Veganer Aperol Spritz: Ist Aperol und Prosecco wirklich vegan?
Der Aperol Spritz ist das Sommergetränk der Saison – in Wien genauso wie in Graz, Salzburg und auf jeder Gartenparty in Österreich. Für viele Veganerinnen und Veganer stellt sich dabei eine konkrete Frage: Ist das leuchtend orange Gläschen eigentlich vegan? Die gute Nachricht: Aperol ja. Beim Prosecco lohnt sich ein genauerer Blick.
Aperol enthält keine tierischen Inhaltsstoffe und ist laut Campari Group für Veganerinnen und Veganer geeignet
Aperol wird von der Campari Group hergestellt, und der Konzern ist in der Vegan-Frage eindeutig: Laut der offiziellen Aperol-Inhaltsstoff-FAQ ist Aperol für Vegetarierinnen und Veganer geeignet. Das fertige Produkt enthält keine tierischen Inhaltsstoffe.
Aperol enthält Wasser, Alkohol, Zucker, Bitter-Orange- und Rhabarberextrakte sowie die Azofarbstoffe E110 (Gelborange S) und E124 (Cochenillerot A). Die Farbstoffe sind synthetisch hergestellt – kein Bezug zu Cochenille (Koschenilleschildlaus), die in manchen Lebensmitteln als E120 vorkommt. Das ist ein häufiger Irrtum, der aber nicht auf Aperol zutrifft.
Auch die fertig gemischten Aperol Spritz Dosen (3 × 17,5 cl) enthalten laut Herstellerangaben keine tierischen Zutaten.
Prosecco ist nicht automatisch vegan: Traditionelle Klärmittel wie Gelatine und Hausenblase sind weit verbreitet
Hier liegt der Knackpunkt beim Aperol Spritz: Schaumweine und Prosecco werden nach der Gärung traditionell gefiltert und geklärt. Dabei verwenden viele Winzer und Großproduzenten bis heute tierische Klärmittel:
- Gelatine (aus Tierknochen) – bindet Schwebstoffe und wird vor dem Abfüllen wieder entfernt
- Hausenblase (Fischblase) – eines der ältesten Klärmittel im Weinbau
- Kasein (Milchprotein) – wird bei manchen Weinen eingesetzt
- Albumin (Hühnereiweiß) – besonders bei Rotweinen verbreitet
Das Problem: Diese Klärmittel gelten rechtlich als „technische Hilfsmittel", nicht als Zutaten – und müssen daher nicht auf dem Etikett angegeben werden. Barnivore.com, die größte Datenbank für vegane Weine und Spirituosen, listet für die meisten großen Prosecco-Marken den jeweiligen Vegan-Status auf – eine gute erste Anlaufstelle.
Vegan-Klärung funktioniert mit pflanzlichen Alternativen: Bentonit (natürlicher Ton), Aktivkohle oder pflanzliches Kasein ermöglichen eine vollständig vegane Weinherstellung.
Mionetto Prosecco DOC ist im Interspar als vegan ausgezeichnet – die verlässlichste AT-Option
In Österreich ist Mionetto die zugänglichste vegan-gekennzeichnete Prosecco-Option. Das Mionetto Prosecco DOC Treviso trägt bei Interspar die explizite Vegan-Kennzeichnung – du siehst es direkt am Produkteintrag im Online-Shop. Das gilt sowohl für die 200-ml-Flasche als auch für die 0,75-l-Flasche.
Valdo Prosecco Spumante DOC Extra Dry ist bei Billa erhältlich und laut Barnivore.com vegan. Laurenza Prosecco Frizzante DOC (ab ca. 3,99 EUR bei Billa) ist eine günstige Option – die Vegan-Kennzeichnung sollte bei diesem Preisniveau aber direkt auf der Flasche oder beim Hersteller geprüft werden.
Für Bio-Prosecco mit Veganblume-Zertifizierung empfehlen sich Bioläden, der Interspar Bio-Bereich und Weinhandlungen. Dort findest du oft zertifiziert vegane Schaumweine aus ökologischem Anbau.
Das klassische 3:2:1-Verhältnis – drei Teile veganer Prosecco, zwei Teile Aperol, ein Spritzer Soda
Der vegane Aperol Spritz folgt exakt dem gleichen Rezept wie der klassische:
- Großes Weinglas mit viel Eis füllen
- 3 Teile veganer Prosecco zuerst ins Glas gießen (ca. 9 cl)
- 2 Teile Aperol hinzufügen (ca. 6 cl)
- 1 Teil Sodawasser auffüllen (ca. 3 cl)
- Mit einer Orangenscheibe garnieren und sofort servieren
Der Prosecco kommt zuerst ins Glas – so wird der Aperol gleichmäßig eingemischt, ohne dass er sich am Boden absetzt. Alles gut gekühlt vorbereiten, dann stimmt auch die Temperatur.
