Nachhaltig im Büro - Teil I
Der Büro-Alltag lässt sich mit ein paar einfachen Umstellungen bei Papier, Schreibwaren und Technik spürbar grüner gestalten - manches sofort, anderes braucht eine Entscheidung auf höherer Ebene. Wer dabei auch noch Geld spart, hat es leichter, Kolleginnen und Kollegen sowie die Geschäftsführung zu überzeugen.
Papier für Drucker, Küche & WC
- Grammatur wechseln: Mit einem Umstieg von 100 auf 80 Gramm pro m² lassen sich ganz einfach 20 % einsparen.
- Recycling-Papier bevorzugen: Aus Altpapier gewonnene Holzfasern können bis zu 5x wiederverwertet werden. Der Recyclingprozess benötigt deutlich weniger Energie, Chemikalien und Wasser.
- Auf das Zertifikat achten: Mit dem Österreichischen Umweltzeichen oder dem Blauen Engel ist man gut beraten.
- Ungebleichtes oder chlorfrei gebleichtes Papier wählen.
- Eine nachhaltige Druckerei für Flyer, Briefpapier & Co. wählen, z.B. Janetschek, die auf FSC-Papier und klimaneutralen Druck setzen.
- Hinterfragen, was ausgedruckt werden muss, und wo immer möglich auf papierlose Varianten umsteigen (elektronisch speichern).
- Sämtliche Papierquellen hinterfragen und optimieren:
- Unerwünschte Prospekte mit „Keine Werbung"-Aufkleber ausbremsen
- Den Kaffee statt aus Einweg-Pappbechern aus echten Tassen oder wiederverwendbaren Glas- und Edelstahlbechern trinken
- Auf Recycling-WC-Papier mit dem Umweltzeichen umsteigen
- Einen Händetrockner statt Papierhandtüchern installieren
- Statt einer Küchenrolle waschbare Baumwolltücher nehmen
- Einweg-Servietten hinterfragen - oft reicht Händewaschen nach dem Essen
- Doppelseitig drucken!
- Papierabfälle korrekt trennen und recyceln: Beschichtetes Papier wie Tetrapaks und verschmutztes, fettiges Papier kann nicht wiederverwertet werden.
- Spannende Einblicke in den Ressourcenverbrauch bietet der Nachhaltigkeitsrechner für Papier.
- Noch mehr Infos rund um das Thema Papier findet man im Leitfaden für Papiereinkauf des WWF.
Schreiben, Ordnen, Kopieren & Co
- Stifte mit möglichst geringem Plastik-Anteil oder Recycling-Material sind eine gute Wahl, wie z.B. die Marker & Highlighter der Edding eco-line.
- Für Büro-Ordner, Trennblätter, etc. gibt es umweltfreundliche Alternativen aus Pappe oder Recycling-Material, wie z.B. von Leitz oder Donau.
- Heften kann man auch ganz ohne Metall-Klammern - entsprechende Falzhefter gibt es bei vielen Bürofachhändlern.
- CO2-neutrale Stempel mit dem österreichischen Umweltzeichen gibt's z.B. von Colop.
- Hilfe bei der Kaufentscheidung nachhaltiger Computer, Monitore, Drucker, etc. findet man bei ecotopten.de und der Seite des Umweltzeichens Blauer Engel.
- Mit einer fairen Maus klicken macht mehr Freude.
- Auf www.bueroeinkauf.at findet man jede Menge hilfreicher Infos: Von Vorzeige-Produkten bis zu einer Datenbank mit tausenden Büro-Artikeln und Erklärungen diverser Gütesiegel.
Nachhaltigkeit im Büro weiterdenken
Papier und Schreibwaren sind nur der Anfang: In Teil II der Serie geht es um nachhaltige Anfahrt, Lunch und Stromverbrauch im Büro, und Vegan im Büro zeigt, wie Mittagessen und Snacks am Arbeitsplatz pflanzlich gelingen. Wer generell weniger besitzen und bewusster einkaufen will, findet in Reduce: Weniger besitzen, bewusster kaufen und im Zero-Waste-Guide weiterführende Tipps für den Alltag abseits des Schreibtischs.
Häufige Fragen
- Wie spart man im Büro am meisten Papier?
- Der größte Hebel ist weniger drucken: Dokumente elektronisch ablegen, doppelseitig drucken und die Grammatur von 100 auf 80 Gramm pro m² senken, was schon rund 20 % Material einspart. Zusätzlich hilft Recyclingpapier, da die Fasern bis zu fünfmal wiederverwertet werden können und der Recyclingprozess deutlich weniger Energie, Chemikalien und Wasser benötigt als Frischfaserproduktion.
- Welche Umweltzeichen sind bei Büropapier wichtig?
- Das Österreichische Umweltzeichen und der Blaue Engel kennzeichnen Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder Altpapier mit chlorfreier Bleichung. Beide Siegel prüfen unabhängig Rohstoffherkunft, Chemikalieneinsatz und Energieverbrauch der Produktion, sind also eine verlässlichere Orientierung als reine Werbeaussagen auf der Verpackung.
- Wie lässt sich Einweg-Geschirr in der Büroküche vermeiden?
- Statt Einweg-Pappbechern reichen ein paar echte Tassen oder wiederverwendbare Glas- und Edelstahlbecher für den Kaffee zwischendurch. In der Küche ersetzen waschbare Baumwolltücher die Küchenrolle, ein Händetrockner die Papierhandtücher, und bei Servietten reicht oft ein kurzer Griff zum Wasserhahn statt zum Einwegtuch.
- Welche Alternativen gibt es zu Plastikstiften und Metall-Heftklammern?
- Marker und Textmarker gibt es inzwischen mit deutlich reduziertem Plastikanteil oder aus Recyclingmaterial, etwa in der Edding-Eco-Linie. Für Heftungen ohne Metallklammern bieten viele Bürofachhändler Falzhefter oder Papierklammer-Systeme an, und Ordner sowie Trennblätter gibt es aus Recyclingkarton mit Umweltzeichen.
- Wie erkennt man nachhaltige Bürogeräte wie Drucker oder Monitore?
- Der Blaue Engel und die Vergleichsplattform ecotopten.de listen besonders energiesparende Drucker, Monitore und Computer und erklären die jeweiligen Kriterien. Wichtig sind niedriger Stand-by-Verbrauch, lange Update-Zyklen der Hersteller und reparierbare statt verklebte Gehäuse, damit Geräte nicht vorzeitig im Elektroschrott landen.
- Warum lohnt sich CO2-neutraler Bürobedarf wie Stempel?
- Kleinserienprodukte wie Stempel oder Büroartikel werden zunehmend klimaneutral produziert, etwa mit österreichischem Umweltzeichen zertifiziert. Das kompensiert nicht nur Emissionen aus Herstellung und Transport, sondern setzt auch bei Lieferanten den Anreiz, den gesamten Produktionsprozess ressourcenschonender zu gestalten.