Vegane Rote Bete: Das heimische Superfood für den Winter

31.1.2026

Während Superfoods wie Goji-Beeren, Chiasamen und Acai oft weite Transportwege hinter sich haben, wächst ein echtes Kraftpaket direkt vor unserer Haustür: die Rote Bete. Die tiefrote Knolle ist nicht nur nachhaltig und regional verfügbar, sondern steckt voller wissenschaftlich belegter Gesundheitsvorteile.

Was macht Rote Bete so besonders?

Rote Bete (Beta vulgaris) ist ein wahres Nährstoffwunder. Die Knolle enthält eine einzigartige Kombination aus Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen:

Betain – Der besondere Wirkstoff

Das namensgebende Betain (auch Trimethylglycin genannt) ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der die Rote Bete von anderen Gemüsesorten abhebt:

Betalaine – Die kraftvollen Farbstoffe

Die intensive rote Farbe der Bete stammt von den Betalain-Pigmenten, insbesondere Betacyanin. Diese natürlichen Farbstoffe sind weit mehr als nur schön anzusehen:

Laut einer Studie im Journal of Nutritional Medicine zeigt Betanin eine zehnmal höhere antioxidative Aktivität als Vitamin E und eine dreimal höhere als Catechin. Besonders interessant: Im Gegensatz zu vielen Flavonoiden werden Betalaine im Magen-Darm-Trakt gut aufgenommen und erreichen den Blutkreislauf in ihrer aktiven Form.

Was die Wissenschaft sagt

Blutdrucksenkende Wirkung

Die wohl am besten untersuchte Eigenschaft der Roten Bete ist ihr Einfluss auf den Blutdruck. Eine Meta-Analyse aus 2024 mit 349 Probanden zeigte: Rote-Bete-Saft senkte den systolischen Blutdruck um durchschnittlich 5,31 mmHg.

Der Mechanismus dahinter: Rote Bete ist reich an Nitrat, das im Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt wird. Dieses Molekül entspannt die Blutgefäße und verbessert die Durchblutung. Forscher der Universität Exeter fanden 2025 heraus, dass nitratreicher Rote-Bete-Saft sogar das orale Mikrobiom positiv beeinflusst.

Wichtig zu wissen: Eine Senkung des Blutdrucks um nur 2 mmHg kann das Risiko für Herzkrankheiten um 7 % und für Schlaganfälle um 10 % reduzieren. Rote-Bete-Saft ersetzt aber keine ärztlich verordnete Blutdrucktherapie.

Sportliche Leistungsfähigkeit

Aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen, dass Rote-Bete-Saft die Ausdauerleistung verbessern kann:

Der Effekt ist besonders ausgeprägt bei Hobby-Sportlern. Bei Profisportlern, deren Körper bereits optimal an die Sauerstoffverwertung angepasst ist, fallen die Vorteile geringer aus.

Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften

Die bioaktiven Verbindungen in Rote Bete wirken auf mehreren Ebenen:

In Laborstudien zeigten Betalaine sogar antiproliferative Wirkungen auf Krebszellen. Für konkrete Empfehlungen zur Krebsprävention reichen die Daten jedoch noch nicht aus.

Rote Bete in der veganen Küche

Die Vielseitigkeit der Roten Bete macht sie zu einem echten Allrounder:

Roh genießen

Viele der wertvollen Inhaltsstoffe sind hitzeempfindlich. Für maximale Nährstoffausbeute empfiehlt sich der rohe Verzehr:

Tipp: Bei Bio-Ware kannst du auch die Blätter verwenden – sie bündeln die Inhaltsstoffe der Knolle noch einmal um ein Vielfaches!

Gekocht und gebacken

Auch gegart bleibt Rote Bete ein wertvolles Gemüse:

Rote Bete passt hervorragend in die vegane Winterküche und kombiniert sich gut mit anderen heimischen Wintergemüsen.

Praktische Tipps

Einkauf und Lagerung

Zubereitung ohne Flecken

Die roten Farbstoffe färben stark ab – so vermeidest du Flecken:

Keine Sorge bei rotem Urin

Eine leichte Rotfärbung von Urin oder Stuhl nach dem Verzehr von Rote Bete ist völlig harmlos. Das Phänomen nennt sich „Beeturie" und betrifft etwa 10–14 % der Bevölkerung.

Fazit: Heimisches Superfood mit Substanz

Rote Bete vereint alles, was ein echtes Superfood ausmacht: Sie ist nährstoffreich, wissenschaftlich untersucht, nachhaltig regional und vielseitig einsetzbar. Besonders im Winter, wenn die Auswahl an frischem Obst und Gemüse kleiner wird, ist die tiefrote Knolle ein wertvoller Begleiter für eine ausgewogene vegane Ernährung.

Quellen: