Veganes Granola selber machen: Der komplette Guide

11.2.2026

Knuspriges Granola zum Frühstück ist einfach unschlagbar. Doch viele Fertigprodukte im Supermarkt enthalten bis zu 20 Gramm Zucker pro Portion - das entspricht fast fünf Zuckerwürfeln. Die gute Nachricht: Selbstgemachtes veganes Granola ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich gesünder.

Warum Granola selber machen?

Zuckerfalle Fertiggranola

Eine Analyse von Consumer Reports zeigt: Viele kommerzielle Granolas enthalten 10 bis 20 Gramm Zucker pro Portion. Hersteller nutzen dabei oft das sogenannte "Zucker-Stacking" - sie verwenden mehrere Süßungsmittel gleichzeitig (Rohrzucker, brauner Zucker, Reissirup, Maissirup), damit jedes einzelne weiter hinten auf der Zutatenliste steht. Das Merricks Kitchen Granola-Ranking 2025 analysierte über 40 Marken und fand erhebliche Qualitätsunterschiede.

Bei selbstgemachtem Granola kontrollierst du, was reinkommt. Laut MyFitnessPal lässt sich der Kaloriengehalt von etwa 200 auf 150 Kalorien pro Portion senken, indem weniger Süßungsmittel verwendet werden.

Gesundheitliche Vorteile von Hafer

Die Basis von gutem Granola sind Haferflocken. Laut der Harvard School of Public Health gehört Hafer zu den nährstoffreichsten Getreidesorten. Der lösliche Ballaststoff Beta-Glucan senkt nachweislich den Cholesterinspiegel - eine Meta-Analyse zeigt, dass 3 Gramm Beta-Glucan täglich den Blutcholesterinspiegel um etwa 12 Punkte senken können.

Besonders spannend: Eine aktuelle Studie in Frontiers in Microbiology (2025) untersuchte den Einfluss von Granola auf die Darmflora. Das Ergebnis: Regelmäßiger Granola-Konsum erhöht die Anzahl der nützlichen Bifidobakterien und kann Stress reduzieren sowie die Stimmung verbessern.

Power-Zutaten: Nüsse und Samen

Nüsse und Samen liefern hochwertiges pflanzliches Protein (5-9 Gramm pro Portion) und wichtige Ballaststoffe. Laut einer Studie im PMC sind Nüsse reich an ungesättigten Fettsäuren, Tocopherolen (Vitamin E), Phytosterolen und Phenolen mit antioxidativer Wirkung.

Eine Umbrella-Review zeigt: Wer regelmäßig Nüsse und Samen isst, hat ein deutlich niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und vorzeitige Sterblichkeit. Die Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis mit fast 6.000 Teilnehmern fand außerdem, dass Nuss- und Samenkonsum mit niedrigeren Entzündungswerten einhergeht.

Die perfekte Granola-Basis

Grundzutaten

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Backofen vorheizen auf 160°C Ober-/Unterhitze
  2. Trockene Zutaten mischen: Haferflocken, grob gehackte Nüsse, Samen, Zimt und Salz in einer großen Schüssel vermengen
  3. Flüssige Zutaten hinzufügen: Geschmolzenes Kokosöl und Ahornsirup darüber gießen und alles gründlich vermengen, bis jede Flocke bedeckt ist
  4. Gleichmäßig verteilen: Die Mischung auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen - nicht zu eng, aber auch nicht zu locker
  5. Backen: 25-30 Minuten backen, nach der Hälfte einmal vorsichtig wenden
  6. Abkühlen lassen: Das Granola wird erst beim Auskühlen richtig knusprig - mindestens 30 Minuten ruhen lassen

Tipps für perfekte Cluster

Das Geheimnis von Granola mit großen, knusprigen Clustern liegt im Detail:

Cluster-Technik

Laut Cookie and Kate erreichst du maximale Cluster, wenn du das Granola nach dem Wenden mit einem Pfannenwender sanft andrückst. Dann zurück in den Ofen - die Haferflocken verkleben so miteinander.

Die richtige Dichte

Die Mischung sollte auf dem Blech nicht zu locker liegen, damit die Flocken zusammenkleben können. Aber auch nicht zu eng, sonst wird es nicht gleichmäßig knusprig. Ein Tipp von Dietitian Debbie: Ein Standard-Backblech ist perfekt für eine Portion (ca. 450g).

Kokos erst später

Wenn du Kokosflocken hinzufügst: Erst nach der Hälfte der Backzeit dazugeben. Sonst verbrennen sie, wie Nora Cooks warnt.

Trockenfrüchte nach dem Backen

Rosinen, Cranberries oder andere Trockenfrüchte immer erst nach dem Backen untermischen. Im Ofen werden sie hart und bitter.

Variationen für jeden Geschmack

Schoko-Granola

Füge nach dem Backen 50g vegane Schokotropfen und 2 EL Kakaopulver (in die trockene Mischung VOR dem Backen) hinzu. Die Schokotropfen schmelzen leicht und überziehen die Flocken.

Proteinreiches Granola

Für Sportler: 30g geschrotete Leinsamen und 30g Hanfsamen zur Basis geben. Leinsamen liefern zusätzlich Omega-3-Fettsäuren - die pflanzliche Alternative zu Fischöl.

Tropisches Granola

Chai-Granola

Nussfreies Granola

Für Allergiker: Nüsse komplett durch Samen ersetzen (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Sesam, Hanfsamen).

Ohne Öl: Geht das?

Ja! No Sweat Vegan empfiehlt Aquafaba (das Abtropfwasser von Kichererbsen) als ölfreie Alternative. Das Granola wird etwas weniger knusprig, aber immer noch lecker. Auch pürierte reife Banane oder Apfelmus funktionieren als Bindemittel.

The Vegan 8 hat ein 5-Zutaten-Rezept entwickelt, das komplett ohne Öl auskommt und trotzdem knusprig wird.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Richtig lagern

Für längere Haltbarkeit

Laut Bianca Zapatka lässt sich selbstgemachtes Granola bis zu 6 Monate einfrieren. Der Vorteil: Es behält den frisch gebackenen Geschmack. Einfach in einem Gefrierbeutel oder Glas einfrieren und bei Bedarf portionsweise entnehmen.

Granola verwenden: Mehr als nur Müsli

Fazit

Selbstgemachtes veganes Granola ist die bessere Wahl - gesünder, günstiger und individuell anpassbar. Mit den richtigen Techniken bekommst du perfekte Cluster, und die Variationsmöglichkeiten sind endlos. Einmal ausprobiert, wirst du nie wieder zum Fertigprodukt greifen!

Probiere auch unser Vanille-Mandel-Granola Rezept für den schnellen Einstieg.