Vegane Ernährung und Umwelt: 7 wissenschaftliche Fakten für 2026

16.2.2026

Wusstest du, dass du mit deiner Ernährung mehr für das Klima tun kannst als mit dem Verzicht aufs Auto? Aktuelle Studien aus 2024 und 2025 liefern beeindruckende Zahlen zum Umwelteffekt veganer Ernährung. Hier sind die wichtigsten Fakten.

1. Der CO2-Fußabdruck: 46-75% weniger Emissionen

Eine bahnbrechende Studie in Frontiers in Nutrition (November 2025) zeigt: Der Wechsel von einer omnivoren zu einer veganen Ernährung reduziert die täglichen Treibhausgasemissionen von 3,8 kg auf 2,1 kg CO2-Äquivalente – eine Einsparung von 46%.

Eine umfassende Studie der University of Oxford, die Daten von über 55.000 Briten analysierte, kam sogar zu noch deutlicheren Ergebnissen: Pflanzliche Ernährung verursacht 75% weniger Treibhausgase als fleischreiche Kost.

2. Die Soja-Wahrheit: 77% werden zu Tierfutter

„Aber Soja zerstört den Regenwald!" – dieses Argument hört man oft. Die Realität sieht anders aus: Laut PETA und der Albert-Schweitzer-Stiftung landen 77% der weltweiten Sojaernte als Futtermittel in der Tierhaltung.

Für den menschlichen Verzehr – also Tofu, Sojamilch und Sojajoghurt – werden laut FAO nur etwa 6% des Sojas verwendet. Wer also Tofu statt Fleisch isst, entlastet den Regenwald tatsächlich.

Konkrete Zahlen: Die EU importiert jährlich rund 34 Millionen Tonnen Soja als Tierfutter, hauptsächlich aus Südamerika. Das entspricht einer Landfläche von 15 Millionen Hektar. Deutschland allein beansprucht davon 2,8 Millionen Hektar.

3. Landnutzung: 76% weniger Fläche nötig

Die Nature Food-Studie von Scarborough et al. zeigt: Vegane Ernährung benötigt 75% weniger landwirtschaftliche Fläche als eine fleischreiche Ernährung.

Das Umweltbundesamt bestätigt: Tierische Lebensmittel haben einen höheren ökologischen Fußabdruck, weil Tiere nur einen Bruchteil der aufgenommenen Kalorien in Fleisch umwandeln können. Der Rest geht als Wärme und Stoffwechselprodukte verloren.

Laut Our World in Data (2024) nutzt die Tierhaltung zusammen mit dem Anbau von Futtermitteln 80% der globalen Agrarflächen – produziert aber nur 20% der weltweiten Kalorien.

4. Wasserfußabdruck: Signifikante Einsparungen

Die gleiche Frontiers-Studie zeigt: Der Wasserbedarf sinkt bei veganer Ernährung um 7% – von 10,2 Kubikmetern pro Tag auf 9,5 Kubikmeter.

Das klingt nach wenig, summiert sich aber: Hochgerechnet auf Deutschland mit über 80 Millionen Menschen ergeben sich enorme Einsparungen. Die Nature Food-Studie beziffert die Wassereinsparung auf bis zu 46% im Vergleich zu fleischreicher Ernährung.

5. Biodiversität: Weniger Druck auf Ökosysteme

Die Tierhaltung ist einer der Haupttreiber des Artensterbens. Laut der Oxford-Studie verursacht vegane Ernährung 75% weniger Schäden an der Biodiversität als fleischlastige Kost.

Die Scarborough-Studie in Nature Food fand heraus, dass der Biodiversitäts-Impact bei veganer Ernährung nur 34,3% dessen beträgt, was bei fleischreicher Kost anfällt.

6. Deutschland im Wandel: Fleischkonsum sinkt

Die gute Nachricht: Deutschland bewegt sich. Laut Ernährungsreport 2024 des BMEL hat sich der Anteil der Menschen, die täglich pflanzliche Alternativen konsumieren, von 5% (2020) auf 10% (2024) verdoppelt.

Der Fleischkonsum ist seit 2018 um mehr als 15% gesunken und lag 2024 bei 53,2 kg pro Kopf. Besonders bei den 14-29-Jährigen zeigt sich der Wandel: 18% konsumieren täglich vegane oder vegetarische Alternativen.

Die DGE hat 2024 ihre Ernährungsempfehlungen überarbeitet und dabei erstmals systematisch Umweltaspekte mitberücksichtigt.

7. Das Klimapotenzial: Massive Reduktion möglich

Was wäre, wenn alle Menschen vegan leben würden? Eine Studie in PLoS Climate modellierte das Szenario: Würde die Tierhaltung weltweit über 15 Jahre abgebaut, entspräche das einer 68-prozentigen Reduktion der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2100.

Selbst teilweise Umstellungen bringen viel: Laut einer Studie der McGill University (Dezember 2024) kann schon der Ersatz von 25% der tierischen Proteine durch pflanzliche den persönlichen CO2-Fußabdruck um 25% senken.

Fazit: Jede Mahlzeit zählt

Die Wissenschaft ist eindeutig: Vegane Ernährung ist eine der effektivsten Einzelmaßnahmen für den Klimaschutz. Und das Beste daran – du kannst heute damit anfangen. Jede pflanzliche Mahlzeit ist ein Beitrag zum Umweltschutz.

Übrigens: Eine Studie des Umweltbundesamts von 2024 zeigt auch, dass vegane Ernährung bis zu 34% günstiger sein kann als eine omnivore Ernährung. Gut für den Planeten, gut fürs Portemonnaie!


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