Veganen Käse selber machen: Der komplette Guide
Selbstgemachter veganer Käse ist nicht nur günstiger als gekaufte Alternativen, sondern schmeckt auch besser – und du weißt genau, was drin ist. In diesem Guide zeige ich dir verschiedene Methoden, mit denen du cremigen Frischkäse, würzigen Parmesan-Ersatz und sogar fermentierte Käsesorten selbst herstellen kannst.
Die Grundlagen: Was du brauchst
Für veganen Käse benötigst du je nach Methode unterschiedliche Zutaten. Die wichtigsten Basis-Zutaten sind:
- Nüsse: Cashews sind besonders beliebt, weil sie eine cremige Konsistenz und milden Geschmack haben (Fairment). Auch Mandeln und Macadamia-Nüsse eignen sich gut.
- Nussfreie Alternativen: Sonnenblumenkerne, Tofu oder sogar Kartoffeln und Haferflocken (Daily Vegan)
- Hefeflocken: Sorgen für den typischen käsigen Umami-Geschmack
- Bindemittel: Agar-Agar für schnittfeste Käsesorten
- Starterkulturen: Für fermentierte Varianten mit probiotischen Vorteilen
Methode 1: Schneller Cashew-Frischkäse
Der einfachste Einstieg in die vegane Käseherstellung. Du brauchst:
- 200g Cashews (8-12 Stunden eingeweicht)
- 100ml Wasser
- 2 EL Zitronensaft
- 2 EL Hefeflocken
- 1 TL Salz
Die eingeweichten Cashews abspülen, mit den restlichen Zutaten im Hochleistungsmixer pürieren – fertig! Hält im Kühlschrank 5-7 Tage.
Tipp: Verfeinere den Frischkäse mit frischen Kräutern, Knoblauch oder getrockneten Tomaten.
Methode 2: Fermentierter Cashewkäse
Fermentation macht den Unterschied: Durch die Zugabe von Starterkulturen entwickelt der Käse eine komplexere Geschmackstiefe und enthält wertvolle Probiotika für deine Darmgesundheit (Panaceas Pantry).
Starterkulturen-Optionen
Du hast mehrere Möglichkeiten für die Fermentation:
- Sauerkrautsaft: Enthält natürliche Milchsäurebakterien und verleiht einen angenehm säuerlichen Geschmack (Fermentwelten)
- Rejuvelac: Ein fermentiertes Getränk aus gekeimten Getreidesorten – laut Miyoko Schinner liefert es das komplexeste Geschmacksprofil (The Kitchn)
- Probiotische Kapseln: Achte auf vegane Produkte, da manche auf Milchbasis gezüchtet werden (A Gutsy Girl)
- Shio-Kōji: Fermentierte Reispaste für umami-reiche Ergebnisse (Revolution Fermentation)
So funktioniert's
- Cashews 8-12 Stunden einweichen, abspülen
- Mit Starterkultur und etwas Wasser cremig pürieren
- In ein sauberes Gefäß füllen, abdecken
- 24-48 Stunden bei Raumtemperatur fermentieren
- Je länger die Fermentation, desto intensiver der Geschmack
Wichtig: Bei der Fermentation auf Sauberkeit achten! Wenn der Käse unangenehm riecht oder schmeckt, lieber entsorgen und neu starten (Gaz Oakley Chef).
Methode 3: Nussfreier Käse
Für Allergiker oder preisbewusste Köche gibt es tolle Alternativen:
Sonnenblumenkern-Käse
Sonnenblumenkerne sind regional verfügbar und deutlich günstiger als Cashews. Das Ergebnis wird etwas gräulicher, schmeckt aber genauso köstlich (Smarticular).
Kartoffelkäse
Aus Kartoffeln lässt sich ein reibfähiger Käse herstellen, der sich auch zum Überbacken eignet – eine günstige und allergikerfreundliche Option.
Tofu-Feta
Naturtofu lässt sich mit einer Marinade aus Olivenöl, Zitronensaft, Oregano und Salz in eine köstliche Feta-Alternative verwandeln (Ela Vegan).
Wir haben auch ein Rezept für nuss- und sojafreien Käse auf Basis von Haferflocken und Süßkartoffeln.
Methode 4: Schnittfester Käse mit Agar-Agar
Für Käse, der sich schneiden oder sogar reiben lässt, brauchst du ein Bindemittel. Agar-Agar (aus Algen gewonnen) ist die vegane Alternative zu Gelatine.
Grundrezept:
- 200g Cashews (eingeweicht)
- 250ml Wasser
- 3 EL Hefeflocken
- 1 TL Salz
- 2 EL Tapiokastärke (für Schmelzeigenschaften)
- 1 TL Agar-Agar-Pulver
Das Agar-Agar separat in etwas Wasser aufkochen, dann schnell unter die pürierte Masse mixen und sofort in eine Form gießen. Im Kühlschrank fest werden lassen.
Das richtige Equipment
Für die vegane Käseherstellung brauchst du:
- Hochleistungsmixer: Für cremige Ergebnisse unverzichtbar
- Käsetuch oder Nussmilchbeutel: Zum Abtropfen bei fermentiertem Käse
- Silikonformen: Für schöne Käselaibe
- Glasgefäße mit Deckel: Für die Fermentation
Probiotische Vorteile
Fermentierter veganer Käse bietet echte Gesundheitsvorteile: Die enthaltenen Milchsäurebakterien unterstützen eine gesunde Darmflora (PlantX UK). Die Fermentation macht die Nährstoffe aus Cashews besser verfügbar und reduziert sogenannte Antinährstoffe (Yang's Nourishing Kitchen).
Hinweis: Nicht alle gekauften veganen Käsesorten sind fermentiert – selbstgemachter fermentierter Käse hat hier einen klaren Vorteil.
Nährwert-Realität
Eine Studie aus dem Jahr 2022 analysierte 245 pflanzliche Käsealternativen: Nur 3% enthielten 5g oder mehr Protein pro Portion (PMC). Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung zeigte zudem, dass viele kommerzielle Produkte deutlich weniger Calcium und mehr Salz enthalten als Milchkäse (MDPI Foods).
Der Vorteil bei selbstgemachtem Käse: Du kontrollierst die Zutaten! Cashews liefern natürliches Protein und gesunde Fette, und du kannst den Salzgehalt selbst bestimmen.
Lebensmittelsicherheit beachten
Bei der Fermentation ist Hygiene besonders wichtig. Das BC Centre for Disease Control weist darauf hin, dass rohe Cashews mit Salmonellen kontaminiert sein können (BCCDC). Verwende daher möglichst pasteurisierte oder geröstete Cashews, wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest.
Grundregeln:
- Alle Utensilien gründlich reinigen
- Frische, qualitativ hochwertige Zutaten verwenden
- Bei ungewöhnlichem Geruch oder Geschmack den Käse entsorgen
- Fermentierten Käse im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche aufbrauchen
Fazit: Dein Käse, deine Regeln
Veganen Käse selbst herzustellen ist einfacher, als du denkst. Starte mit einem einfachen Cashew-Frischkäse und arbeite dich zu fermentierten Sorten vor. Das Experimentieren mit verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Nüssen macht Spaß – und du wirst überrascht sein, wie lecker das Ergebnis ist!
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