Für die Gartenparty: Aperol und gekühlten Prosecco getrennt bereitstellen, Eis in einer großen Schüssel, Orangenscheiben vorgeschnitten. So kann jede selbst mischen, und die Gläser bleiben schön kalt.
Welcher vegane Prosecco eignet sich am besten für den Aperol Spritz in Österreich?
Mionetto Prosecco DOC Treviso Brut ist die erste Wahl: vegan gekennzeichnet, bei Interspar erhältlich, klassischer Stil ohne zu viel Süße. Für den Aperol Spritz eignet sich ein trockener bis halbtrockener Prosecco (Brut oder Extra Dry) am besten, da Aperol bereits eine ausgeprägte Süße mitbringt.
Wer Bio bevorzugt, greift zu einem Prosecco mit Veganblume oder V-Label – im Biofachhandel in Wien, Graz und Linz sind mehrere Winzer vertreten, die ihre Prosecco-Varianten explizit als vegan kennzeichnen. Online bei shops wie biowein-erlesen.de findet sich ebenfalls eine kuratierte Auswahl veganer Schaumweine mit Lieferung nach Österreich.
Zusammenfassung für die nächste Gartenparty: Aperol kaufen (immer vegan), Mionetto Prosecco DOC bei Interspar nehmen (vegan gekennzeichnet), dazu Soda und Eis – fertig ist der vegane Aperol Spritz für den Sommer 2026.
Häufige Fragen
- Ist Aperol Spritz vegan?
- Aperol selbst ist vegan – das bestätigt der Hersteller Campari Group auf der offiziellen Website. Der Aperol Spritz als Ganzes ist aber nur dann vegan, wenn auch der verwendete Prosecco vegan hergestellt wurde. Wähle Prosecco mit Vegan-Kennzeichnung wie Mionetto, dann ist dein Aperol Spritz sicher vegan.
- Warum ist Prosecco manchmal nicht vegan?
- Für die Klärung von Prosecco und anderen Schaumweinen verwenden viele Hersteller traditionell tierische Klärmittel: Gelatine (aus Tierknochen), Hausenblase (Fischblase), Kasein (Milchprotein) oder Albumin (Hühnereiweiß). Diese Hilfsmittel werden zwar vor dem Abfüllen wieder entfernt, müssen aber nicht auf dem Etikett angegeben werden – daher ist eine Vegan-Kennzeichnung der einzig sichere Nachweis.
- Welcher Prosecco ist vegan für den Aperol Spritz in Österreich?
- Mionetto Prosecco DOC Treviso trägt im Interspar die explizite Vegan-Kennzeichnung und ist damit die verlässlichste Option in Österreich. Valdo Prosecco ist bei Billa erhältlich und laut Barnivore.com vegan. Für Bio-Prosecco mit Veganblume empfehlen sich Bioläden und Weinhandlungen.
- Ist Aperol selbst vegan?
- Ja. Laut den offiziellen Inhaltsstoff-Angaben von Aperol auf aperol.com enthält das fertige Produkt keine tierischen Inhaltsstoffe. Der Hersteller Campari Group bestätigt, dass Aperol für Vegetarierinnen und Veganer geeignet ist.
- Wie erkenne ich veganen Prosecco im Supermarkt?
- Suche auf dem Etikett nach der Veganblume, dem V-Label oder der Aufschrift 'vegan'. Manche Hersteller kennzeichnen ihre Weine auch auf der Rückseite als 'vegan hergestellt'. Im Zweifel hilft Barnivore.com – dort sind tausende Weine und Schaumweine nach Vegan-Status gelistet.
- Kann ich veganen Aperol Spritz fertig kaufen?
- Fertige Aperol Spritz Dosen (3 x 17,5 cl) sind bei vielen AT-Händlern erhältlich. Aperol bestätigt, dass auch die fertigen Dosen keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten. Der verwendete Prosecco in den Fertigmischungen ist laut Hersteller-Angaben ebenfalls vegan.
- Gibt es alkoholfreie vegane Alternativen zum Aperol Spritz?
- Ja. Alkoholfreier Hugo mit Holunderblütensirup, Minze, Zitrone und Mineralwasser ist eine beliebte sommerliche Alternative. Auch alkoholfreie Bitter-Aperitif-Sirup-Versionen (z.B. von Lyre's) sind im Biofachhandel und online erhältlich – alle ohne tierische Zutaten.