Reuse: Leihen, tauschen, reparieren

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Zwischen 2022 und 2025 wurden in Österreich laut ORF rund 1,8 Millionen Reparaturbons eingelöst - ein Beleg dafür, wie viele Menschen mittlerweile lieber reparieren statt neu zu kaufen. Reuse setzt genau hier an: Bevor ein Gegenstand im Müll landet, gibt es fast immer eine Möglichkeit, ihn zu leihen, zu tauschen, gebraucht zu kaufen oder reparieren zu lassen. Das schont Ressourcen und Geldbörse gleichzeitig und ist die logische Fortsetzung von Refuse und Reduce aus der Refuse-Reduce-Reuse-Recycle-Reihe.

Leihen und Teilen statt kaufen

Für viele Dinge, die man nur selten braucht, lohnt sich ein Kauf gar nicht erst. Leila Wien ist seit 2014 die erste Bibliothek der Dinge der Stadt und verleiht Werkzeug, Campingausrüstung und Haushaltsgeräte gegen eine kleine Gebühr. Seit Oktober 2025 ergänzen sechs kostenlose GB*-Leihläden der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in Leopoldstadt, Favoriten, Ottakring, Floridsdorf, der Donaustadt und Liesing das Angebot - Werkzeug und Freizeitartikel gibt es dort nach einmaliger Anmeldung mit Lichtbildausweis ganz gratis. In Berlin übernimmt Leila Berlin dieselbe Funktion, für Werkzeug und Geräte außerhalb der eigenen vier Wände hilft Shareonimo, Österreichs Verleihplattform. Wer in der Nachbarschaft direkt teilen möchte, findet über Pumpipumpe passende Aufkleber für den Briefkasten - von der Bohrmaschine bis zum Raclette-Grill.

Second-Hand kaufen, verschenken und tauschen

Kleiderkreisel ist seit 2020 Teil von Vinted, heute die größte Second-Hand-Plattform für Kleidung in Österreich und Deutschland. Wer lieber ohne Geld tauscht, ist bei wiederkehrenden Kleidertauschpartys richtig: Die Wiener Wäsch läuft seit neun Jahren und hat bei 44 Terminen bereits fast 127.000 Kilogramm Kleidung zwischen rund 15.000 Teilnehmenden getauscht - ganz ohne Kassa. Brettspiele, CDs und Bücher müssen ebenfalls nicht neu gekauft werden: Die Spielebox verleiht rund 9.000 Gesellschaftsspiele, für alles andere lohnt sich ein Blick in die örtliche Bibliothek oder auf Willhaben.

Reparieren statt wegwerfen

Reparieren ist oft günstiger als ein Neukauf, gerade seit der Staat mitzahlt. Der Reparaturbonus förderte zwischen 2022 und 2025 rund 1,8 Millionen Reparaturen, seit Jänner 2026 läuft das Nachfolgeprogramm Geräte-Retter-Prämie mit bis zu 130 Euro Förderung weiter - bis 26. März 2026 waren schon 65.300 Bons ausgestellt. Eine passende Werkstatt findet sich über Konsument.at, das Reparatur-, Verleih- und Gebrauchtwarenbetriebe in Wien nach Kategorie auflistet, oder über das bundesweite Reparaturnetzwerk, das Partnerbetriebe außerhalb Wiens ergänzt.

Auf reparierbare und langlebige Produkte setzen

Beim Neukauf lohnt sich die Frage, ob ein Produkt überhaupt reparierbar ist. Die vegane Rückenwind- und Wirbelwind-Linie von GEA Waldviertler wird komplett ohne Leder aus Mikrofaser gefertigt und mit einer austauschbaren Sohle produziert, die eine Neubesohlung statt Neukauf ermöglicht. Auch bei Alltagsgegenständen wie Trinkflasche, Lunchbox oder Einkaufstasche gilt: Wiederbefüllbar und reparierfähig schlägt Wegwerf-Ware, selbst wenn die Anschaffung etwas mehr kostet.

