Vegane Zucchini-Tomaten-Quiche

Saftige Zucchini, aromatische Cherrytomaten und eine cremige Kichererbsenmehl-Füllung - diese vegane Zucchini-Tomaten-Quiche schmeckt so, als hätte jemand den Sommer in eine Quicheform gepackt. Kein Ei, keine Milchprodukte, aber jede Menge Geschmack: Das Geheimnis liegt in der richtigen Technik.

Warum Kichererbsenmehl so gut in veganer Quiche funktioniert?

Kichererbsenmehl ist in der veganen Küche eines der vielseitigsten Zutaten überhaupt. Die Proteine und Stärken im Mehl stocken beim Erhitzen - genau wie Eier - und sorgen für eine Füllung, die fest wird, sich schneiden lässt und trotzdem cremig bleibt. In Kombination mit Kala Namak (Schwarzsalz), das einen charakteristischen schwefeligen Eigengeschmack hat, entsteht eine Füllung, die klassischer Quiche erstaunlich nahekommt.

Ein wichtiger Trick: Zucchini immer zuerst anbraten! Sie enthält bis zu 95 % Wasser und gibt diese Feuchtigkeit beim Backen ab. Wer das übersieht, bekommt eine suppige Quiche mit weichem Boden. 4-5 Minuten in der offenen Pfanne lösen das Problem.

Wie wird der vegane Mürbeteig besonders knusprig?

Der Schlüssel liegt in der Kälte: Alle Zutaten und Geräte sollten so kalt wie möglich sein. Die vegane Butter in Würfeln schockgefroren, das Wasser mit Eiswürfeln - das verhindert, dass das Fett schmilzt, bevor der Teig in den Ofen kommt. Nur dann entstehen die vielen kleinen Fettschichten, die beim Backen für Blättrigkeit und Knusprigkeit sorgen.

Außerdem gilt: so wenig kneten wie möglich! Zu viel Kneten entwickelt Gluten und macht den Teig zäh statt mürbe. Kurz zusammenfügen, kühl stellen, fertig.

Welche Zucchini-Sorten eignen sich am besten?

Für diese Quiche eignen sich alle grünen und gelben Zucchini. Im Mai und Juni findest du in österreichischen Supermärkten und auf Märkten die ersten Freilandzucchini der Saison - diese sind aromatischer als Gewächshaus-Zucchini aus dem Winter. Kleinere Zucchini (unter 20 cm) haben weniger Wasser und mehr Geschmack als sehr große.

Eine besonders hübsche Optik ergibt die Kombination aus grüner und gelber Zucchini - das macht die Quiche zum Hingucker auf jedem Brunch-Tisch.

Was serviert man zur Zucchini-Tomaten-Quiche?

Die Quiche funktioniert als Hauptgericht mit einem frischen Sommersalat - etwa einem veganen Spargelsalat mit Tofu oder einem leichten Thai-Quinoa-Salat. Als Beilage passt auch ein einfaches Kräuter-Vinaigrette-Dressing.

Für ein Brunch-Buffet lässt sich die Quiche gut vorbereiten: Sie schmeckt zimmerwarm genauso gut wie frisch aus dem Ofen, und lässt sich einfach transportieren. Eine Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen reicht.

Variationen und Tipps für die Quiche

Wer die Quiche saisonbedingt anpassen möchte: Im Herbst funktioniert die gleiche Füllung hervorragend mit Hokkaido-Kürbis (vorher geröstet) und roten Zwiebeln. Im Winter mit Spinat und Champignons. Die Kichererbsenmehl-Basis bleibt immer gleich - nur das Gemüse wechselt.

Für eine herzhafte Variante: karamellisierte Zwiebeln (20 Minuten bei niedriger Hitze) statt gedünsteter Zwiebeln verleihen der Füllung eine süßlich-tiefe Note. Dazu passt frischer Thymian besonders gut.

Wer es mediterraner mag, gibt schwarze Oliven und getrocknete Tomaten direkt in die Füllung - dazu passt hervorragend ein veganer Aufstrich aus getrockneten Tomaten als Beilage.

Noch mehr Ideen für sommerliche Quiche-Varianten findest du in unserem Guide zu veganen Sommerrezepten.

Rezepte als Stories entdecken

Rezept

Zubereitungszeit
25 Min
Kochzeit
35 Min
Gesamtzeit
60 Min
Portionen
6 Stücke

Zutaten

  • Für den Mürbeteig:
  • 200 g Dinkelmehl (Type 630)
  • 80 g vegane Butter (kalt, in Würfeln)
  • 4-5 EL Eiswasser
  • 1 Prise Salz
  • Für die Zucchini-Füllung:
  • 2 mittelgroße Zucchini (ca. 400 g)
  • 200 g Cherrytomaten (halbiert)
  • 1 Zwiebel (fein gewürfelt)
  • 2 Knoblauchzehen (gepresst)
  • 1 EL Olivenöl
  • Frischer Thymian oder Oregano
  • Für die Kichererbsenmehl-Creme:
  • 120 g Kichererbsenmehl
  • 300 ml Hafersahne (oder Sojacrème)
  • 100 ml Wasser
  • 3 EL Hefeflocken (Nährhefe)
  • 1 TL Dijon-Senf
  • 0,5 TL Kurkuma (für Farbe)
  • 0,5 TL Kala Namak (Schwarzsalz - für eiartigen Geschmack)
  • Salz und schwarzer Pfeffer
  • Außerdem:
  • Vegane Butter oder Öl (für die Form)
  • Mehl zum Bestäuben

