Veganer Nagellack
Ein veganer Lebensstil bedeutet nicht nur, auf tierische Produkte auf dem Teller zu verzichten. Auch bei Kosmetikprodukten wie Nagellack lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Viele konventionelle Nagellacke enthalten sowohl tierische Bestandteile als auch chemische Substanzen, die bedenklich sein können.
Schädliche Chemikalien im Nagellack
Laut einer wissenschaftlichen Studie aus 2025 ist seit den 1940er Jahren bekannt, dass Nagellacke potenziell toxische und sensibilisierende Inhaltsstoffe enthalten können. Obwohl die Formulierungen im Laufe der Jahre verbessert wurden, bleiben einige bedenkliche Substanzen:
- Toluol: Wird für ein glattes Finish verwendet, kann jedoch laut Forschung Kopfschmerzen, Schwindel und trockene Haut verursachen sowie mit Reproduktions- und Atemproblemen in Verbindung gebracht werden.
- Formaldehyd und Formaldehydharz: Diese Stoffe erhöhen Glanz und Festigkeit, stehen aber laut wissenschaftlichen Untersuchungen unter Verdacht, krebserregend zu sein. Das Einatmen kann Kopfschmerzen, Husten oder Atembeschwerden verursachen.
- Dibutylphthalat (DBP): Dieser Weichmacher verhindert Absplittern, gilt aber als endokriner Disruptor und wurde 2004 in der EU für Kosmetika verboten.
- Triphenylphosphat (TPHP): Laut einer Studie der Duke University konnte dieser Weichmacher bereits 10-14 Stunden nach dem Auftragen von Nagellack im Körper nachgewiesen werden. TPHP ist ein endokriner Disruptor, der mit Störungen des Hormonsystems und möglicherweise Übergewicht in Verbindung gebracht wird.
Tierische Inhaltsstoffe in Nagellack
Neben chemischen Substanzen können auch tierische Bestandteile in Nagellacken vorkommen:
- Karmin (CI75470 oder Cochenille): Roter Farbstoff aus zerquetschten Schildläusen.
- Guanin: Sorgt für Schimmereffekte und wird aus Fischschuppen gewonnen.
- Keratin: Wasserunlösliche Faserstoffe aus Hufen, Hörnern oder Federn.
- Schellack: Glanzgeber aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus.
Was bedeuten "Free"-Labels?
Bei der Suche nach veganem Nagellack stößt Du auf Begriffe wie "3-Free", "10-Free" oder sogar "22-Free". Diese Zahlen geben an, auf wie viele bedenkliche Inhaltsstoffe verzichtet wird:
- 3-Free: Ohne die "Toxic Trio" (Toluol, Formaldehyd, DBP)
- 10-Free: Ohne zehn bedenkliche Stoffe
- 13-Free und höher: Zusätzlich ohne weitere Phthalate, Parabene u.a.
Laut Forschung können diese Labels allerdings manchmal mehr Marketing als Substanz sein. Achte daher zusätzlich auf offizielle Zertifizierungen wie die Vegan-Blume der Vegan Society, das PETA Cruelty-Free-Siegel oder das Leaping Bunny Logo.
Naturkosmetik vs. veganer Nagellack
Naturkosmetik-Nagellacke sind nicht automatisch vegan. Sie können trotzdem tierische Inhaltsstoffe wie Karmin oder Schellack enthalten. Achte daher immer auf beide Kriterien: natürliche Inhaltsstoffe UND vegan.
Die umweltfreundlichste Option sind wasserbasierte Nagellacke, die kaum oder keine schädlichen Chemikalien enthalten und geruchsarm sind.
Vegane Nagellack-Marken aus Deutschland und Österreich
In der DACH-Region gibt es mittlerweile großartige vegane Nagellack-Marken:
OZN (München)
OZN ist eine der führenden veganen Nagellackmarken aus Deutschland. Die pflanzenbasierten Lacke sind 22-Free und verwenden Inhaltsstoffe aus Holz, Kartoffel, Rote Beete, Dinkel, Zuckerrohr und Mais. Über 60 Farben sind erhältlich, und 90% der Rohstoffe stammen aus nachhaltigem Anbau.
Kia Charlotta (München)
Kia Charlotta hat sich auf vegane Nagelkosmetik spezialisiert. Die Lacke sind 15-Free, vegan und cruelty-free sowie von PETA und der Vegan Society zertifiziert. Made in Germany mit hoher Haltbarkeit und perfektem Glanz.
Benecos
Benecos bietet vegane Nagellacke in 24 Farben zu einem günstigen Einstiegspreis. Die Lacke sind sauerstoffdurchlässig und haben eine gute Haltbarkeit.
Happyglam
Das deutsche Unternehmen setzt auf 19-Free, veganen und tierversuchsfreien Nagellack. Besonders nachhaltig: Holzkappen und Glasflaschen.
Internationale Marken (in DACH erhältlich)
- Nailberry (UK): 12-Free, atmungsaktive L'Oxygéné-Formel, halal-zertifiziert
- Ella+Mila (USA): 17-Free, PETA-zertifiziert, Made in USA
- Manucurist (Frankreich): 12-Free, 84% natürliche Inhaltsstoffe
Worauf beim Kauf achten?
- Zertifizierungen prüfen: Vegan Society, PETA Cruelty-Free, Leaping Bunny
- Inhaltsstoffe lesen: Meide Karmin, Guanin, Keratin und Schellack
- "Free"-Labels verstehen: Je höher die Zahl, desto mehr bedenkliche Stoffe wurden ausgeschlossen
- Wasserbasis bevorzugen: Für minimale Chemikalienbelastung
Mehr zum Thema vegane Kosmetik findest Du in unserem Guide für vegane Haarpflege und unserem Ratgeber für vegane Kosmetik-Marken.