Reuse-Strategien im Vergleich

Strategie Beispiel Wirkung
Leihen Leila Wien, GB*-Leihläden, Pumpipumpe Nutzung ohne dauerhaften Besitz
Second-Hand kaufen Vinted, Willhaben, Flohmarkt Kein neuer Ressourcenverbrauch für Herstellung
Tauschen Wiener Wäsch, Kleidertauschparty Kleidung bleibt im Umlauf, ganz ohne Geld
Reparieren Geräte-Retter-Prämie, Konsument.at Reparaturführer Verlängert die Lebensdauer oft um Jahre

Egal ob Werkzeug, Kleidung oder Elektrogeräte: Wer vor dem Neukauf kurz prüft, ob Leihen, Tauschen oder Reparieren reicht, spart nicht nur Ressourcen, sondern meist auch bares Geld. Reuse ist damit die einfachste der vier Strategien, weil sie ohne Verzicht auskommt - Dinge werden einfach länger oder von mehreren Menschen genutzt, bevor sie irgendwann bei Recycle landen.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Reuse-Prinzip genau?
Reuse steht dafür, Gegenstände so oft und so lange wie möglich weiterzuverwenden, bevor sie im Müll landen - durch Leihen statt Kaufen, Second-Hand statt Neuware und Reparieren statt Wegwerfen. Es ergänzt Refuse und Reduce, die schon vor dem Kauf ansetzen, und geht der eigentlichen Entsorgung beim Recycling voraus.
Wie viele Reparaturen wurden über den österreichischen Reparaturbonus schon gefördert?
Zwischen dem Start 2022 und dem vorläufigen Ende 2025 wurden laut ORF rund 1,8 Millionen Bons für den Reparaturbonus eingelöst. Seit Jänner 2026 läuft das Nachfolgeprogramm Geräte-Retter-Prämie mit bis zu 130 Euro Förderung pro Reparatur weiter, bis 26. März 2026 waren bereits 65.300 neue Bons ausgestellt und rund 59.000 davon eingelöst.
Wo kann ich in Wien Werkzeug oder Geräte kostenlos oder günstig ausleihen?
Leila Wien ist seit 2014 die erste Bibliothek der Dinge der Stadt und verleiht Werkzeug, Campingausrüstung und Haushaltsgeräte gegen eine kleine Gebühr. Seit Oktober 2025 kommen sechs kostenlose GB*-Leihläden der Gebietsbetreuung Stadterneuerung in mehreren Bezirken dazu, bei denen nach einmaliger Anmeldung mit Lichtbildausweis Werkzeug und Freizeitartikel gratis ausgeliehen werden können.
Was ist aus Kleiderkreisel geworden und wo tausche ich heute Kleidung?
Kleiderkreisel ist seit 2020 Teil von Vinted, der heute größten Second-Hand-Plattform für Kleidung in Österreich und Deutschland. Für persönlichen Tausch ohne Geld eignen sich außerdem wiederkehrende Kleidertauschpartys wie die Wiener Wäsch, die in neun Jahren bei 44 Terminen fast 127.000 Kilogramm Kleidung zwischen rund 15.000 Teilnehmenden getauscht hat.
Wo finde ich eine Werkstatt für eine Reparatur statt Neukauf?
Das Online-Portal von Konsument.at listet Reparatur-, Verleih- und Gebrauchtwarenbetriebe in Wien nach Kategorie, von der Fahrradwerkstatt bis zur Änderungsschneiderei. Das bundesweite Reparaturnetzwerk ergänzt das um Betriebe außerhalb Wiens, die für die Geräte-Retter-Prämie qualifiziert sind.
Gibt es langlebige vegane Schuhe als Alternative zu Wegwerf-Sneakern?
Die vegane Rückenwind- und Wirbelwind-Linie von GEA Waldviertler wird komplett ohne Leder aus Mikrofaser gefertigt und mit einer austauschbaren Sohle produziert, die eine Reparatur statt Neukauf ermöglicht. Beide Modelle sind auf gea-waldviertler.at gelistet.