Zubereitung

  1. Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Quicheform (Ø 26 cm) leicht einfetten.
  2. Mürbeteig: Dinkelmehl, Salz und kalte vegane Butterwürfel mit den Fingern rasch zu einer krümeligen Masse verreiben. Eiswasser löffelweise dazugeben und kurz zu einem glatten Teig kneten. Nicht zu lange kneten! In Frischhaltefolie wickeln und 15 Minuten kalt stellen.
  3. Gemüse vorbereiten: Zucchini in dünne Halbmonde schneiden (ca. 3 mm). Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch glasig dünsten (2 Min.). Zucchini dazugeben und bei mittlerer Hitze 4-5 Minuten offen anbraten, bis die Feuchtigkeit verdunstet ist. Mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Beiseitestellen.
  4. Kichererbsencreme: Kichererbsenmehl, Hafersahne, Wasser, Hefeflocken, Senf, Kurkuma und Kala Namak in einer Schüssel glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Creme soll dickflüssig sein - ähnlich wie Pfannkuchenteig.
  5. Teig ausrollen: Den gekühlten Teig auf einer leicht bemehlten Fläche rund ausrollen (ca. 30 cm Durchmesser). In die gefettete Quicheform legen, den Rand andrücken und überstehenden Teig abschneiden. Mit einer Gabel mehrfach einstechen.
  6. Befüllen: Die angebratenen Zucchini gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen. Die Kichererbsencreme darübergießen. Die halbierten Cherrytomaten mit der Schnittfläche nach oben auf die Füllung legen. Mit etwas Olivenöl beträufeln.
  7. Backen: Quiche im vorgeheizten Ofen 30-35 Minuten backen, bis die Füllung gestockt und die Oberfläche leicht gebräunt ist. Die Mitte darf beim Schütteln kaum noch wackeln.
  8. Abkühlen lassen: Quiche mindestens 10 Minuten in der Form abkühlen lassen, bevor du sie aufschneidest - so hält die Füllung besser. Mit frischem Basilikum oder Oregano garnieren. Warm oder zimmerwarm servieren.

Häufige Fragen

Warum muss die Zucchini vorher angebraten werden?
Zucchini enthält sehr viel Wasser - bis zu 95 %. Ohne vorheriges Anbraten gibt sie diese Feuchtigkeit beim Backen ab und die Quiche-Füllung wird suppig statt cremig. 3-4 Minuten in der Pfanne ohne Deckel reichen aus, damit die überschüssige Flüssigkeit verdunstet und der Boden knusprig bleibt.
Welches Mehl eignet sich am besten für die vegane Quiche-Füllung?
Kichererbsenmehl ist die beste Wahl: Es enthält Proteine, die beim Erhitzen stocken - ähnlich wie Eier. In Kombination mit Hafersahne entsteht eine cremige, schneidbare Füllung. Alternativ funktioniert Seidentofu (püriert mit etwas Stärke), das eine etwas festere Konsistenz ergibt.
Was ist Kala Namak und warum kommt es in die Quiche?
Kala Namak ist indisches Schwarzsalz, das durch seinen Schwefelgehalt einen charakteristisch "eiartigen" Geschmack hat. Schon eine kleine Menge (ca. 0,5 TL) verleiht der veganen Quiche-Füllung eine Tiefe, die an traditionelle Quiche mit Eiern erinnert. In Reformhäusern und Online-Shops erhältlich.
Kann die Quiche auch glutenfrei zubereitet werden?
Ja. Tausche das Dinkelmehl im Mürbeteig durch eine glutenfreie Mehlmischung (z. B. Reismehl + Kartoffelstärke im Verhältnis 2:1) aus. Die Kichererbsen- mehl-Füllung ist bereits von Natur aus glutenfrei. Achte darauf, das glutenfreie Teig etwas kühler zu halten und vorsichtig auszurollen.
Wie lange ist die vegane Zucchini-Quiche haltbar?
Im Kühlschrank hält die fertig gebackene Quiche 3-4 Tage - gut abgedeckt oder in einem luftdichten Behälter. Sie schmeckt kalt, zimmerwarm und aufgewärmt (Backofen 160°C, 10 Min.). Für Meal Prep ideal: vorbacken, in Stücke schneiden und portionsweise lagern.
Welche Variationen der Zucchini-Quiche sind möglich?
Die Basis-Füllung lässt sich vielseitig abwandeln: karamellisierte Zwiebeln und Thymian für eine herzhafte Note; schwarze Oliven und getrocknete Tomaten für mediterranen Flair; frischer Spinat (ebenfalls vorher angebraten) als Zugabe; veganer Feta-Ersatz (z. B. aus Tofu mariniert) als Topping. Im Winter funktioniert die Füllung auch mit Kürbis oder Pastinaken.
Kann ich die Quiche auch ohne Mürbeteig backen?
Ja, eine krustlose Quiche ("crustless quiche") ist möglich. Fülle die Kichererbsenmehl-Masse direkt in eine gut gefettete Quicheform und backe sie bei 180°C für 30-35 Minuten. Die Textur wird etwas kompakter, aber die Quiche lässt sich problemlos in Stücke schneiden. Ideal, wenn du Zeit sparen oder Kalorien reduzieren möchtest.