Veganer Omega-3-Rekordhalter: Portulak im Sommer ernten, kaufen und zubereiten

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Portulak (Portulaca oleracea) setzt einen Nährstoffrekord, der selbst Ernährungswissenschaftler überrascht: Von allen grünen Blattgemüsen enthält er die höchste Konzentration an Omega-3-Fettsäuren – und das direkt vor der Haustür, auf Wochenmärkten oder dem eigenen Balkon.

400 mg Omega-3 pro 100 g – Portulak schlägt Spinat um das Fünffache

Wissenschaftliche Untersuchungen haben Portulak als reichste grüne Pflanzenquelle für Alpha-Linolensäure (ALA) identifiziert. 100 Gramm frischer Portulak liefern rund 400 mg ALA – Spinat kommt dagegen auf etwa 70 mg. Noch bemerkenswerter: Portulak enthält laut aktueller Analyse auch Spuren von EPA, einer Omega-3-Form, die sonst fast ausschließlich in Meeresprodukten vorkommt. Für die vegane Ernährung ist das außergewöhnlich.

Neben ALA steckt in Portulak ein vollständiges Spektrum antioxidativer Pflanzenstoffe: Quercetin, Kaempferol und Luteolin – Flavonoide, die in frischem Blattgemüse dieser Konzentration selten vorkommen. Zusammen mit den Omega-3-Fettsäuren macht das Portulak zu einem der dichtesten Nährwertlieferanten unter den heimischen Sommergemüsen.

Hochsaison Juli bis September: Wochenmärkte Wien, Bioläden und Balkonanbau

Frischer Portulak ist in Österreich von Mai bis Oktober erhältlich, mit dem Höhepunkt zwischen Juli und September. Auf Wochenmärkten – etwa dem Wiener Naschmarkt, dem Karmelitermarkt oder dem Grazer Lendplatz – sowie in gut sortierten Bioläden wie Denn's Biomarkt findet man ihn während der Saison verlässlich. In konventionellen Supermärkten ist er selten gelistet; wer ihn regelmäßig möchte, baut ihn am besten selbst an.

Eigenanbau ist denkbar unkompliziert: Portulak braucht einen sonnigen Platz, wenig Wasser und keinen Dünger. Laut Plantura ist er schon acht Wochen nach der Aussaat erntereif und sät sich oft von selbst wieder aus. Ein Balkonkasten ab einem Liter Erde reicht, um von Juli bis Oktober frisch zu ernten. OBI Österreich und viele Bio-Online-Shops führen Portulak-Samen ab etwa 2 Euro.

Ab Oktober übernimmt der Winterportulak (Claytonia perfoliata), ein milder Verwandter mit einem ähnlich guten Nährstoffprofil, der auf Wochenmärkten in der kühlen Jahreszeit auftaucht.

Vitamin C bis 72 mg, Magnesium 151 mg und Eisen 3,6 mg pro 100 g

Portulaks Nährstoffprofil ist für ein Blattgemüse ungewöhnlich vollständig. Nährwertanalysen zeigen für 100 Gramm frischen Portulak neben den Omega-3-Fettsäuren bis zu 72 mg Vitamin C (je nach Sorte und Erntezeitpunkt), 151 mg Magnesium, 3,6 mg Eisen sowie 390 bis 494 mg Kalium. Das macht ihn als Salatbasis besonders interessant, wenn man mehrere Mikronährstoffe gleichzeitig abdecken möchte.

Der Vergleich mit anderen heimischen Sommergemüsen zeigt den Vorsprung deutlich:

Blattgemüse Omega-3 ALA Vitamin C Magnesium Saison AT
Portulak ~400 mg 21–72 mg 151 mg Juli–Okt
Spinat (roh) ~70 mg 51 mg 87 mg Mai–Okt
Rucola ~90 mg 110 mg 69 mg Apr–Okt
Löwenzahn (jung) ~50 mg 35 mg 36 mg März–Mai

Alle Angaben pro 100 g frisches Blattgemüse.

