt aktualisiert:

Cashews liefern pro 100 Gramm rund 18 Gramm pflanzliches Eiweiß, viel ungesättigtes Fett und mehr Kupfer als jede andere Nusssorte. Mehrere Studien bringen sie außerdem mit niedrigerem Cholesterin und besseren Blutzuckerwerten in Verbindung - die Ergebnisse sind allerdings nicht ganz einheitlich.

Nährstoffprofil: Cashews sind die kupferreichste Nusssorte

Cashews bestehen zu einem großen Teil aus ungesättigten Fettsäuren und liefern dazu ordentlich Eiweiß. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Werte pro 100 Gramm rohe, ungesalzene Cashews.

Nährstoff Menge pro 100g
Kalorien 553 kcal
Protein 18 g
Fett 44 g
Kohlenhydrate 30 g
Kupfer rund 2,2 mg
Magnesium rund 260 mg
Zink rund 5,6 mg

Besonders auffällig ist der Kupferwert: Laut Nuthealth.org sind Cashews die kupferreichste Nusssorte überhaupt, schon eine kleine Handvoll deckt einen Großteil des Tagesbedarfs. Kupfer, Zink und Magnesium wirken im Körper gemeinsam als Cofaktoren für die körpereigene Superoxid-Dismutase, ein zentrales antioxidatives Enzym.

Herz-Kreislauf: Studien deuten auf günstigere Cholesterinwerte hin

Eine randomisierte Crossover-Studie in der American Journal of Clinical Nutrition fand, dass der tägliche Ersatz von Snacks durch Cashews Gesamt- und LDL-Cholesterin senkte. Eine Studie im Journal of Nutrition beobachtete bei Menschen mit Typ-2-Diabetes über 12 Wochen zusätzlich einen Anstieg des HDL-Cholesterins und einen Rückgang des systolischen Blutdrucks um 4 bis 5 mmHg.

Nicht jede Studie kommt zum selben Ergebnis. Eine weitere, ebenfalls in der American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Untersuchung fand keinen messbaren Effekt von Cashews auf Blutfette oder andere Herz-Kreislauf-Marker. Die Studienlage ist also positiv, aber nicht ausnahmslos einheitlich.

Auf einer breiteren Ebene bestätigt eine aktuelle Dosis-Wirkungs-Metaanalyse über mehrere Nusssorten hinweg einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Nusskonsum und einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Cashews sind in diesen Kohorten meist Teil einer größeren "Nüsse allgemein"-Kategorie, nicht isoliert untersucht.

Blutzucker und Entzündungswerte: erste positive Hinweise

Die Brazilian Nuts Study, ein randomisiertes Kontrollstudien-Design aus dem Jahr 2024, untersuchte Cashewkerne und Cashewöl bei Erwachsenen mit Übergewicht während einer 8-wöchigen kalorienreduzierten Diät. Die Cashew-Gruppe zeigte dabei niedrigere Leberwerte (AST und ALT) als die Kontrollgruppe.

Eine begleitende Auswertung derselben Studie fand zudem Hinweise auf eine verbesserte Darmpermeabilität und niedrigere Entzündungsmarker. Für konkrete Ernährungsempfehlungen bei bestehenden Erkrankungen ist trotzdem immer der Rat einer Ärztin oder eines Ernährungsberaters die richtige Anlaufstelle.

Wie viele Cashews am Tag sind sinnvoll?

In den zitierten Studien lagen die verwendeten Mengen meist zwischen 28 und 60 Gramm täglich - also etwa eine kleine bis mittlere Handvoll. Wegen des hohen Kaloriengehalts von über 550 Kalorien pro 100 Gramm lohnt es sich, Cashews eher als Ersatz für andere Snacks einzuplanen statt zusätzlich zur gewohnten Ernährung.

Cashews passen gut in herzhafte Gerichte: Cremig gemixt ergeben sie etwa die Basis für Cashew-Queso aus dem Hochleistungsmixer oder für selbstgemachten Cashew-Feta. Auch als Basis für Cashewmilch aus dem Pflanzenmilchbereiter sind sie beliebt.

Roh, geröstet oder gesalzen: Was für die Auswahl zählt

Rohe oder trocken geröstete Cashews ohne Zusatz von Öl und Salz behalten die meisten Nährstoffe und liefern kein zusätzliches Natrium. In Öl geröstete oder stark gesalzene Varianten schmecken zwar intensiver, bringen aber zusätzliche Kalorien und Salz ohne ernährungsphysiologischen Mehrwert.

Weil Cashews viel ungesättigtes Fett enthalten, werden sie schneller ranzig als härtere Nüsse wie Mandeln. Luftdicht verpackt im Kühlschrank oder Gefrierfach halten sie mehrere Monate, bei Raumtemperatur nur wenige Wochen.

Wer sich generell für pflanzliche Proteinquellen interessiert, findet ergänzend Hintergrund im Artikel Wie gesund ist Tempeh?

Häufige Fragen

Wie viel Protein und Fett haben Cashews?
Rohe Cashews liefern pro 100 Gramm etwa 18 Gramm Protein und 44 Gramm Fett, größtenteils einfach und mehrfach ungesättigt. Mit rund 553 Kalorien pro 100 Gramm zählen sie zu den energiereicheren Nüssen - eine Handvoll (etwa 28 Gramm) deckt bereits einen spürbaren Teil des Tagesbedarfs an gesunden Fetten.
Welche Mineralstoffe stecken besonders viel in Cashews?
Cashews sind die kupferreichste Nusssorte überhaupt - schon eine Handvoll deckt einen Großteil des Tagesbedarfs. Dazu kommen Magnesium und Zink in nennenswerten Mengen. Kupfer, Zink und Magnesium wirken im Körper als Cofaktoren für antioxidative Enzyme.
Senken Cashews den Cholesterinspiegel?
Mehrere kontrollierte Studien deuten auf einen positiven Effekt auf Gesamt- und LDL-Cholesterin hin, wenn Cashews andere Snacks ersetzen. Eine große Studie fand jedoch keinen messbaren Effekt auf die Blutfette. Die Ergebnisse sind also nicht einheitlich, tendieren aber positiv.
Wie viele Cashews sind pro Tag empfehlenswert?
In den meisten Studien wurden 28 bis 60 Gramm pro Tag verwendet, das entspricht etwa einer kleinen bis mittleren Handvoll. Wegen des hohen Kaloriengehalts lohnt es sich, diese Menge nicht zusätzlich zur normalen Ernährung, sondern als Ersatz für andere Snacks einzuplanen.
Sind geröstete oder rohe Cashews gesünder?
Rohe oder trocken geröstete Cashews ohne Salz oder Öl behalten die meisten Nährstoffe. In Öl geröstete und stark gesalzene Varianten liefern zusätzliche Kalorien und Natrium, ohne einen ernährungsphysiologischen Vorteil zu bringen.
Wie lagert man Cashews richtig?
Cashews enthalten viel ungesättigtes Fett und werden dadurch schneller ranzig als härtere Nüsse. Luftdicht verpackt und kühl, im Kühlschrank oder Gefrierfach, halten sie mehrere Monate statt nur wenige Wochen bei Raumtemperatur.