Ist Marmelade vegan? Konfitüre, Gelierzucker und Fruchtaufstriche
Die gute Nachricht vorweg: Marmelade ist in Österreich und Deutschland fast immer vegan. Die deutsche Konfitürenverordnung erlaubt keine Gelatine in Konfitüre und Marmelade – stattdessen wird das pflanzliche Geliermittel Pektin verwendet.
Warum Marmelade meist vegan ist
Laut ÖKO-TEST sind die erlaubten Zutaten für Marmelade gesetzlich geregelt. Die Konfitürenverordnung legt fest, dass nur Früchte, Zucker, Pektin und Säuerungsmittel verwendet werden dürfen. Gelatine aus tierischen Knochen und Häuten ist ausdrücklich verboten.
Pektin – das Geliermittel in Marmelade – ist laut Utopia immer vegan. Es wird aus Äpfeln oder Zitrusschalen gewonnen und ist ein natürlicher Pflanzenstoff.
Worauf du achten solltest
Honig in Marmelade
Der häufigste nicht-vegane Zusatz in Marmelade ist Honig. Die Konfitürenverordnung erlaubt, Zucker teilweise oder vollständig durch Honig zu ersetzen. Lies daher immer die Zutatenliste – ist Honig enthalten, ist die Marmelade nicht vegan.
Geklärte Fruchtsäfte
Ein oft übersehenes Problem: Laut EAT SMARTER werden Fruchtsäfte häufig mit Gelatine geklärt. Da Gelatine als Produktionshilfsstoff gilt, muss sie nicht auf dem Etikett angegeben werden. Das betrifft auch Säfte, die in Marmeladen verarbeitet werden.
Tipp: Naturtrübe Säfte und Produkte mit naturtrüben Zutaten sind laut Berioo deutlich öfter vegan als Produkte mit klaren Säften.
Vegane Marmeladen in Österreich
Darbo
Die Tiroler Traditionsmarke Darbo verwendet in den meisten Produkten nur pflanzliche Zutaten. Laut Austrian Supermarket ist die Darbo Konfitüre mit 35% Fruchtanteil vegan, laktose- und glutenfrei. Auch die Naturrein-Linie mit 55% Fruchtanteil ist als vegan gekennzeichnet. Bei Honigsorten (wie der beliebten Honig-Variante) natürlich nicht.
Staud's Wien
Das Wiener Familienunternehmen Staud's produziert seit 1883 am Brunnenmarkt. Laut Staud's sind alle Produkte frei von Gluten, Laktose, chemischen Konservierungsstoffen und künstlichen Aromen – und mit Ausnahme von Honig auch vegan. Eine typische Zutatenliste enthält nur Früchte (70%), Zucker, Pektin und Zitronensaftkonzentrat.
Supermarkt-Eigenmarken
Im Gault&Millau Marillenmarmelade-Test teilten sich Darbo Naturrein und der SPAR Premium Marillen Fruchtaufstrich den ersten Platz. Dahinter folgte die Hofer-Marmelade "Gutes aus der Region, Wachauer Marille". Diese Eigenmarken sind ebenfalls vegan, da sie mit Pektin geliert werden.
Was ist mit Gelierzucker?
Gute Nachricht für alle, die Marmelade selbst kochen: Gelierzucker ist vegan! Laut Xucker besteht Gelierzucker nur aus Zucker, Pektin und Säuerungsmittel – keine Gelatine, trotz des ähnlichen Namens. Veganivore hat 15 verschiedene Gelierzucker auf dem deutschen Markt überprüft – alle waren vegan.
Vegane Alternativen zu Gelatine
Hersteller, die komplett vegan produzieren möchten, setzen laut ProVeg auf pflanzliche Alternativen:
- Pektin: Das Standard-Geliermittel in Marmelade, aus Äpfeln oder Zitrusfrüchten
- Agar-Agar: Aus Rotalgen gewonnen, geliert fest
- Johannisbrotkernmehl: Verdickungsmittel aus Johannisbrotbaumkernen
- Guarkernmehl: Aus der Guarbohne gewonnen
Vegane Marmeladen erkennen
Am sichersten bist du mit dem V-Label oder der Veganblume – diese Siegel garantieren, dass auch bei der Herstellung keine tierischen Produkte verwendet wurden.
Ohne Siegel gilt: Lies die Zutatenliste. Enthält die Marmelade nur Früchte, Zucker, Pektin und eventuell Zitronensäure oder Fruchtsaftkonzentrat, ist sie vegan. Nur bei Honig-Sorten oder Produkten mit "Gelatine" solltest du die Finger davon lassen.
Fazit
Marmelade ist erfreulicherweise eines der einfachsten veganen Lebensmittel: Die gesetzlichen Vorschriften schützen uns vor versteckter Gelatine, und die österreichischen Traditionsmarken wie Darbo und Staud's setzen ohnehin auf rein pflanzliche Rezepturen. Einzig bei Honig-Varianten und bei Produkten, die mit geklärten Säften hergestellt werden, ist Vorsicht geboten. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Produkten mit V-Label oder kocht die Marmelade einfach selbst – mit veganem Gelierzucker gelingt das garantiert.
Tipp: Probiere unser Rezept für veganen Löwenzahnsirup oder veganen Holundersirup als fruchtigen Brotaufstrich!