Werbung und Gratisproben ablehnen

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Laut einer Offerista-Studie aus 2021 lehnen mittlerweile 22,3 Prozent der österreichischen Haushalte den Einwurf unadressierter Flugblätter ab - in Wien sind es sogar 45 Prozent. Der Grund liegt auf der Hand: Alles, was man an- oder mitnimmt, führt dazu, dass irgendwo wieder etwas produziert wird. Bea Johnson von "Zero Waste Home" bringt es drastisch auf den Punkt: Wer passiv einen Flyer annimmt, sorgt dafür, dass irgendwo wieder ein Baum gefällt wird, um mehr Flyer zu drucken. Wer das "gratis" Shampoo-Fläschchen aus dem Hotelzimmer mitnimmt, sorgt dafür, dass mehr Öl für Kunststoff gefördert wird, um neue Flaschen herzustellen. Ein konsequentes "Nein, danke!" in drei Alltagsbereichen bringt spürbar mehr als jedes Recycling danach.

Werbung und Postwurfsendungen ablehnen

Unadressierte Werbung lässt sich mit einem "Bitte keine unadressierte Werbung"-Aufkleber am Briefkasten zuverlässig stoppen. Die Umweltberatung stellt dafür kostenlose Aufkleber zur Verfügung - alternativ ist laut derselben Seite auch ein selbst ausgedruckter Aufkleber mit demselben Wortlaut gültig. Für teiladressierte Werbung wie "An einen Tierfreund" hilft zusätzlich der Eintrag in die Robinsonliste:

Ein Eintrag ist kostenlos, wirkt aber erst nach einigen Wochen bis Monaten, da Adresshändler ihre Datenbanken erst aktualisieren müssen.

Werbegeschenke und Gratisproben ablehnen

Kugelschreiber, Feuerzeuge, Gummibären oder Duschgel-Proben kosten zwar kein Geld, haben aber trotzdem einen Preis: Sie bestehen meist aus billig produziertem Kunststoff von niedriger Qualität und verursachen Herstellung, Transport und später Entsorgung wie jedes andere Produkt. Der ökologische Preis wird bei Gratis-Artikeln nur zeitlich verschoben, nicht eingespart. Wer bei Messeständen, im Geschäft oder beim Onlineshopping bewusst Nein sagt, verhindert diesen Kreislauf schon an der Quelle.

Einweg-Plastikartikel unterwegs ablehnen

Besteck, Einkaufstaschen, Strohhalme, Becher und Flaschen bestehen meist aus Kunststoff, der weder gut recyclingfähig noch biologisch abbaubar ist. Am wirksamsten ist eine eigene, wiederverwendbare Alternative: Die meisten Menschen sind es längst gewohnt, eine Stofftasche zum Einkaufen mitzunehmen - genauso lässt sich ein eigenes Besteck-Set oder ein Glas-Becher für Kaffee unterwegs zur Routine machen. Passende Mehrweg-Produkte für Lunch und unterwegs gibt es mittlerweile in vielen Drogerien, Reformhäusern und spezialisierten Zero-Waste-Shops.

Refuse im Vergleich zu Reduce, Reuse und Recycle

Prinzip Beispiele im Alltag Wirkung
Refuse (Ablehnen) Werbeflyer, Gratisproben, Einwegbesteck ablehnen Verbrauch entsteht gar nicht erst
Reduce (Reduzieren) Weniger kaufen, bewusster konsumieren Geringerer Ressourcenverbrauch insgesamt
Reuse (Wiederverwenden) Mehrwegbecher, Second-Hand, Reparatur Produkte bleiben länger im Einsatz
Recycle (Verwerten) Korrekte Mülltrennung, Recyclingmaterial Rohstoffe fließen zurück in den Kreislauf

Refuse steht bewusst an erster Stelle des Prinzips: Was gar nicht erst ins Haus kommt, muss später weder reduziert, wiederverwendet noch recycelt werden. Wer diesen ersten Schritt konsequent umsetzt, merkt oft schon nach wenigen Wochen, dass deutlich weniger unnötiges Zeug zuhause herumliegt.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich einen "Keine Werbung"-Aufkleber für den Briefkasten?
Die Umweltberatung stellt auf ihrer Seite "Werbung einfach abbestellen" kostenlose Aufkleber zur Verfügung (bis zu 10 Stück gratis plus Versand). Alternativ ist auch ein selbst ausgedruckter Aufkleber mit dem Text "Bitte kein unadressiertes Werbematerial" gültig - eine druckfertige Vorlage findet sich ebenfalls auf der Seite der Umweltberatung.
Was ist die Robinsonliste und wofür brauche ich sie?
Die Robinsonliste schützt vor adressierter Werbung von Firmen, mit denen noch keine Geschäftsbeziehung besteht - anders als der Briefkasten-Aufkleber, der nur unadressierte Postwurfsendungen stoppt. Die Anmeldung ist kostenlos, dauert aber je nach Land einige Wochen bis Monate, bis Adresshändler die Daten aktualisiert haben.
Wie viele Haushalte in Österreich lehnen Werbung bereits ab?
Laut einer Offerista-Studie aus 2021 verweigern österreichweit 22,3 Prozent der Haushalte den Einwurf von Flugblättern. In Wien liegt die Ablehnungsquote mit 45 Prozent am höchsten, gefolgt von Niederösterreich mit rund 34 Prozent - in ländlicheren Regionen wie Kärnten oder Vorarlberg ist sie deutlich niedriger.
Warum sollte ich auch kostenlose Werbegeschenke ablehnen?
Kugelschreiber, Feuerzeuge oder Proben-Tuben kosten zwar kein Geld, verursachen aber Produktion, Transport und später Entsorgung wie jedes andere Produkt. Meist bestehen sie aus billigem Kunststoff mit kurzer Lebensdauer - der ökologische Preis wird nur auf später verschoben, nicht gespart.
Welche Einwegartikel lassen sich am einfachsten vermeiden?
Am leichtesten fällt der Umstieg bei Dingen, die man ohnehin regelmäßig braucht: eine eigene Trinkflasche statt Einwegbecher, ein Besteck-Set für unterwegs statt Plastikbesteck und ein wiederverwendbarer To-go-Becher für Kaffee. Diese drei Alternativen sparen zusammen den Großteil des typischen Einweg-Mülls im Alltag.