Vegane Kirchtagskrapfen
Vegane Kirchtagskrapfen sind das klassische Schmalzgebäck vom österreichischen Kirtag: eine hauchdünne, blasige Mitte trifft auf einen dicken, luftigen Rand. Anders als runde Berliner werden sie nicht gefüllt, sondern nach dem Frittieren einfach in Zimtzucker gewendet.
Die Streck-Technik macht den Unterschied
Der Trick liegt nicht in der Zutatenliste, sondern in der Form: Jede Teigkugel wird in der Mitte hauchdünn auseinandergezogen, während der Rand rund 2cm dick bleibt. Beim Frittieren wird mit einem Löffel heißes Öl über die dünne Mitte gegossen - dadurch bläht sie sich zu einer knusprigen Blase auf, während der Rand weich und luftig bleibt.
Die Sojamilch im Teig sorgt für genug Eiweiß, damit der Teig auch ohne Ei schön elastisch wird und sich gut ziehen lässt. 60-90 Minuten Gehzeit sind wichtig, damit der Teig nach dem Formen nicht reißt.
Serviervorschlag zum Kirtag
Am besten schmecken die Krapfen noch warm, frisch aus dem Öl. Klassisch dazu passt Zwetschgenröster - die Zwetschgensaison im Spätsommer trifft sich zeitlich perfekt mit der Kirtag-Saison in vielen österreichischen Gemeinden. Wer es schlichter mag, bestäubt die Krapfen nur mit Staubzucker.
Rezept
Zutaten
- 500g Weizenmehl (Type 405 oder 550)
- 250ml lauwarme Sojamilch
- 1 Würfel Frischhefe (42g) oder 1 Packung Trockenhefe (7g)
- 50g Zucker
- 60g weiche vegane Butter
- 1 Prise Salz
- 1 EL Rum (optional)
- Neutrales Pflanzenöl zum Frittieren (ca. 1 Liter)
- 100g Zucker und 2 TL Zimt zum Bestäuben
Zubereitung
- Frischhefe in der lauwarmen Sojamilch mit 1 TL Zucker auflösen und 10 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden.
- Mehl, restlichen Zucker, Salz, weiche vegane Butter und Rum dazugeben und 8-10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten.
- Teig abgedeckt an einem warmen Ort 60-90 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
- Teig in 12 gleich große Stücke teilen, zu Kugeln formen und nochmals 15 Minuten ruhen lassen.
- Jede Kugel in der Mitte flach drücken, dann vorsichtig auseinanderziehen, bis die Mitte hauchdünn ist und der Rand ca. 2cm dick bleibt.
- Öl in einem hohen Topf auf 170-180°C erhitzen. Krapfen mit der dünnen Mitte nach oben einlegen und mit einem Löffel etwas heißes Öl über die Mitte gießen, bis sich eine Blase bildet.
- Von beiden Seiten je 2-3 Minuten goldbraun frittieren, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Noch warm in der Zimt-Zucker-Mischung wenden.
Häufige Fragen
- Warum wird die Mitte der Krapfen so dünn ausgezogen?
- Nur eine hauchdünne Mitte bildet beim Frittieren die charakteristische Blase, wenn heißes Öl darübergegossen wird. Der dicke Rand bleibt dabei luftig-weich, während die Mitte knusprig wird - genau dieser Kontrast macht Kirchtagskrapfen aus.
- Kann ich die Krapfen auch im Ofen backen statt frittieren?
- Das Ergebnis wird dann eher wie ein Hefeteigling und nicht wie ein klassischer Krapfen. Bei 200°C etwa 12-15 Minuten backen, aber die typische Blase in der Mitte bildet sich ohne heißes Öl nicht.
- Womit werden Kirchtagskrapfen traditionell serviert?
- Klassisch mit [Zwetschgenröster](/r/veganer-zwetschgenroester) oder Preiselbeermarmelade zum Dippen. Wer es einfacher mag, bestäubt sie nur mit Zimtzucker oder Staubzucker.
- Wie lange sind die Krapfen haltbar?
- Am besten schmecken sie frisch und noch warm am Tag der Zubereitung. Abgedeckt bei Zimmertemperatur halten sie sich einen Tag, werden aber zäher - am nächsten Tag kurz im Ofen aufwärmen bringt etwas Knusprigkeit zurück.