Roh im Salat, als Pesto oder kurz gedünstet – Hitze solltest du vermeiden

Da Omega-3-Fettsäuren und Vitamin C hitzeempfindlich sind, ist Portulak roh am wertvollsten. Die dickfleischigen Blätter eignen sich hervorragend als Basis für vegane Sommersalate und Buddha Bowls. Ein veganes Salatdressing aus Zitrone, Olivenöl und etwas Senf reicht als Würze vollkommen aus.

Als Portulak-Pesto mit Walnüssen, Knoblauch, Olivenöl und Hefeflocken lässt er sich auf Vorrat produzieren und einfrieren – ideal für die Portulak-freie Winterzeit. Wer ihn erhitzen möchte, etwa in einer veganen Gemüsepfanne, sollte das bei mittlerer Hitze und maximal 30 Sekunden halten. In vegane Sommerrezepte lässt sich Portulak vielseitig einbauen – als Topping auf Bowls, als Basis für grüne Smoothies oder als Wildkräuter-Note in sommerlichen Suppen.

Wo bekommt man Portulak in Österreich frisch?

Die ehrliche Antwort: Der einfachste Weg ist Eigenanbau. Samen gibt es in Gartencentern, bei OBI oder in Bio-Online-Shops ab etwa 2 Euro. Im Topf auf dem Balkon wächst Portulak auch ohne Garten und liefert von Juli bis September wöchentlich frische Blätter.

Wer lieber kauft: Wochenmärkte in Wien, Graz, Linz und Salzburg führen Portulak in der Saison verlässlich. Denn's Biomarkt und andere Biomärkte haben ihn gelegentlich. In Standardsupermärkten – Billa, Spar, Hofer – ist er selten oder gar nicht im Sortiment.

Als Omega-3-Quelle für die vegane Ernährung ist Portulak eine willkommene Ergänzung zu Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl. Einen umfassenden Überblick über weitere pflanzliche Nährstoffquellen bietet unser Guide zu veganen Eiweißquellen. Weitere heimische Wildgemüse mit starkem Nährstoffprofil sind Brunnenkresse und Petersilie.

Häufige Fragen

Ist Portulak dasselbe wie Vogerlsalat?
Nein. Vogerlsalat (Feldsalat) und Portulak sind verschiedene Pflanzen. Portulak (Portulaca oleracea) ist ein dickfleischigeres, mild-würziges Wildgemüse mit einzigartiger Omega-3-Bilanz. Vogerlsalat ist zarter und milder im Geschmack.
Wie schmeckt Portulak?
Portulak schmeckt mild-würzig mit einer leicht säuerlichen, etwas salzigen Note. Die fleischigen Blätter sind saftig und knackig – ideal als Salatbasis, in Bowls oder im grünen Smoothie.
Kann man Portulak roh essen?
Ja, und roh ist er am nährstoffreichsten. Omega-3-Fettsäuren und Vitamin C sind hitzeempfindlich, daher empfiehlt sich roher Verzehr für den maximalen Nährstoffgehalt.
Wann ist Portulak Saison in Österreich?
Sommerportulak hat in Österreich von Mai bis Oktober Saison, mit dem Höhepunkt Juli bis September. Winterportulak (Postelein, Claytonia perfoliata) ist von Oktober bis April erhältlich.
Wo kauft man Portulak in Österreich?
Frischen Portulak findest du auf Wochenmärkten wie dem Wiener Naschmarkt, Karmelitermarkt oder Grazer Lendplatz sowie in Bioläden wie Denn's. In Billa, Spar oder Hofer ist er selten gelistet. Am einfachsten: selbst auf dem Balkon aus Samen ziehen.
Kann man Portulak einfrieren?
Einfrieren verändert die Textur stark. Als Salat eignet sich aufgetauter Portulak nicht mehr, wohl aber für Smoothies und Suppen. Am besten frisch genießen oder zu Pesto verarbeiten und das Pesto einfrieren.
Wie viel Portulak am Tag ist sinnvoll?
Eine Handvoll frischer Portulak (50–100 g) täglich leistet einen willkommenen Beitrag zur pflanzlichen Omega-3-Versorgung, ergänzend zu Leinsamen, Walnüssen und Rapsöl. Als alleinige Omega-3-Quelle ersetzt er kein Algenöl-Supplement mit EPA und DHA.